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Knochenbrüche im Alter

Wirkstoff Zoledronat schützt Frauen zwischen 50 und 60 Jahren

Ob Stolpern auf der Treppe oder ein unglücklicher Sturz: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Knochenbrüche deutlich. Forscher aus Auckland zeigen nun, dass eine seltene Gabe von Zoledronat Frauen zwischen 50 und 60 Jahren langfristig schützt. Das Bisphosphonat stärkt die Knochenstruktur über viele Jahre – und kann so helfen, Mobilität und Lebensqualität zu bewahren.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Bochum, von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. schreibt dazu in den „Medizinischen Kurznachrichten aus der Endokrinologie“ folgendes: „In einer doppelblinden, randomisierten Plazebo-kontrollierten Studie bewirkte das Bisphosphonat Zoledronsäure, einmal zu Beginn infundiert an postmenopausale Frauen zwischen 50 und 60 Jahren mit einem Knochendichte - T-Score zwischen 0 und -2.5 an Lendenwirbelsäule, Schenkelhals oder Hüfte , nach zehn Jahren eine signifikante Verminderung von Wirbelkörperfrakturen.

Dass Zoledronsäure, alle 12 oder 18 Monate an ältere Frauen gegeben, Frakturen verhindert und der Effekt auf Knochendichte und Knochenstoffwechsel länger als fünf Jahre anhält, wurde bereits mehrfach gezeigt. Nicht untersucht wurde bisher, ob eine nur einmalige oder seltenere Gabe des Bisphosphonats an ältere, postmenopausale Frauen lange Zeit anhält oder nicht. Deshalb führten Bollard et al. in Auckland, Neuseeland eine Studie an ~1.000 randomisiert ausgesuchten und eingeladenen Frauen zwischen 50 und 60 Jahren durch, bei denen der T-Score bestimmt wurde.

In die Studie wurden diejenigen eingeschlossen, bei denen der T-Score zwischen 0 und -2.5 lag. Zoledronsäure in einer Dosis von 5 mg wurde infundiert 1.) zu Beginn und nach fünf Jahren, 2.) zu Beginn Zoledronsäure und nach fünf Jahren Plazebo, und 3.) Plazebo sowohl zu Beginn als auch nach fünf Jahren. Die drei Gruppen wurden zehn Jahre lang beobachtet.

Ergebnisse

Die Resultate der morphometrischen Wirbelfrakturen, der Fragilitätsfrakturen, der Frakturen insgesamt und der größeren Knochenbrüche zeigen: Das relative Risiko zur Kontrollgruppe 3 (Plazebo – Plazebo) der Gruppe 1 ( Zoledronat – Zoledronat) betrug 0.56 Prozent (95 Prozent CI , 0.34 – 0.92, p= 0.04)., das der Gruppe 2 (Zoledromat – Plazebo) 0.59 Prozent (95 Prozent CI ,0.36 – 0.97; p= 0.08). Die Anzahl der zu behandelnden Personen (number needed to treat), um eine Frau vor einer neuen morphometrischen Wirbelfraktur in zehn Jahren zu schützen, war 21 in der Zoledronat – Zoledronat-Gruppe und 22 in der Zoledronat-Plazebogruppe.

Interpretation

Die Stärke der Studie liegt in der langen Dauer dieser Plazebo-kontrollierten, randomisierten Untersuchung sowie deren großer Teilnehmerzahl. Die Limitationen liegen darin, dass nur postmenopausale Frauen ohne bereits bestehender Osteoporose eingeschlossen wurden und dass die Ergebnisse nicht für Frauen >60 Jahre, nicht für Männer und nicht für Personen mit schon bestehender Osteoporose gelten.“

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