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Internationales Frauentheaterfestival

Vom 14. bis 20. September verwandelt sich das Kulturgelände von protagon e.V. im Frankfurter Osten in einen besonderen Begegnungsraum: Das Internationale FrauenTheaterfestival feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen mit einer Woche Theater, Performances, Tanz, Livemusik, Videokunst, Ausstellungen, Workshops, Gesprächen und einem Programm für Kinder – gemacht von Frauen, offen für alle Menschen.

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„Farra" von DANZANKO Collective
Foto: © Susu Rachiadi

Seit zehn Jahren wird das Festival von Künstlerinnen getragen, die es mit ihrer Arbeit aufgebaut, geprägt und am Leben gehalten haben – aus einer Idee wurde ein festes jährliches Festival, das einzige dieser Art in Deutschland. Die Jubiläumsausgabe ist zugleich ein Dankeschön an diese Künstlerinnen und ihre Arbeit über die Jahre.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe steht das Thema feministische Demokratie: Wie hängen Mitbestimmung, Gleichberechtigung und Macht zusammen? Das Festival blickt dabei auf viele verschiedene Lebensrealitäten – auf Geschlecht, Herkunft, Klasse und Macht – und fragt, wie demokratische Räume gerechter und vielfältiger werden können. Die Künstlerinnen machen Demokratie durch Kunst erlebbar und zeigen neue Wege für Teilhabe, Fürsorge und Widerstandskraft. Das Festival will feministische Friedenskultur stärken und queeren, antirassistischen sowie dekolonialen Perspektiven eine Bühne geben. Das Festival ist Teil des Magdalena-Projekts, eines internationalen Netzwerks für Frauen im zeitgenössischen Theater. 

Ein inhaltliches Highlight der Jubiläumsausgabe ist die Fortführung von Blue Lab: Das interdisziplinäre Kunst-, Wissenschafts- und Umweltprojekt bildete im Sommer den inhaltlichen Schwerpunkt der 25. Sommerwerft und wird nun um eine ökofeministische Perspektive erweitert. Unter dem Titel „Blue Lab – Diversity" verbindet das Festival Fragen von Geschlechtergerechtigkeit mit dem Konzept der Ocean Literacy – dem Wissen um die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch und Ozean und die Fähigkeit, danach zu handeln. 

Ein zweitägiges Symposium zum Festivalthema findet in Partnerschaft mit dem Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung der Goethe-Universität Frankfurt bei protagon e.V. statt. Dort kommen Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen mit dem Publikum ins Gespräch. 

Die Workshops sind für Frauen und Mädchen und kosten eine Anmeldegebühr. Der Eintritt zu allen anderen Veranstaltungen ist auf freiwilliger Spendenbasis für alle Menschen offen. Ein Awareness-Konzept, Kinderbetreuung und ein barrierefreier Zugang gehören selbstverständlich zum Festival dazu.

PROGRAMMHIGHLIGHTS
Montag, 14. September, 21.00 Uhr
„DIASPORA – Eine zeitgenössische Tragödie" von antagon theaterAKTion und Ondadurto Teatro
Das Stück verwandelt Euripides' „Die Troerinnen" in eine Geschichte über Krieg, Vertreibung und Migration – erzählt aus der Perspektive von Frauen*, Geflüchteten und Unbeteiligten, in einer Sprache aus Tanz, physischem Theater und Live-Musik.

Mittwoch, 16. September, ab 19.00 Uhr  „Blue Lab – Diversity"
Blue Lab setzt sein Programm fort und gestaltet den ökofeministischen Teil des Festivals. Als von der UNESCO-IOC im Rahmen der UN-Ozeandekade anerkannte Initiative und Unterzeichnerin der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters" bringt der Abend Feminismus und Ocean Literacy zusammen: mit dem Film „Women from the Sea" von Raquel Clemente Martins sowie einem Gespräch mit Prof. Dr. Ciane Fernandes (Professorin für Darstellende Kunst mit Schwerpunkt Ökoperformance) und der Meeresbiologin Giovanna Dante.

Donnerstag, 17. September, ab 20.00 Uhr – Feminist Queer Visibility
„Female World Music" – Konzert mit KICK LA LUNA
Als Teil der Abschiedstournee von Perkussionistin Anne Breick

„DOMINA" – Ondadurto Teatro
Das Stück verbindet Oper und physisches Theater zu einer ortsspezifischen Produktion, die Verdis große Frauenfiguren – aus „La Traviata", „Otello", „Macbeth" und „Aida" – aus queerer Perspektive neu erzählt.

Freitag, 18. September, 21.00 Uhr „FARRA" – DANZANKO Collective
Eine poetisch-experimentelle Stelzenperformance über die vielen Gesichter der Weiblichkeit – verspielt, vielstimmig und voller Selbstironie.

Freitag, 18. September, 16.00–18.00 Uhr und Samstag, 19. September, 14.00–17.00 Uhr
Symposium – „Feministische Demokratie"
Das Symposium öffnet einen Raum für Fragen, Perspektiven und Gespräche zwischen Kunst, Wissenschaft und Aktivismus.

Samstag, 19. September, 20.30 Uhr  „I MALTAGLIATI" mit Sandra Pasini  Die Solo-Performance ist inspiriert von den Gedichten Beatrice Bugellis, einer analphabetischen Schäferin aus der Toskana des 19. Jahrhunderts. In einer traditionellen italienischen Küche, mit Tomatensauce auf dem Herd, verbindet Sandra Pasinis kraftvoller Gesang Poesie und Widerstand.

Weitere Informationen und das vollständige Programm auf der Festival-Website: www.iftf-frankfurt.com