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Letzte Aktualisierung: 05.05.2021

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Jetzt online in der Bibliothek der Generationen recherchieren

von Ilse Romahn

(03.05.2021) Die neue Recherchestation der Bibliothek der Generationen im Historischen Museum ist online. Jetzt kann man auch von zu Hause aus gezielt nach Orten, Personen oder Themen suchen und erfährt dabei ganz nebenbei wie verwoben in Frankfurt Personen, Orte und Erinnerungen sind. Ein Beispiel ist etwa der Club Voltaire.

Besucher erkunden das offene Archiv
Foto: Stadt Frankfurt / Stefanie Koesling
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Zu Zeiten von Mauerbau und Wirtschaftswunder schufen 20 junge Frankfurterinnen und Frankfurter einen Treffpunkt des politischen Diskurses und der Kultur: den Club Voltaire. Der politisch-kulturelle Ort in der Innenstadt war der erste seiner Art, dem weitere Club-Gründungen folgten.

„Der Club“, wie er liebevoll von seinen Gästen genannt wird, ist einer von derzeit etwa 140 Beteiligten an der „Bibliothek der Generationen“, einem die Altersgruppen übergreifenden künstlerischen Erinnerungsprojekt des Historischen Museums. Bereits 2000 gründete die Künstlerin Sigrid Sigurdsson „Die Bibliothek der Generationen“ als offenes Archiv, in dem sich die Geschichte der Stadt aus der Sicht ihrer Bewohner widerspiegeln sollte.

Gibt man in der Recherchestation das Schlagwort „Club Voltaire“ ein, erfährt man, dass der Club gleich in acht Beiträgen genannt wird. Folgt man den Links, werden die Nutzer überrascht sein, wie sich die Suche plötzlich erweitert: Die Links führen zu weiteren Stichworten und Personen rund um Themen wie Politik, die 68er-Bewegung, Jazz, Kunst oder Liebe und Freundschaft. Öffnet man den Beitrag des Club Voltaire findet man Hinweise auf Personen, die im Beitrag genannt werden.

So stößt man etwa auf „Irmgard und Valentin Senger“. Das Journalisten-Paar Senger berichtete für den Hessischen Rundfunk über die Anfänge des Clubs. Folgt man ihrer Spur weiter, erfährt man, dass sie in ihrem Beitrag nicht nur von ihrer beruflichen Vergangenheit als Journalisten berichten; im Beitrag geht es auch um Valentin Sengers berühmtes Buch Kaiserhofstraße 12, eine literarische Bearbeitung der Überlebensgeschichte seiner jüdischen Familie im Nationalsozialismus. Von den Sengers führen weitere Spuren zur Frauenbewegung, zum kommunistischen Widerstand, zu NS-Beamten im Gesundheitsamt, usw. Über die Recherchestation werden die vielen Orte, Zeiten und Generationen übergreifenden Querverbindungen sichtbar, die typisch für das kollektive Gedächtnis sind.

Das künstlerische Erinnerungsprojekt lädt unter https://www.historisches-museum-frankfurt.de/bibliothek-der-generationen/recherche-und-medienstation zur Recherche im Internet ein. (ffm)