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Letzte Aktualisierung: 18.06.2024

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Killt die Automatisierung unsere Jobs?

Neue Wissenschaftsreihe von Arte und Deutschlandfunk

von pm/MF

(25.05.2023) Mit dem neuen Video-Format „Agree to Disagree“ und dem parallel laufenden Podcast „People of Science“ starten Arte und Deutschlandfunk Kultur eine neue Wissenschaftsdoku-Reihe. Der Moderator der Reihe ist Prof. Dr. Bertolt Meyer, Inhaber der Professur für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie und Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) „Hybrid Societies“ an der Technischen Universität Chemnitz.

Die erste von sechs Folgen zum Thema „Killt die Automatisierung unsere Jobs?“ ist seit dem 24. Mai 2023 in der Arte-Mediathek verfügbar. Die dazugehörige Podcast-Reihe zeitgleich online. Ab dem 8. Juli 2023 läuft „Agree to Disagree“ im regulären TV-Programm. In der ersten Folge steht auch die Robotik-Forschung an der TU Chemnitz im Fokus. Meyer kommt u. a. mit Prof. Dr. Ulrike Thomas, Inhaberin der Professur für Robotik und Mensch-Technik-Interaktion und ihrem Team ins Gespräch.

Zum Konzept der Reihe gehört, dass sich jede Folge um ein gesellschaftlich relevantes Thema wie Gentechnik in der Humanmedizin oder Energiewende mit Wasserstoff dreht. Dabei diskutiert Meyer mit Wissenschaftlern sowie  Experten, die zum jeweiligen Thema forschen und teils konträre Befunde und Positionen vertreten. Darunter sind auch Eckart von Hirschhausen und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx.

„Die Wissenschaft ist ein lebendiges System“

„In ‚Agree to Disagree‘ geht es darum, die Pluralität von Befunden und Interpretationen zu zeigen. Die Wissenschaft ist ein lebendiges System, in dem Wissen mit der Zeit in einem teils kontroversen Diskurs entsteht. Das möchte ich zeigen und dabei auch den Prozesscharakter von Wissenschaft sichtbar machen. Also dass Erkenntnisse in der Regel nicht einfach so über Nacht entstehen, dass teils viele Faktoren und Menschen zusammenkommen müssen, damit es Fortschritt gibt – und auch, dass Erkenntnisse nicht für immer und ewig in Stein gemeißelt sein müssen“, sagt Moderator Bertolt Meyer von der TU Chemnitz.

Im Podcast ‚People of Science‘ gehe es dagegen weniger um die Themen aus den TV-Beiträgen, sondern um die Forschungsschwerpunkte der Gäste und ihren „informellen Lebenslauf abseits der Erfolgs-Viten auf ihren Homepages“, so Meyer. „Mich interessiert, welche Zufälle, Misserfolge und Netzwerke in ihrer Karriere eine Rolle gespielt haben und wie sie da hingekommen sind, wo sie heute stehen.“

Damit soll der Podcast nicht nur die Vielfalt von Wissenschaft zeigen und der Wissenschaftskommunikation dienen, sondern Wissenschaft auch nahbar machen: „Ich zeige meine Gäste als normale Menschen, die auch ‚nur‘ einem Beruf nachgehen. Vielleicht trauen sich dann noch mehr Menschen, einen Beruf in der Wissenschaft anzustreben“, sagt Meyer. Einen genaueren Eindruck davon kann sich jeder selbst ab dem 25. Mai machen.

Pilotfolge ab 8. Juli im TV

Die Angst um den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes bewegt Arbeitnehmer. Bertolt Meyer, Professor für Arbeitspsychologie, macht sich auf die Suche nach einer Antwort auf die Frage: Killt die Automatisierung unsere Jobs? Eine Studie des Weltwirtschaftsforums prognostiziert schon für 2025, dass mehr Aufgaben von Robotern und Künstlicher Intelligenz, also KI, als von Menschen erledigt werden. Millionen Jobs sollen angeblich wegfallen. Piloten, Banker, Baggerfahrer und weitere Berufsgruppen sind vermeintlich vom Aussterben bedroht.

Die Soziologin Melanie Saverimuthu, der weltweit kontrovers diskutierte Ökonom Carl Benedict Frey, die Arbeitsmarktökonomin Melanie Arntz und die Robotikerin Ulrike Thomas von der TUC stehen dazu Rede und Antwort. Im Robotik-Labor der TU Chemnitz und zu Besuch bei Deutschlands ältestem Feinwaagen-Hersteller erlebt Bertolt Meyer, wie Automatisierung die Arbeitsplätze der Zukunft schon heute beeinflusst. Und wo deren Grenzen liegen.