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Jeder Zehnte fühlt sich einsam

Aktionswoche Einsamkeit: Interessierte können sich per E-Mail zur Sprechstunde anmelden

So viele Freunde auf den sozialen Kanälen, so viele Nachbarn im eigenen Wohnviertel und so viele gemeinschaftliche Freizeitangebote wie nie zuvor – und trotzdem einsam? Tatsächlich leben viele Menschen in Einsamkeit und isoliert. Jeder Zehnte fühlt sich einsam. Betroffen sind Junge wie Alte, Frauen wie Männer, Kinder wie Jugendliche. „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ lautet das Motto der bundesweiten Aktionswoche vom 17. bis 23. Juni, auf die auch das LWL-Universitätsklinikum Bochum mit seiner Spezialsprechstunde Einsamkeit aufmerksam machen möchte.
Im Vorfeld zur Aktionswoche war Prof. Georg Juckel zur Einsamkeitskonferenz des Landes NRW in die Staatskanzlei eingeladen worden, wo sich Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik über Initiativen und Projekte ausgetauscht hatten.
Im Vorfeld zur Aktionswoche war Prof. Georg Juckel zur Einsamkeitskonferenz des Landes NRW in die Staatskanzlei eingeladen worden, wo sich Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik über Initiativen und Projekte ausgetauscht hatten.
Foto: Ralph Sondermann/Land NRW
Spezialsprechstunde Einsamkeit im LWL-Universitätsklinikum Bochum: Prof. Georg Juckel und sein Behandlungsteam sprechen hier über Wege aus der Einsamkeit.
Spezialsprechstunde Einsamkeit im LWL-Universitätsklinikum Bochum: Prof. Georg Juckel und sein Behandlungsteam sprechen hier über Wege aus der Einsamkeit.
Foto: Nikolaus Urban/LWL

„Einsam zu sein mag sich niemand gerne eingestehen, und darüber zu reden, fällt vielen schwer“, so Prof. Dr. Georg Juckel, Ärztlicher Direktor des LWL-Universitätsklinikums Bochum. „Auf andere eigeninitiativ und aktiv zuzugehen, ist für sie zunächst absolut unmöglich.“ Die Folgen von Einsamkeit können vielschichtig sein und psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Suchterkrankungen verursachen, aber auch körperliche Erkrankungen wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Schäden oder Diabetes. Erste Anzeichen können Befindlichkeitsstörungen, diffuse unergründliche Gefühle oder auch negative Gedanken sein, die – wenn nicht beachtet – in eine Krise eskalieren können.

Doch dass es Wege aus der Einsamkeit gibt, möchte die Einsamkeitssprechstunde aufzeigen und lädt zu einem ersten Gespräch ein, das nicht nur für erste Entlastung sorgen soll und den Gründen der Einsamkeit nachgeht, sondern in dem auch gemeinsam Hilfen zur Selbsthilfe formuliert werden, wie die Betroffenen aus der Einsamkeit finden können.

Im Vorfeld zur Aktionswoche war Prof. Georg Juckel in der vergangenen Woche zur 1. Einsamkeitskonferenz des Landes NRW in die Staatskanzlei eingeladen worden, wo sich Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik über bereits bestehende Initiativen und Projekte in NRW ausgetauscht hatten, aber auch über mögliche Modelle und Ideen. Unter dem Motto „Du+Wir=Eins. NRW gegen Einsamkeit“ soll nun im nächsten Schritt ein gemeinsamer Aktionsplan gegen Einsamkeit erarbeitet werden.

Interessierte können sich per E-Mail zur Einsamkeitssprechstunde anmelden unter einsamkeit-bochum@lwl.org