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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Jeder Dritte hat Schilddrüsenknoten

Forum: Konservativ oder chirurgisch behandeln?

von Dr. Andreas Mehdorn

(18.05.2022) Etwa jeder dritte Bundesbürger hat Schilddrüsenknoten – oft unerkannt. Nicht alle Knoten in der Schilddrüse sind behandlungsbedürftig. Wenn sie aber Beschwerden hervorrufen oder der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs besteht, muss eine Therapie erfolgen. Inzwischen können Patienten auf ein breites Behandlungsspektrum zurückgreifen.

Welche Vorteile neuere nicht-chirurgische Techniken im Vergleich zu Standardtherapien haben, wird in dem aktuell erschienenen Fachartikel „Nonsurgical Management of Thyroid Nodules: The Role of Ablative Therapy“ diskutiert. Auf der Tagung der Sektion Schilddrüse der DGE im November 2018 in Essen unter Leitung der Sektionssprecherin Dagmar Führer wurde eingehend über das Vorgehen beim Papillären Mikrokarzinom der Schilddrüse gesprochen, mit Pro- und Kontra-Beiträgen von Experten auf diesem Gebiet (active surveillance vs. surgery and radioiodine therapy).

Im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) vom 1. Dezember 2018 können diese Beiträge und Diskussionen nachgelesen werden. Unter anderem wurde vorgeschlagen, nicht von einem „Papillären Karzinom“ zu sprechen, sondern von einer „Papillären Läsion“.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz hat dazu am 10. Mai Folgendes publiziert: „Jetzt erscheint im J. Clin. Endocrinol.Metab. in Heft 5 vom Mai 2022 ein Artikel mit dem Titel: „Nonsurgical Management of Thyroid Nodules: The Role of Ablative Therapy“. Es werden vier Patienten vorgestellt, welche Schilddrüsenknoten mit Kompressionssymptomen, einer Schilddrüsenüberfunktion oder die Schilddrüsenfunktion möglichst erhalten haben wollten. Es ging um die perkutane Äthanolinjektion und Thermoablationstechniken, am häufigsten die Radiofrequenzablation. Eingehend wurde über deren Vorteile im Vergleich zu Standardtherapien diskutiert.

Ausgehend von den vier Kasuistiken schlussfolgern die Autoren, dass die Thermoablation, speziell die Radiofrequenzablation eine attraktive Option für eine Subgruppe von soliden Knoten sei, die perkutane Äthanolinjektion hingegen für Zysten und eine ausgewählte Gruppe von Papillären Mikrokarzinomen. Für die tägliche Praxis sei es wichtig, dass der Arzt genügend Expertise mit diesen Techniken besitzt.“