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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Jeder Dritte hat in der Coronazeit zugenommen

Diabetes und Adipositas - über die Herbsttagung 2021

von Stephanie Balz

(08.10.2021) Während der Corona-Pandemie hat sich mehr als die Hälfte der Deutschen weniger bewegt. 39 Prozent haben im Durchschnitt 5,6 Kilo zugenommen, bei Menschen mit Adipositas waren es sogar 7,2 Kilogramm. Übergewicht und Bewegungsmangel sind große Risikofaktoren für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes sowie Mitverursacher für gesundheitliche Folgen wie Fettleber, Bluthochdruck, Herz- und Gefäßerkrankungen oder auch einen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19

Bei der 15. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die im Schulterschluss mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) veranstaltet wurde, diskutierten mehr als 3500 Teilnehmende aktuelle Erkenntnisse der Diabetologie und Ernährungsmedizin. Die Tagung fand vom 5. bis 6. November unter dem Motto „Diabetes und Adipositas – gemeinsam durch dick und dünn“ als Hybrid-Veranstaltung – in Wiesbaden sowie online – statt.

„Fast jeder Dritte hat in der Corona-Zeit an Gewicht zugenommen. Jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist inzwischen übergewichtig, jedes siebte Kind zu dick“, sagte Professor Dr. med. Sebastian M. Meyhöfer, Tagungspräsident der DAG. „Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn mit Übergewicht gehen nicht selten auch schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2 einher.“ Aufgrund des engen Zusammenhangs von Adipositas und Diabetes stand die gemeinsame Tagung der DDG und DAG in diesem Jahr unter dem Motto „Diabetes und Adipositas – gemeinsam durch dick und dünn“. „Das Motto soll primär signalisieren, dass wir Menschen mit Diabetes und/oder Adipositas auch in schwierigen Zeiten begleiten und ihnen individuell die bestmögliche Therapie und Unterstützung anbieten“, so Professor Dr. med. Werner Kern, Tagungspräsident der DDG.

Gemeinsam durch dick und dünn

Die Therapie von Adipositas und Diabetes wurde im Rahmen der Diabetes Herbsttagung berufsübergreifend diskutiert. „Dabei wurden vor allem neue Therapiestrategien beleuchtet, zum Beispiel im Bereich der Gewichtsregulation. Im Fokus stehen aber auch vielversprechende Entwicklungen in der Diabetestechnologie wie Closed Loop Systeme, die eine automatisierte Insulinabgabe ermöglichen“, sagt Meyhöfer. „Von großer Bedeutung sind außerdem die psychosozialen und gesundheitspolitschen Aspekte der beiden Erkrankungen Diabetes und Adipositas. Es werden eine Reihe von Symposien und Workshops zu diesem Themenkreis angeboten, in denen es beispielsweise um Motivation, dem Umgang mit Scheitern oder Stigmatisierung und Ausgrenzung geht“, ergänzt Kern.

In 39 Symposien, sechs Praxisdialogen und 24 Workshops bot die Diabetes-Herbsttagung Teilnehmenden aus Ärzteschaft, Wissenschaft, Diabetes- und Ernährungsberatung sowie weiteren Berufsgruppen eine Vielzahl praxisorientierter Themen. Die diesjährige Diabetes Herbsttagung wurde als Hybrid-Veranstaltung organisiert.

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit mehr als 9200 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als acht Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.