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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Kleiner Extra-Pikser in Corona-Zeiten

Nicht nur Ältere und Kranke gegen Grippe impfen

von Adolf Albus

(23.09.2022) Das Risiko für einen schweren Verlauf ist bei der meist Grippe genannten Influenza und COVID-19 (Corona) sehr ähnlich: Menschen ab 60 Jahren oder mit Grunderkrankungen, Schwangere sowie beruflich einem erhöhten Risiko ausgesetzte Menschen sollten daher neben einem vollständigen Corona-Schutz auch einen Impfschutz gegen die Grippe haben.

Die Impfquoten beim Grippeschutz sind jedoch seit Jahren zu niedrig. Im Gegensatz zu den genannten Risikogruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts zwar für gesunde Kinder und Erwachsene keine Grippeschutzimpfung. Dass die STIKO damit von einer Impfung abrät, ist jedoch ein verbreitetes Missverständnis. Die Grippeschutzimpfung schützt auch Junge und Gesunde sehr effektiv. Deshalb bieten auch viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine kostenlose Grippeschutzimpfung an, um deren krankheitsbedingten Arbeitsausfall zu vermeiden.

„Die Schutzimpfung ist auch für Gesunde eine gute Möglichkeit, eine schwere Grippeerkrankung zu vermeiden“, sagt Philipp Köster, Leiter des Vertriebszentrums der Barmenia Versicherungen Frankfurt am Main. Aufgrund der Corona-Regeln hatten die meisten Menschen in den beiden vorangegangenen Wintern keinen Kontakt mit dem Grippevirus und konnten deshalb ihren Immunschutz nicht so aufbauen, wie in den Jahren davor. Auf diesen Sachverhalt weisen seit längerem auch die Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität hin. Zwischen der Grippeschutzimpfung und der Coronaimpfung sind den Experten keine gravierenden Wechselwirkungen bekannt. Sie können daher auch bei einem einzigen Arztbesuch verabreicht werden. Die beiden Pikser erfolgen dann lediglich an unterschiedlichen Gliedmaßen.

Rechtzeitig impfen lassen
Um rechtzeitig geschützt zu sein, empfiehlt die STIKO, sich im Zeitraum zwischen Anfang Oktober und Mitte Dezember gegen die Grippe impfen zu lassen. Dann ist auch der aktuelle Impfstoff in ausreichender Menge in den Arztpraxen verfügbar. Da das Grippevirus ständig mutiert, wird er jedes Jahr angepasst, um einen optimalen Schutz gegen neue Varianten zu bieten. Wer die Impfung am Jahresende versäumt, kann sie auch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch nachholen. In Deutschland hat sie in den vergangenen Jahren erst im neuen Jahr Fahrt aufgenommen. Letztlich lässt sich nicht genau vorhersagen, wann sie beginnt und wie lange sie andauern wird. Da es nach der Impfung etwa 10 bis 14 Tage dauert, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist, sollte man sich nicht zu spät impfen lassen.

Die Impfung macht nicht krank
Die Grippeschutzimpfung führt nur sehr selten zu Nebenwirkungen, wenn überhaupt, sind sie meistens harmlos. Oft werden Symptome einer Erkältung fälschlich mit der Impfung in Verbindung gebracht. „Eine Grippeerkrankung aufgrund der Impfung ist ausgeschlossen“, räumt Köster mit einem verbreiteten Vorurteil auf. Der Impfstoff enthält nur abgetötete und damit vermehrungsunfähige Viren und kann die Krankheit daher nicht auslösen. Im seltenen Fall länger andauernder oder stärkerer Symptome sollte ein Arzt konsultiert werden. Da es auch für Ärzte schwierig ist, zwischen einer Grippe oder einer Infektion mit Corona zu unterscheiden, ist Vorsicht geboten. Sollte der Erkrankte gegen Grippe und Corona geimpft sein, bestehen in beiden Fällen gute Aussichten auf einen milden Krankheitsverlauf.