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Letzte Aktualisierung: 05.06.2020

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Kinderbetreuung in Ausnahmezeiten

Johanniter betreiben Notgruppen in Kitas und setzen auf Kreativität

von Monika Gorny

(07.04.2020) Die Notbetreuung in Kitas wird auch während der Osterferien aufrechterhalten. Außerdem ist sie auf Familien ausgeweitet worden, bei denen ein Erziehungsberechtigter/eine Erziehungsberechtigte systemrelevant tätig ist.

Kinderbetreuung in Ausnahmezeiten
Foto: Johanniter / Nina Lazarova-Ivanova
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Diese Familien haben nun auch die Möglichkeit in den Osterferien an den Abenden, nachts oder an den Wochenenden ihre Kinder in eine Notbetreuung zu geben. Die Notbetreuung außerhalb der normalen Öffnungszeiten werden in Frankfurt dezentral und trägerübergreifend organisiert. Die Eltern melden sich bei den Kitas vor Ort und müssen entsprechende Bescheinigungen ihrer beruflichen Unabkömmlichkeit vorlegen, damit ihr Kind aufgenommen werden kann. 

In den vier Johanniter-Kitas in Frankfurt werden aktuell drei Notgruppen betrieben. Das bedeutet, dass Erzieher/-innen ein bis vier Kinder unterschiedlichen Alters betreuen. „Die Stimmung in den Kitas ist gut; alles läuft viel ruhiger und langsamer ab wie normal. Wir versuchen trotzdem die normale Routine für die Kinder aufrechtzuerhalten“, sagt Nina Lazarova-Ivanova, Einrichtungsleiterin im Kinderzentrum „JoKiZ“ in Frankfurt-Unterliederbach. 

„Die Notbetreuung in Kitas und Schulen ist ein wichtiger Baustein in der Bewältigung der Krise und ein großer Beitrag zur Versorgung unserer Mitmenschen“, sagt Fachbereichsleiterin Kitas, Nina Lober. „Denn wenn beispielsweise Pflegekräfte ihre Kinder nicht gut betreut wissen, kommen sie nicht mehr zur Arbeit. Dann fehlen sie uns in den so notwendigen pflegerischen Dienstleistungen“, so die Leiterin. Alles greife ineinander und jeder an seinem Platz trage hier eine weitreichende Verantwortung. 

Für das Personal in den Kitas stellt diese Situation eine immense Herausforderung dar: Nicht nur die strengeren Hygienevorschriften, sondern auch der intensive Austausch mit den Kindern zum Coronavirus und dem veränderten Alltag. Die Kinder haben Fragen, sind teils irritiert und wollen die aktuelle Situation begreifen. „Eine große Aufgabe für unsere Fachkräfte vor Ort. Wir sind sehr dankbar, dass sie diesen Auftrag übernehmen und damit der Gesellschaft einen großen Dienst erweisen“, betont Fachbereichsleiterin Kitas Nina Lober.   

Aber auch die anderen Mitarbeiter im Kitabereich, die nicht in den Notgruppen tätig sind, legen die Hände nicht in den Schoß: So entstehen Videokonferenzen mit der ganzen U3 Gruppe, der Leitung und den Bezugspersonen der Einrichtung, es werden E-Mails mit Grüßen und Aktivitäten für die Kitakinder zuhause (wie Basteltipps, Malvorlagen, Online Konzerte oder Anleitungen zur Einbeziehung von Kindern in die alltäglichen Aktivitäten daheim versendet). In unserem Kinderzentrum „JoKiZ“ in Frankfurt-Unterliederbach verschönern beispielweise Bastelarbeiten der Kinder, die zu Hause bleiben, den Gartenzaun der Einrichtung. Ebenso haben alle Kinder Blumensamen erhalten, die sie gemeinsam mit den Eltern einsäen und beim Wachsen beobachten können. Dies fördert vor allem die Geduld der Kinder und zeigt doch, dass sich das Warten lohnt. 

Des Weiteren können die Familien Spielsachen über die Osterferien ausleihen, um den Kindern zuhause neue Impulse und neue Anreize zu schaffen.

Andere Fachkräfte bearbeiten die Konzeptionen, erstellen Bildungs- und Lerngeschichten und Portfolios oder setzen sich mit Fachliteratur auseinander. Einige Fachkräfte besuchen Online-Seminare zu Themen wie Partizipation oder Mitentscheiden-Mithandeln. Außerdem stehen wir den Eltern telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

www.johanniter.de/rhein/main