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Letzte Aktualisierung: 10.12.2019

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Ist Wohnen in Hessen teurer geworden?

von Helmut Poppe

(28.11.2019) Preise für den Bereich „Wohnen“ steigen 2018 gegenüber 2015 um 2,6 Prozent Höhere Preise zu zahlen für Wohnungsnebenkosten sowie Instandhaltungen und Reparaturen Preise für Haushaltsenergie sinken um 1,8 Prozent

Wohnen Preisveraenderung Hessen 2018 zu 2015
Foto: Statistik Hessen
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Mit Hilfe der Verbraucherpreise lässt sich die Frage beantworten, um wie viel das Wohnen in den vergangenen 4 Jahren teurer geworden ist. In Hessen mussten im Jahr 2018 für den Bereich „Wohnen“ durchschnittlich 2,6 Prozent höhere Preise gezahlt werden als im Basisjahr 2015. Der Verbraucherpreisindex insgesamt stieg im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, umfasst der Bereich „Wohnen“ in der Verbraucherpreisstatistik die Nettokaltmieten, die Wohnungsnebenkosten, die Preise für Haushaltsenergie sowie für Instandhaltungen und Reparaturen. Beim Vergleich der Preisentwicklung in den einzelnen Kategorien zeigen sich Unterschiede. Die Nettokaltmieten stiegen im Jahr 2018 im Vergleich zu 2015 um 4,2 Prozent.

Haushaltsenergie

Die Preise für Haushaltsenergie (Strom, Gas u. a. Brennstoffe) sanken in Hessen 2018 gegenüber 2015 um 1,8 Prozent. Diese Position beinhaltet neben Strom auch Heizöl und Gas. Gas (einschließlich Umlage) war 2018 in Hessen um 7,3 Prozent günstiger als 2015, Fernwärme um 12,8 Prozent. Für Heizöl (einschließlich Umlage) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Jahr 2018 um 5,9 Prozent höhere Preise zahlen als 2015. Die Heizölpreise schwankten aber in den Zwischenjahren: Sie sanken im Jahr 2016 um 19,6 Prozent gegenüber 2015 und stiegen in den folgenden Jahren wieder an. Strom war 2018 um 2,2 Prozent teurer als 2015, nachdem die Preise 2016 zunächst um 0,7 Prozent gesunken waren.

Wohnungsnebenkosten

Die „kalten Wohnungsnebenkosten“ waren in Hessen 2018 durchschnittlich 1,4 Prozent höher als 2015. Sie beinhalten die Preise für die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung und die Müllabfuhr. Die Wasserversorgung war 2018 um 2,8 Prozent teurer als 2015, bei einem deutlichen Anstieg der Preise um 2,5 Prozent von 2017 auf 2018. Auch für verschiedene andere Dienstleistungen in diesem Bereich mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 2018 im Durchschnitt um 3,2 Prozent höhere Preise zahlen als 2015, darunter beispielsweise für Gartenpflegearbeiten (plus 8,9 Prozent) und die Straßenreinigung (plus 3,8 Prozent). Die Abwasserentsorgung (minus 3,4 Prozent) und die Gebühren für die Müllabfuhr (minus 0,6 Prozent) waren 2018 gegenüber 2015 günstiger.

Instandhaltung und Reparatur

Für Instandhaltung und Reparaturen von Wohnungen oder Wohnhäusern mussten Hessinnen und Hessen 2018 im Durchschnitt um 6,6 Prozent höhere Preise zahlen als 2015. Dabei verteuerten sich die Dienstleistungen für Instandhaltung und Reparatur der Wohnung in diesem Zeitraum um 9,5 Prozent. Dazu zählen zum Beispiel Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen, Elektrikerarbeiten oder Tischlerarbeiten. Die Preise für Erzeugnisse für die Instandhaltung und die Reparatur der Wohnung, wie Farben, Laminat, Tapeten, Türen und Fenster, waren 2018 im Durchschnitt um 2,3 Prozent teurer als 2015.

Hinweise

Der Verbraucherpreisindex wird auf der Indexbasis 2015 = 100 berechnet. Dieser Berechnung liegen Wägungsschemata zugrunde, die die Verbrauchsbedeutungen im Basisjahr 2015 widerspiegeln. Aktuelle Daten der Verbraucherpreisstatistik in Hessen stehen auf der Internetseite des Hessischen Statistischen Landesamts bereit. (HSL)