Inklusion in den Berufsschulen vorantreiben, Kleinbetriebe besser unterstützen
VdK-Landeskonferenz für Menschen mit Behinderungen
Die zentrale Herausforderung: Wie kann es gelingen, mehr Menschen mit Behinderungen in Arbeit zu bringen?
Die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen in Deutschland ist mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote (2016: 12,4 % bzw. 6,1 %). 2017 waren in Hessen 12.210 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet gewesen – der niedrigste Stand der vergangenen fünf Jahre, verglichen mit 2007 (10.752) aber eine starke Zunahme.
Angesichts dieses Befunds fordert der VdK Hessen-Thüringen verstärkte Anstrengungen, um mehr Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Vor allem bei der Berufsausbildung sehen wir deutliche Verbesserungsmöglichkeiten", sagt der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann. „Wenn die gute Konjunktur auch den schwerbehinderten Menschen zugutekommen soll, muss die Inklusion in den Berufsschulen vorangetrieben werden, und Kleinbetriebe müssen bei der Ausbildung und dauerhaften Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen besser unterstützt werden."
Im Einzelnen fordert der VdK-Landesvorsitzende eine bessere Ausstattung der Berufsschulen und eine den Erfordernissen angemessene Schulung der Lehrer. „ei der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sollten inklusionsspezifische Inhalte größeren Raum einnehmen, Schulen und Unterrichtsmaterial müssen barrierefrei sein", betont Weimann. Damit Kleinbetriebe – immerhin 90 Prozent der rund 285.000 registrierten Unternehmen in Hessen – mehr Menschen mit Behinderungen beschäftigen, gebe es zwei erfolgversprechende Ansatzpunkte. „um einen brauchen diese Betriebe Unterstützung bei der Ausbildung von Menschen mit Behinderungen, vor allem bei der erforderlichen Reha-pädagogischen Zusatzqualifikation", so Weimann. Zum anderen müssten die beteiligten Akteure, wie Handwerkskammern, Jobcenter und Integrationsämter, stärker vernetzt sein, damit Betroffene und kleine Betriebe besser zusammenfinden. „Die hessische Landesregierung muss dazu strukturierte und aufeinander abgestimmte Prozesse gewährleisten", fordert Weimann. Eine Forderung, der die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf der VdK-Landeskonferenz geschlossen zustimmten.
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