Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 28.10.2020

Werbung
Werbung

Institut für Stadtgeschichte stellt digitale Kulturangebote zur Frankfurter Geschichte online

von Ilse Romahn

(03.04.2020) Das Institut für Stadtgeschichte erweitert sein Online-Angebot. Fortan lässt sich die Stadtgeschichte in abwechslungsreichen Online-Beiträgen und virtuellen Einblicken in die aktuelle Ausstellung „Bewegte Zeiten: Frankfurt in den 1960er Jahren“ erlesen und erleben.

„Mit den neuen Inhalten bauen wir unser bisheriges Angebot aus Archivschätzen, digitalen Präsentationen, Portal zur NS-Zeit und Unterrichtsmaterialien nochmals aus“, betont Archivdirektorin Alexandra Lutz. „Wir möchten alle historisch Interessierten dazu einladen, sich auch während der Schließung des Instituts mit den Archivalien und den verschiedensten kulturellen und geschichtlichen Themen zu befassen.“

Die neuen Online-Beiträge auf der Webseite http://www.stadtgeschichte-ffm.de umfassen „Einblicke in Frankfurts Geschichte“ und passend zur aktuellen Ausstellung „Schlaglichter auf die 60er“. „Derzeit stehen bereits ein Dutzend Beiträge bereit, wir werden aber täglich neue Inhalte auf der Webseite ergänzen“, blickt Markus Häfner, Leiter der Abteilung Public Relations, bereits in die Zukunft. Das Themenspektrum umfasst Musik, Kultur und Bauten der 1960er Jahre sowie Wissenswertes, Besonderes und Kurioses aus Frankfurts Geschichte seit dem Mittelalter. „Wer wissen will, wie Frankfurt zu seinen Hausnummern kam, welches Frankfurts älteste Urkunde ist oder welche Strafen Losfälschern im 17. Jahrhundert drohten, wird in den Beiträgen Antworten finden“, umreißt Häfner die Themenvielfalt. „Wir werden noch mehr Aspekte beleuchten. Ein kontinuierlicher Besuch unserer Webseite lohnt sich also immer.“

In mehreren Teilen führen Online-Beiträge durch die Sonderausstellung „Bewegte Zeiten“. Auch diese „Führung“ wird in den kommenden Wochen kontinuierlich fortgesetzt. In den 1960er Jahren veränderten sich Deutschland und die Welt rasant. Bundes- und weltpolitische Umbrüche zeigten sich in Frankfurt wie unter einem Brennglas. Die Ausstellung zeigt 25 Ereignisse, Entwicklungen und Entscheidungen in diesem bewegten Jahrzehnt. „Viele dieser Themenfelder werden wir nun online präsentieren und darüber hinaus Hintergrundwissen und interessante Archivquellen vermitteln – so wie wir es in einer Führung vor Ort auch getan hätten“, stellt Kristina Matron von der Presse- und Öffentlichkeitsstelle das Projekt vor.

Die neuen Inhalte ergänzen das bereits bestehende Online-Kulturangebot. In der Rubrik „Archivschätze“ und in zwei digitalen Präsentationen stellt das Institut für Stadtgeschichte besondere Archivalien, Nachlässe und Bilder aus seinen Beständen vor. Mit dem 1366 ausgefertigten Frankfurter Exemplar der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. von 1356 verwahrt das Institut ein herausragendes Verfassungsdokument zur deutschen Geschichte, welches 2013 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Über die Webseite des Instituts für Stadtgeschichte lässt sich das digitalisierte Original der Goldenen Bulle erleben und die lateinische Übertragung, eine moderne deutsche Übersetzung, die frühneuhochdeutsche Frankfurter Übersetzung von 1371 oder eine englische Übersetzung aufrufen. Zudem können Webseitenbesucher in den digitalisierten Ausgaben der 1926 bis 1931 erschienenen Zeitschrift „Das Neue Frankfurt“ blättern, die dieses berühmt gewordene Frankfurter Bauprojekt der zweiten Hälfte der 1920er Jahre beleuchtet. Kleinere Archivschätze zeigen die Vielfalt des Archivguts, so unter anderem Listen der 1933 entlassenen Mitarbeiter der Stadt Frankfurt.

Noch tiefer in die Geschichte des Nationalsozialismus einzutauchen, ermöglicht das vom Institut bereitgestellte Portal http://www.frankfurt1933-1945.de im Internet. „Hier wird das sich ständig erweiternde Wissen über die Geschichte Frankfurts im Nationalsozialismus gespeichert. Es sind mehr als 600 reichhaltig bebilderte Artikel sowie ergänzende Audio- und Videodokumente zu mehreren Themenbereichen abrufbar“, erläutert Franziska Kiermeier, Leiterin der Abteilung Zeitgeschichte und Gedenken, den Inhalt des Portals.

Insbesondere für Lehrkräfte, aber auch zum Selbstlernen, bietet das Institut Unterrichtsmaterialien zum freien Download an. Mit diesen Materialien und Quellen zu ausgewählten Themen der Frankfurter Historie will das Institut einen Anreiz schaffen, forschendes Lernen und die Geschichte der eigenen Heimatstadt zu einem größeren Teil des Geschichtsunterrichts zu machen. Die Materialien dienen als Ergänzung zum Schulbuch, sind auf das aktuelle Kerncurriculum abgestimmt und ermöglichen Schülern eine erste Annäherung an das archivalische Arbeiten. Jede Einheit umfasst ausgewählte digitalisierte Quellen aus den Archivbeständen, eine Einordnung in den historischen Kontext, didaktische Überlegungen zum Einsatz der Quellen im Unterricht, mögliche Lernziele und Aufgabenstellungen sowie eine Auswahl an weiterführender Literatur und Verweise auf zusätzliche Dokumente.

Auf den Facebook- und Twitter-Kanälen des Instituts finden sich täglich Ereignisse aus der Stadtchronik und weitere Einblicke hinter die Kulissen eines der größten und bedeutendsten Kommunalarchive. „Wir planen zudem, unser Social-Media-Angebot um Instagram zu erweitern, um unsere Ausstellungen, Veranstaltungen und Archivschätze weiteren Zielgruppen visuell präsentieren zu können“, kündigt Matron an. (ffm)