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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Klänge der Hoffnung gerade auch zu Pfingsten

von Ilse Romahn

(27.05.2020) Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker lädt ein, das große Stadtgeläut zu Hause zu hören. Das große Stadtgeläut hat in Frankfurt eine lange Tradition und gehört für viele Frankfurter zu Pfingsten.

Pfingsten steht für die Verständigung und die Verbreitung des Glaubens über nationale, ethnische und sprachliche Barrieren hinweg. An dem kirchlichen Hochfest, das als die Geburtsstunde der Kirche gilt, wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. Pfingsten sollte daher als Ermutigung verstanden werden, aktiv für grundlegende Werte und Überzeugungen einzustehen.

„Gerade auch zu Pfingsten sind die Töne unseres einzigartigen Stadtgeläutes Klänge der Hoffnung und Auftrag zum respektvollen Miteinander zugleich. Dies ist gerade in der augenblicklichen Zeit der Corona-Krise von zusätzlicher Bedeutung, baut die Hoffnung doch die entscheidende Brücke in die Zeit nach den derzeitigen Einschränkungen. Ein verantwortungsvoller Umgang miteinander befördert ein gesundes und friedliches Zusammenleben, ebenso wie dies ein Leben nach christlichen Werten tut“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. „Dazu gehört auch, dass wir in diesen herausfordernden Zeiten uns einander respektvoll begegnen und solidarisch füreinander einstehen. Nur gemeinsam werden wir die Corona-Krise in Frankfurt bestehen können.“

An die Entsendung des Heiligen Geistes erinnert am Samstag vor Pfingsten in Frankfurt auch ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art. Zum großen Stadtgeläute ertönen am 30. Mai von 16.30 bis 17 Uhr die Glocken der zehn Innenstadtkirchen. Zusammen eine halbe Stunde innehalten und dem besonderen Klangkunstwerk der Frankfurter Innenstadtkirchen zuhören kann unter Einhaltung der gültigen Hygienemaßnahmen vor Ort oder auch ganz einfach zu Hause stattfinden.

„Jedes Jahr freue ich mich, wie viele Frankfurterinnen und Frankfurter auch, auf diesen Termin. Aber wer dieses Jahr das große Stadtgeläut lieber zu Hause genießen möchte, hat auf http://frankfurt.de die Möglichkeit. Ich lade alle Frankfurterinnen und Frankfurter ein, die städtische Tradition und das Gemeinschaftsgefühl gemeinsam online zu erleben“, sagt Becker. „Auch wenn es sich dabei um Aufnahmen handelt, kann vielleicht trotzdem das große Stadtgeläut ein besonderes Wir-Gefühl entstehen lassen. Auf der Facebook-Seite der Stadt wird das große Stadtgeläut, wie es Tradition ist, von 16.30 bis 17 Uhr erklingen und wir können es alle gemeinsam zu Hause erleben“, betont der Kirchendezernent.

Die heutige Komposition geht auf den Glockensachverständigen Prof. Paul Smets zurück, der das Geläut 1954 komponiert hat. Das erste Geläut aller Frankfurter Glocken geht aber auf das Jahr 1347 zurück. Den Auftakt macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die anderen fünf Glocken der Paulskirche an. Anschließend folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache, daraufhin stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauchenkirche erklingen nun die vier Glocken der Peterskirche sowie die drei Glocken des Dominikanerklosters. Mit ihren sechs Glocken fügt sich die Leonhardskirche am Main ein sowie die vier Glocken vom Kameliterkloster, die auch zum großen Stadtgeläut gehören. Die vier Glocken der Alten Nikolaikirche am Römerberg vervollständigen die Komposition bevor die südlichste und auf der anderen Mainseite gelegene Dreikönigskirche ins Stadtgeläut mit ihren fünf Glocken einsetzt. Zum Höhepunkt folgen die neun Glocken des Kaiserdoms. Unter ihnen die Gloriosa, die bekannteste Glocke Frankfurts. Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und mit 11.950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen sowie die zweitschwerste Bronzeglocke Deutschlands. Insgesamt wiegen die 50 Glocken der zehn Innenstadtkirchen gemeinsam 64.804 Kilogramm. (ffm)