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Letzte Aktualisierung: 31.05.2020

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Internationaler Tag der Biodiversität am 22. Mai

von Ilse Romahn

(22.05.2020) Fledermäuse beobachten, gemeinsam Sensen und Dengeln erlernen, die Stadtwildnis erleben, Vögel beringen – alle das und vieles mehr hätte die BioFrankfurt-Aktionswoche in diesem Jahr Naturfreunden jeden Alters geboten.

Coronabedingt kann die Naturerlebniswoche, die seit vielen Jahren rund um den Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt gefeiert wird und fester Bestandteil des Frühjahrs in Frankfurt und Umgebung ist, in diesem Jahr nicht stattfinden. Doch das ändert nichts daran, dass alle beteiligten Partner trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Pandemie in diesem Frühling ganz besonderen Wert darauf legen, den Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

„Der Schutz der Biologischen Vielfalt darf keine Pause machen, nur weil gesellschaftlich aktuell andere Themen dominieren", betont Peter Dommermuth, Leiter des Frankfurter Umweltamts und Vorsitzender von BioFrankfurt. „Gerade jetzt haben wir auch die Chance, die Natur vor unserer eigenen Haustür wieder in ganz besonderem Maß wertschätzen zu lernen, besonders im Hinblick darauf, dass ferne Reiseziele vorerst nicht für uns erreichbar sein werden. Jetzt heißt es: Den Frühling genießen, so gut es geht und dabei auch stets den Blick darauf richten, wie enorm wichtig eine intakte Natur für unser aller Wohlbefinden ist", so Dommermuth.

„Nur, was im Kleinen funktioniert, kann auch im Großen angewandt werden", betont auch Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und zweiter Vorsitzender von BioFrankfurt. „Wenn die Menschen einen bewussten Umgang mit der Natur in ihrem eigenen Umfeld pflegen, kann das auch den Naturschutz weltweit stärken". Und wie essentiell das ist, zeigt uns die aktuelle Lage auf ganz besondere Weise: Auch, wenn derzeit noch nicht sicher gesagt werden kann, welchen Ursprung das neue Coronavirus hat, bleibt eines klar: Die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen weltweit sowie die Abnahme der Vielfalt an Arten, Genen und Lebensräumen erhöhen die Gefahr von Epidemien. „Dort, wo sich Arten plötzlich einen Lebensraum teilen müssen, die das natürlicherweise nicht tun würden, ist ein idealer Nährboden für eine speziesübergreifende Ausbreitung von Krankheitserregern vorhanden. Viele renommierte Wissenschaftler warnen zu Recht schon lange vor dem zunehmenden Risiko, das hierdurch auch für den Menschen entsteht", erläutert Schenck.

Das MainÄppelHaus Lohrberg, der Palmengarten, Senckenberg, die Hessische Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie, das Projekt „Städte wagen Wildnis" sowie der BUND Kreisverband Frankfurt gehören neben vielen weiteren zu den langjährigen Partnern der BioFrankfurt-Aktionswoche. Für sie alle ist 2020 auch aus einem anderen Grund ein ganz besonderes Jahr: Nach zehn Jahren endet die „UN Dekade Biologische Vielfalt", die weltweit die Förderung der Biodiversität zum Ziel hatte. Mit Spannung wird daher die 15. Weltnaturschutzkonferenz erwartet, die im kommenden Jahr in China stattfinden und den weiteren Weg zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention ebnen soll.

Auch wenn in diesem Jahr die Aktionswoche nicht wie gewohnt durchgeführt werden kann – alle an der ursprünglich geplanten Naturerlebniswoche beteiligten Institutionen lassen auch in diesen Zeiten nicht in ihrem Einsatz für die Biologische Vielfalt nach und freuen sich schon jetzt darauf, die Besucherinnen und Besucher wieder begrüßen zu dürfen, sobald es die aktuelle Situation zulässt. Und wir alle werden die Natur, die wir dort erleben können, dann sicher umso mehr zu schätzen wissen.