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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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Karl-Gerhard Seifert im Gespräch

„Goodbye Hoechst“ wird im Kronberger Lichtspiel „aufgeführt“

von Norbert Dörholt

(01.11.2019) Kronberg. Kaum war das Buch erschienen, war es auch schon vergriffen. Es folgten in rascher Folge fünf Auflagen, das Buch wurde zum Bestseller und klomm gleich in mehreren Listen die Ränge hoch. Sein Titel: „Goodbye Hoechst – von Könnern, Spielern und Scharlatanen“. Sein Autor: Dr. Karl-Gerhard Seifert, vormaliges Vorstandsmitglied der Hoechst AG. Am Sonntag, 24.11., hat man Gelegenheit, ihn persönlich zu erleben, im „Kronberger Lichtspiel“ im Gespräch mit Klaus Reichert, Redakteur bei hr1.

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Stellt sich im Kronberger Lichtspiel auch den Fragen der Zuschauer: Dr. Karl-Gerhard Seifert.
Foto: Societäts Verlag
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Foto: Societäts Verlag
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Zu ihren besten Zeiten beschäftigte die Hoechst AG 200.000 Mitarbeiter. In den 90-ern ist dieser Weltkonzern regelrecht untergegangen. Wie das passieren konnte, erzählt Dr. Seifert in seinem Buch. Dr. Seifert hat in der Hoechst AG einen rasanten Aufstieg geschafft. Schon mit 36 Jahren war der Mann aus der Nähe von Eschwege Direktor, von 1988 bis 1997 saß er im Vorstand des Chemie-Giganten. In „Goodbye Hoechst" erinnert er an glorreiche Zeiten und analysiert messerscharf, wie es durch unglaubliche Vorfälle zum Zerfall des hessischen Vorzeigeunternehmens kommen konnte.

Schon mehrfach saß der Autor mit dem gewieften Klaus Reichert zusammen auf Bühnen wie beispielsweise dem Neuen Theater in Höchst oder in der Frankfurter Stadtbibliothek, wo die beiden in spannenden Gesprächen die damalige Zeit aufleben ließen. Am Ende durfte das Publikum mit diskutieren, wovon es jeweils reichlich Gebrauch machte. Da diese Form der Präsentation auf große Resonanz stieß– im neuen Theater mussten Dutzende von Besuchern, die sich, wie verlangt, nicht angemeldet hatten, wegen Überfüllung leider abgewiesen werden – wiederholen Verlag (Frankfurter Societäts-Verlag) und Autor diese Art der Buchvorstellung jetzt erneut, und zwar, wie gesagt,  in 61476 Kronberg.

Beginn ist am Sonntag, 24. November 2019, um 11 Uhr im „Kronberger Lichtspiel“, Friedrich-Ebert-Straße 1. Es wird ein Eintritt in Höhe von zehn Euro erhoben. Wegen der erwartet hohen Nachfrage hat der Kartenvorverkauf bereits begonnen, und zwar im Internet unter www.kronberg-lichtspiele de. Man kann Karten aber auch an der Kinokasse erwerben.

Langweilig wird´s gewiss wiederum nicht werden, hängen doch zu viele Einzelschicksale, Familiengeschichten und geschäftliche Dramen von Zulieferern und Kunden mit dem ebenso traurigen wie vorher eigentlich undenkbaren Niedergang des einstmals größten Pharmaherstellers der Welt und weltweit führenden Chemiekonzern zusammen, einem solitären wirtschaftlichen GAU. Dr. Seifert kann alle Fragen, die dazu geführt haben, beantworten. Und er will es auch, und er tut es auch, und so erfahren endlich die vielen Menschen, die seinerzeit nicht wussten, wie ihnen geschah, nunmehr, warum ihnen so geschah. Zum Nachlesen gibt es „Goodbye Hoechst“ im Buchhandel unter der ISBN-Nr. 978-3-95542-321-6 als Hardcover mit 575 Seiten und zahlreichen Bildern für 25 Euro.

„Ein paar Worte am Ende .... es sind dann doch Memoiren geworden“ heißt es ganz am Schluss des Buches, aus denen wir hier noch einige Sätze zitieren wollen: „Nur ein Lehrstück und keine Memoiren zu schreiben, wie mir von Jürgen Jeske geraten, habe ich nicht vermocht. Dazu waren meine Zeit mit der Hoechst AG und meine späteren beruflichen Tätigkeiten in der europäischen Chemieindustrie mit zu vielen Erlebnissen und Ereignissen verbunden. Als ich mir dessen bewusst wurde, hatte ich – es war im Jahr 2000 – begonnen, anhand meiner zahlreichen Aufzeichnungen, persönlichen Notizen und Pressemitteilungen einige Kapitel für meine Zeit als Mitglied des Vorstands de Hoechst AG zu schreiben. Ein wesentlicher Beweggrund dazu war fraglos das Bedürfnis, mich von manchen traumatischen Erfahrungen zu befreien, denn die Jahre ab 1995 waren eine Phase voller Frust, Enttäuschungen, Intrigen und Verdruss.

(...)

Dieses Buch ist keine Abrechnung, eher ein Rechenschaftsbericht, vor allem aber eine Dokumentation dessen, wie ein Unternehmen bis zur Selbstaufgabe getrieben werden kann, wenn seine Leitung nicht an langfristigen Zielen zum Wohle der Mitarbeiter und Aktionäre orientiert ist, sondern getrieben wird von Kräften des Kapitalmarktes. Insofern ist das Buch dann eben doch auch ein Lehrstück.“