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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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ISG zeigt Kunstausstellung Thomas Werner: WandBild (für Jerg)

von Ilse Romahn

(06.10.2021) Bis 3. Juli 2022 zeigt das Institut für Stadtgeschichte in seinem Foyer die Ausstellung „Thomas Werner: WandBild (für Jerg)“. Das großformatige Wandbild, bestehend aus neun einzelnen, nahezu quadratischen Bildern wurde eigens für das Karmeliterkloster von Thomas Werner angefertigt. Das Kunstwerk nimmt Bezug auf die Dauerausstellung „Jörg Ratgeb (um 1480-1526): Die Wandbilder im Karmeliterkloster.“

„Welche Freude für uns alle, dass Thomas Werner für das Karmeliterkloster ein Werk gestaltet hat, das sich mit dem visuellen Erbe dieses Ortes auseinandersetzt: die von Jörg Ratgeb vor genau 500 Jahren geschaffenen Wandmalereien“, eröffnete Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, die Ausstellung.

Der in Frankfurt lebende Künstler Werner kombinierte für sein Wandbild Details aus Jörg Ratgebs Bilderzyklus im Karmeliterkloster mit modernen Motiven und erschuf ein Bild mit warmen, lebendigen und leuchtenden Farben. „Er hat damit ein zeitgenössisches Bild im Zwiegespräch mit Ratgebs Wandmalereien geschaffen, das sich ganz wunderbar in das Karmeliterkloster fügt“, so Franziska Kiermeier, Leiterin der Abteilung Zeitgeschichte und Gedenken im Institut für Stadtgeschichte, die die Idee zur Ausstellung hatte und die Umsetzung begleitete. Von 1514 bis 1521 schmückten Ratgeb (um 1480 bis 1526) und seine Werkstatt den gerade erweiterten Kreuzgang des Klosters mit der Heilsgeschichte und das Refektorium mit Motiven der Ordensgeschichte aus. Sie gelten als die bedeutendsten vorbarocken Wandmalereien nördlich der Alpen.

In seinen Werken montiert Thomas Werner Motive aus dem Alltag, aus dem Internet und aus Printmedien zusammen mit abstrakten Elementen, um ein neues Bild und eine neue Bedeutung zu erzeugen. „Thomas Werner stellt sich in seinem Werk den grundlegenden Fragen nach dem Verhältnis zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen digitalen und analogen Bildern“, so die Kuratorin der neuen Kunstausstellung Adela Demetja. In seinem Werk gibt es grundsätzlich beides, die figürliche und die ungegenständlich abstrakte Herangehensweise, beides kommt auch in seinem „WandBild“ zum Tragen.

Thomas Werner wurde 1957 in Neu-Ulm geboren und wuchs in Ulm auf. Nach einer Lehre als Farblithograph studierte er von 1978 bis 1983 an der Kunstakademie Karlsruhe bei Prof. Georg Baselitz. Danach lebte er für drei Jahre in West-Berlin. Ende 1986 zog er nach Frankfurt. Zentrale Ausstellungen von Thomas Werner fanden unter anderem 1990 im Kunstverein Karlsruhe, 1994 in der Kunsthalle St. Gallen, 1999 im Kunstverein Freiburg, 2000 in der Kunsthalle Winterthur, 2003 im Frankfurter Kunstverein (deutschemalereizweitausenddrei), 2005 im Martin Gropius Bau Berlin, 2017 im Museum Wiesbaden sowie seit 1989 in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Frankfurter Galerie Bärbel Grässlin statt.

Begleitprogramm zur Ausstellung
Es werden regelmäßige Führungen durch die Ausstellung mit der Kuratorin angeboten, die 6 € (ermäßigt 3 €) kosten. Die erste Führung findet am Samstag, dem 18. Dezember 2021, um 15 Uhr statt. Weitere Führungen folgen am 19. Februar 2022, 21. Mai 2022 und 2. Juli 2022 jeweils um 15 Uhr sowie zur Nacht der Museen.

Zur Ausstellung ist ein Kunstband gestaltet worden, der das WandBild zum Herausfalten sowie weitere Erläuterungen zum Kunstwerk und biographische Informationen bietet. Das Buch ist im Institut für Stadtgeschichte zum Preis von 5 € erhältlich.

Weitere Informationen unter www.stadtgeschichte-ffm.de.