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Letzte Aktualisierung: 06.12.2022

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Keine Chance für Parodontitis

Mit einem Test frühzeitig Erkrankungen erkennen

von Ilse Romahn

(22.11.2022) Ungefähr jeder zweite Deutsche im Alter zwischen 35 und 44 Jahren weist inzwischen eine Entzündung des Zahnhalteapparates, auch Parodontitis genannt, auf. In den höheren Altersgruppen steigt die Anzahl der Betroffenen sogar. Viele Menschen bemerken eine Parodontitis allerdings erst, wenn sie schon weit fortgeschritten ist und Schmerzen sowie bleibende Schäden hinterlässt.

„Die Erkrankung beschränkt sich nicht auf den Mundraum. Gelangen Bakterien durch das Zahnfleisch auch in die Blutbahnen und Organe, kommt es oftmals zu weiteren Beschwerden wie Lungenentzündungen, Schwangerschaftskomplikationen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, weiß Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus. Um eine Parodontitis rechtzeitig zu erkennen und Folgeerkrankungen zu vermeiden, nutzen Zahnärzte inzwischen spezielle Tests. Mit diesen lassen sich mögliche Infektionen im Mundraum in kurzer Zeit ganz einfach ermitteln und anschließend schnell behandeln.  

Unbemerkte Erreger aufspüren
Mit einem sogenannten PerioSafe-Test lässt sich frühzeitig kontrollieren, ob ein erhöhtes Risiko für Parodontitis besteht – auch wenn sich äußerlich noch gar keine Beschwerden bemerkbar machen. „Dazu entnehmen Zahnärzte lediglich eine Speichelprobe. Innerhalb weniger Minuten verrät der Test, ob eine erhöhte Anzahl sogenannter aMMP-8-Enzyme vorhanden ist. Eine sehr hohe Konzentration dieser Enzyme bedeutet, dass der Körper bereits gegen viele Bakterien im Zahnfleisch ankämpft“, erklärt Dr. Sliwowski. Grund für die erhöhten Werte: Siedeln sich krankmachende Bakterien im Zahnhalteapparat an, lösen sie eine Immunreaktion aus. Dabei zerstören die körpereigenen aMMP-8-Enzyme an den bakteriell befallenen Stellen Kollagen im Zahnfleisch, damit Abwehrzellen besser auf die Infektion reagieren können. Allerdings bringt diese Immunreaktion auch entscheidende Nachteile mit sich: Das Gewebe, das sonst durch Kollagen seine Festigkeit bekommt, verliert an Stabilität. Zähne können somit durch Entzündungen ihren Halt verlieren und ausfallen.

Problem erkannt, Gefahr gebannt!
Je eher eine Bakterienbelastung durch Früherkennungstests bemerkt wird, desto schneller lassen sich Erreger beseitigen und der Kollagenabbau unterbinden. Dazu führen Zahnärzte professionelle Reinigungen durch, bei denen Beläge und Zahnstein entfernt und Zahnfleischtaschen gründlich gesäubert werden. „Dank einer frühzeitigen Behandlung kann sich das Gewebe ohne große Schäden erholen und das Immunsystem wird wieder entlastet. Wie häufig es einer präventiven Kontrolle bedarf und ob anschließend weitere Maßnahmen nötig sind, hängt von der individuellen Zahngesundheit ab“, weiß Dr. Sliwowski. Am besten lassen sich Patienten dazu von ihrem Zahnarzt beraten. Zur Prävention gehört aber auch weiterhin eine regelmäßige und gründliche Mundhygiene. „Die Zähne sollten mit einer Bürste dreimal täglich für etwa drei Minuten gereinigt werden. Da sich Bakterien auch in den Zahnzwischenräumen ansiedeln, sollten auch Interdentalbürsten oder Zahnseide Verwendung finden. Für eine saubere Zunge sorgen Zungenschaber und Mundspülungen“, erklärt Dr. Sliwowski abschließend.

Weitere Informationen unter www.zahnimplantat-klinik-duesseldorf.de