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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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Kfz-Zulassung kämpft mit den Folgen des Lockdown

von Ilse Romahn

(20.07.2020) Zahlreiche Beschwerden, verärgerte Kunden und Händler, Hunderte Vorsprachen und Tausende E-Mails. Die Zulassungsstelle des Ordnungsamtes ist eine der am höchsten beanspruchten Behörden dieser Tage.

Als am 17. März die Stadtverwaltung Frankfurt den Publikumsbetrieb einstellen musste, ahnten die Beschäftigten der Zulassungsstelle schon nichts Gutes, denn das Frühjahr ist erfahrungsgemäß die Hochsaison bei den Fahrzeugzulassungen. Schon kurz nach der Schließung flatterten dann auch die ersten Forderungen von Handel und Bevölkerung nach Wiederöffnung ins Haus. Obwohl in der Schließung ein Notbetrieb aufrechterhalten und alle systemrelevanten Zulassungsvorgänge bearbeitet und es sehr schnell gewerblichen Dienstleistern ermöglicht wurde, Vorgänge vorzulegen, konnte dies alles nicht ausreichen. Auch die ab 14. April erfolgte Öffnung für Terminkunden mit wöchentlich derzeit über 1100 Terminen – mittlerweile im 15-Minuten-Takt - schmolz den aufgelaufenen Berg an Kundenwünschen nicht ab.

Der von außen häufig aufkommende Ruf nach mehr Personal ist zwar verständlich, allerdings ist es nicht einfach, gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und es gibt auch keinen kommunalen Kräfte-Pool, aus dem sich gerade gebeutelte Verwaltungen personell bedienen könnten. Trotzdem ist es gelungen, 10 Nachwuchskräfte und 9 Hilfskräfte, die sich insbesondere um E-Mails und Telefonate kümmern, zu gewinnen, so dass zwischenzeitlich insgesamt 19 zusätzliche Kräfte dort eingesetzt werden. Weiterhin sind technische Lösungen in der Umsetzung, wie beispielsweise eine Weiterentwicklung des Terminsystems.

Trotzdem reicht dies noch immer nicht aus, um die Mengen, die über den Römerhof hereingebrochen sind, zu bewältigen. Täglich erreichen die Zulassungsstelle durchschnittlich 270 E-Mails - an 7 Tagen in der Woche. Verzeichnete die Zulassungshotline im Januar 2020 noch knapp über 6000 Anrufe, waren es im April bereits über 36.000 und im Juni über 100.000. Beispielhaft sei das telefonische Tagesaufkommen für den 6. Juli mit 5344 Anrufen, den 9. Juli mit 4581 Anrufen und den 13. Juli mit 8431 Anrufen genannt. All das führt zu Arbeitsrückständen, so dass aktuell noch rund 3600 E-Mails und im gewerblichen Bereich rund 4000 Vorgänge unbearbeitet bleiben mussten. Dies führt verständlicherweise zu Frust bei Kunden, aber auch bei den Beschäftigten, die alles dafür tun, den bislang gebotenen Standard wieder zu erreichen.

Obwohl hier eine Verwaltungseinheit am Limit arbeitet, lassen sich die Rückstände nicht von heute auf morgen abbauen. „Niemand hier ist zufrieden mit dieser Situation, die nicht unseren Ansprüchen an Service und Kundenorientierung entspricht. Ich kann daher nur an das Verständnis und die Geduld der Betroffenen appellieren, denn die Kolleginnen und Kollegen draußen am Römerhof geben mit Engagement und Herzblut ihr Bestes, um diese Situation zu verbessern“, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes Karin Müller. (ffm)