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Letzte Aktualisierung: 29.05.2020

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Inflationsrate sinkt im April auf 0,8 Prozent

von Helmut Poppe

(15.05.2020) Die Verbraucherpreise sind im April gegenüber März 2020 um 0,5 Prozent gestiegen, wobei die Preisentwicklung bei Kraftstoffen und Heizöl die Inflation deutlich dämpft. Allerdfings steigen die Preise für Fleisch und Fleischwaren sowie für Obst und Gemüse überdurchschnittlich.

Verbraucherpreisindex Hessen Auszug
Foto: HSL
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Im April 2020 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, war dies der geringste Anstieg in Hessen seit November 2016 (plus 0,7 Prozent). Im März und Februar 2020 hatte die Inflationsrate bei 1,2 Prozent bzw. 1,9 Prozent gelegen. Die Preisentwicklung gegenüber April 2019 war von steigenden Nahrungsmittelpreisen und vom Preisrückgang für Mineralölprodukte geprägt. Im Vergleich zum März 2020 stieg das Niveau der Verbraucherpreise im April um 0,5 Prozent.

Preise für Energie

Die Preise für Energie sanken im April 2020 um 2,6 Prozent im Vergleich zum März 2020. Kraftstoffe kosteten 7,5 Prozent weniger, Heizöl 0,3 Prozent mehr als im Vormonat. Die Preise für Erdgas und Strom blieben gegenüber März durchschnittlich unverändert.

Gegenüber April 2019 war Energie im April 2020 um 6,6 Prozent günstiger. Infolge des seit Jahresbeginn sinkenden Ölpreises auf dem Weltmarkt sanken die Preise für Heizöl um 24,9 Prozent und für Kraftstoffe um 16,5 Prozent. Für Erdgas (plus 3,5 Prozent) und Strom (plus 3,1 Prozent) zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher dagegen höhere Preise als im Vorjahr.

Die sinkenden Preise für Energie schwächten die Inflation deutlich ab. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im April 2020 in Hessen bei 1,5 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Das Niveau der Nahrungsmittelpreise lag im April 2020 um 1,4 Prozent über dem Niveau von März 2020. Teurer gegenüber dem Vormonat waren Gemüse um 7,2 Prozent, Obst um 1,9 Prozent sowie Fleisch und Fleischwaren um 0,7 Prozent. Auch für Speisefette und -öle (plus 1,5 Prozent, darunter Butter: plus 1,9 Prozent) sowie für Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,7 Prozent) wurden binnen Monatsfrist höhere Preise gezahlt.

Gegenüber April 2019 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im April überdurchschnittlich um 5,6 Prozent. Fleisch und Fleischwaren kosteten 10,8 Prozent mehr als vor einem Jahr, darunter stiegen die Preise für Fleisch- und Wurstwaren um 15,3 Prozent sowie für Schweinefleisch um 13,0 Prozent. Obst war 14,0 Prozent und Gemüse 8,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Brot und Getreideerzeugnisse kosteten durchschnittlich 2,5 Prozent mehr.

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt blieben im April gegenüber März 2020 unverändert und stiegen gegenüber April 2019 um 0,1 Prozent. Gebrauchsgüter waren 0,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Die Preise für Verbrauchsgüter blieben unverändert. Im Bereich der langlebigen Gebrauchsgüter verteuerten sich unter anderem Personenkraftwagen um 2,1 Prozent sowie Haushaltsgroßgeräte um 0,8 Prozent. Weniger zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem für Telefone (minus 6,1 Prozent) und Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 3,5 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im April 2020 um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 1,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum April 2019 verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 4,5 Prozent, die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 2,7 Prozent und Versicherungsdienstleistungen um 1,6 Prozent. Telekommunikationsdienstleistungen waren um 0,7 Prozent günstiger.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im April um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum April 2019 mussten Mieterinnen und Mieter 1,7 Prozent mehr bezahlen.

Hinweise zur Datenqualität:

Aufgrund der Corona-Pandemie war die Preiserhebung vor Ort in vielen Geschäften nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Preiserhebung im Bereich der Nahrungsmittel erfolgte in Hessen weitgehend regulär vor Ort. Bestimmte Produkte durften im April nicht angeboten werden, wie zum Beispiel Friseur- oder Gaststättendienstleistungen. Eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen war allerdings nicht von den oben genannten Einschränkungen betroffen, so zum Beispiel die Erhebung der Mieten oder von Energieprodukten, die zusammen 30,0 Prozent der Konsumausgaben privater Haushalte ausmachen. Die Qualität der Gesamtergebnisse ist weiterhin gewährleistet. (HSL)