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Letzte Aktualisierung: 25.01.2022

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Kammermusik im kleinsten Konzertsaal der Welt

von Ilse Romahn

(03.01.2022) Seit 2011 lädt das Hindemith Institut Frankfurt zu seiner Konzertreihe „Kammermusik im Kuhhirtenturm“ ein. In dem mittelalterlichen Turm in Frankfurt-Sachsenhausen, der Paul Hindemith in den 1920er Jahren als originelles Domizil diente, befindet sich heute der vermutlich kleinste Konzertsaal der Welt.

Nach fast zwei Jahren Corona-bedingter Stille sind in diesem Jahr wieder Interpreten zu hören, die es als eine Herzensangelegenheit betrachten, Hindemiths Werke in seinem ehemaligen Musikzimmer aufzuführen.

Hindemiths fulminantes Streichtrio op. 34 aus dem Jahr 1924 sowie Mozarts grandioses Divertimento Es-Dur KV 563 stehen auf dem Programm des Trio Idomeneo am 20. Februar. Mitglieder des Ensembles sind der Geiger Guillaume Faraut und der Cellist Mario Riemer, beide langjährige Mitglieder des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters, sowie Megumi Kasakawa, seit 2010 Bratschistin im Ensemble Modern. In dieser Formation sind sie bereits 2018 im Kuhhirtenturm aufgetreten.

Am 20. März wird der Pianist Andreas Skouras im Kuhhirtenturm zu hören sein, der hier bereits 2017 und 2018 zu Gast war. Er hat diesmal ein Programm mit selten zu hörenden Klaviersuiten von Béla Bartók, Paul Hindemith, Ernst Krenek, Wolfgang Amadeus Mozart, Bernhard Sekles und Nikos Skalkottas zusammengestellt.

Als Zwanzigjähriger wurde Paul Hindemith im Jahr 1916 zum Konzertmeister des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters bestellt. An seine Tätigkeit in diesem damals wie heute hochkarätigen Klangkörper erinnert seit 2015 die „Paul Hindemith Orchesterakademie“ mit ihrem Angebot einer maßgeschneiderten Ausbildung mitten aus der Praxis. Zu den Geförderten zählen derzeit Sara Bellini (Flöte), Manuel García Simón (Oboe) und Valentina Vatteroni (Harfe), die am 3. April Werke von William Alwyn, Claude Debussy, Paul Hindemith und Antonio Pasculli vorstellen.

Der Bariton Matthias Horn wird am 8. Mai gemeinsam mit dem Pianisten Christoph Ullrich einen Liederabend geben. Auf dem Programm stehen die selten zu hörenden Hymnen nach Walt Whitman op. 14 von Paul Hindemith sowie Lieder von Kurt Weill und Wolfgang Jacobi, einem Berliner Schüler von Paul Hindemith.

Das Duo Prism mit Loïc Abdelfettah (Bratsche) und Quentin Rebuffet (Violoncello) spielt am 11. September Duos von Joseph Bodin de Boismortier, Paul Hindemith, Witold Lutosławski, Zikmund Schul, Noam Sheriff und Paul Wiancko.

Kolja Lessing ist nicht nur als Geiger, sondern auch als Pianist und Bratschist seit Jahrzehnten erfolgreich. Nach Professuren für Violine und Kammermusik an den Musikhochschulen Würzburg und Leipzig wirkt er seit dem Jahre 2000 in gleicher Funktion an der Musikhochschule Stuttgart. Am 9. Oktober konzertiert er zum dritten Mal im Kuhhirtenturm, diesmal mit Werken für Solovioline von Johann Sebastian Bach, Paul Hindemith und Krzysztof Meyer.
Das Sonderkonzert an Hindemiths Geburtstag am Mittwoch, 16. November um 11 Uhr, gestaltet Jan Ickert (Violoncello), seit 2017 Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Er präsentiert Hindemiths Solosonate op. 25 Nr. 3 sowie gemeinsam mit Tomoko Ichinose (Klavier) die Sonate op. 11 Nr. 3. Außerdem auf dem Programm eine Rarität: die Cellosonate fis-Moll op. 70 von Hindemiths verehrtem Lehrer, dem Darmstädter Komponisten Arnold Mendelssohn.

Veranstaltungsort: Kuhhirtenturm, Große Rittergasse 118, 60594 Frankfurt am Main
Beginn: Wenn nicht anders angegeben, sonntags jeweils um 17 Uhr und 19.30 Uhr

Eitritt frei - Platzreservierung erforderlich Reservierungen: ab sofort möglich  Tel. (069)5970362 (Mo-Fr 9-13 Uhr) institut@hindemith.org