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Letzte Aktualisierung: 07.12.2022

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Jahrestagung des bundesweiten Netzwerks der Fahrgastbeiräte

Was kommt nach dem 9-Euro-Ticket?

von Ilse Romahn

(22.09.2022) In Hamburg fand die siebte Tagung des bundesweiten Netzwerks der Fahrgastbeiräte statt. Gastgeber für die über 40 Mitglieder von Fahrgast- und Kundenbeiräten aus ganz Deutschland waren der Fahrgastbeirat Hamburg und der Hamburger Verkehrsverbund. Das Sprecherteam des Fahrgastbeirats Frankfurt, Karin Ruf, Kristine Schaal und Kai Werner, nahm an der Tagung teil und war an den Vorbereitungen aktiv beteiligt.

Die Teilnehmenden des bundesweiten Netzwerks der Fahrgastbeiräte tagten in der Halle 13 der Hamburger Hochbahn AG. Mit im Bild: Senator Anjes Tjarks und HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann (hintere Reihe, 2. und 4. von links) und Landrat Kai Seefried (Landkreis Stade, erste Reihe, 2. von rechts).
Foto: fraffiQ lokale Bagverkehrsgesellschaft
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Das Netzwerk geht auf eine Frankfurter Initiative zurück und Schaal ist zudem Mitglied in dessen fünfköpfigen Organisationsteam.

„Ich freue mich, engagierte Fahrgastbeiräte aus ganz Deutschland in Hamburg begrüßen zu können“, sagte HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann. „Sie tragen als praxisnahe Kenner wesentlich zu einem besseren ÖPNV bei.“

Prof. Tom Reinhold, Geschäftsführer der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiQ, unterstützt den ehrenamtlichen Einsatz des Frankfurter Fahrgastbeirats: „Der Fahrgastbeirat teilt unser Engagement, den öffentlichen Nahverkehr als Beitrag zur Mobilitätswende auszubauen. Mit seinem klaren Blick aus der Kundenperspektive stellt er unsere Planungen immer wieder auf den Prüfstand und verbessert sie so.“

Höhepunkt der Tagung waren der Vortrag von und die Podiumsdiskussion mit Senator Anjes Tjarks, dem Präses der Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. Tjarks skizzierte knapp und prägnant den Weg, den die Freie und Hansestadt Hamburg eingeschlagen hat, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

Natürlich dominierte auch die Frage um die Nachfolge des 9-Euro-Tickets die engagierte Diskussion unter den Beiratsvertreterinnen und –vertretern. Die Teilnehmenden bewerteten das Tickets aufgrund des günstigen Preises positiv, vor allem aber da damit erstmals in Deutschland Tarifhürden und –grenzen bundesweit aufgehoben wurden. „Das 9-Euro-Ticket brachte eine ungeahnte Aufmerksamkeit für den ÖPNV“, stellte Gerald List, Sprecher des HVV-Fahrgastbeirats fest. „Dieses Momentum gilt es nun zu nutzen!“ Die versammelten Beiräte plädierten mit klarer Mehrheit für die Einführung eines Nachfolgetickets mit einer bundesweiten Gültigkeit zu einem Preis deutlich unter dem vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen ins Gespräch gebrachten 69 Euro.

Auf der Tagung verabschiedeten die Beiräte die in einer Arbeitsgruppe entwickelten Empfehlungen für die Einrichtung von Fahrgastbeiräten. An dieser hat auch die Frankfurterin Karin Ruf mitgearbeitet. Das Netzwerk fordert verpflichtende gesetzliche Regelungen zur Einrichtung von Fahrgastbeiräten im Personenbeförderungsgesetz oder in den ÖPNV-Gesetzen der Länder. Darüber hinaus sollen Fahrgastbeiräte bei der Aufstellung von Nahverkehrsplänen als Träger öffentlicher Belange anerkannt werden.

Die nächste Tagung des bundesweiten Netzwerks der Fahrgastbeiräte wird am 6. und 7. Oktober 2023 vom Fahrgastbeirat der HAVAG in Halle/Saale ausgerichtet. Weitere Informationen über das Netzwerk gibt es unter fahrgastbeiräte.de. (ffm)