Jeder Zehnte fühlt sich einsam
Aktionswoche Einsamkeit: Interessierte können sich per E-Mail zur Sprechstunde anmelden
„Einsam zu sein mag sich niemand gerne eingestehen, und darüber zu reden, fällt vielen schwer“, so Prof. Dr. Georg Juckel, Ärztlicher Direktor des LWL-Universitätsklinikums Bochum. „Auf andere eigeninitiativ und aktiv zuzugehen, ist für sie zunächst absolut unmöglich.“ Die Folgen von Einsamkeit können vielschichtig sein und psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Suchterkrankungen verursachen, aber auch körperliche Erkrankungen wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Schäden oder Diabetes. Erste Anzeichen können Befindlichkeitsstörungen, diffuse unergründliche Gefühle oder auch negative Gedanken sein, die – wenn nicht beachtet – in eine Krise eskalieren können.
Doch dass es Wege aus der Einsamkeit gibt, möchte die Einsamkeitssprechstunde aufzeigen und lädt zu einem ersten Gespräch ein, das nicht nur für erste Entlastung sorgen soll und den Gründen der Einsamkeit nachgeht, sondern in dem auch gemeinsam Hilfen zur Selbsthilfe formuliert werden, wie die Betroffenen aus der Einsamkeit finden können.
Im Vorfeld zur Aktionswoche war Prof. Georg Juckel in der vergangenen Woche zur 1. Einsamkeitskonferenz des Landes NRW in die Staatskanzlei eingeladen worden, wo sich Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik über bereits bestehende Initiativen und Projekte in NRW ausgetauscht hatten, aber auch über mögliche Modelle und Ideen. Unter dem Motto „Du+Wir=Eins. NRW gegen Einsamkeit“ soll nun im nächsten Schritt ein gemeinsamer Aktionsplan gegen Einsamkeit erarbeitet werden.
Interessierte können sich per E-Mail zur Einsamkeitssprechstunde anmelden unter einsamkeit-bochum@lwl.org
Weitere Artikel aus der Kategorie: