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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Inflationsrate erreicht die 4-Prozent-Marke

von Helmut Poppe

(01.10.2021) Die Verbraucherpreise in Hessen sind im September 2021 um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Die Inflationsrate ist weiterhin durch Basiseffekte geprägt, die sich durch die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer sowie die niedrigen Mineralölpreise in der zweiten Jahreshälfte 2020 ergeben. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich das Niveau der Verbraucherpreise im September 2021 geringfügig um durchschnittlich 0,1 Prozent.

Die Verbraucherpreise in Hessen sind im September 2021 um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die Inflationsrate ist weiterhin durch Basiseffekte geprägt, die sich durch die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer sowie die niedrigen Mineralölpreise in der zweiten Jahreshälfte 2020 ergeben. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich das Niveau der Verbraucherpreise im September 2021 geringfügig um durchschnittlich 0,1 Prozent.
Im September 2021 lag die Inflationsrate – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – in Hessen bei 4,0 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im August 2021 bei 3,7 Prozent und im Juli 2021 bei 3,4 Prozent gelegen.

Die Inflationsrate im September 2021 ist wesentlich auf sogenannte Basiseffekte zurückzuführen, die bereits in den vorangegangenen Monaten August und Juli 2021 für hohe Inflationsraten gesorgt hatten: Im Juli 2020 hatte der Bundesgesetzgeber die Mehrwertsteuer temporär bis zum Jahresende gesenkt, wodurch sich im zweiten Halbjahr 2020 ein deutlich geringeres Preisniveau ergab. Zudem waren die Preise für Kraftstoffe und Heizöl im zweiten Halbjahr 2020 – auch aufgrund geringer Rohölpreise auf dem Weltmarkt – sehr niedrig und weisen damit einen erheblichen Preisabstand zu den aktuellen Preisen auf. Die aktuellen Jahresteuerungsraten fallen dadurch entsprechend höher aus. Diese Effekte werden die monatlichen Inflationsraten voraussichtlich im gesamten zweiten Halbjahr 2021 prägen. Im Vergleich zum August 2021 stiegen die Verbraucherpreise im September 2021 nur leicht um 0,1 Prozent.

Preise für Energie

Im September 2021 verteuerten sich Energie im Vergleich zum August 2021 insgesamt um 1,6 Prozent und Kraftstoffe um 1,3 Prozent. Gestiegen gegenüber dem Vormonat sind auch die Preise für Heizöl (plus 5,1 Prozent), Erdgas (plus 2,8) und Strom (plus 1,4 Prozent).

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Preise für Energie im September 2021 um 16,3 Prozent. Insbesondere verteuerten sich binnen Jahresfrist Heizöl um 79,9 Prozent und Kraftstoffe um 30,3 Prozent. Höhere Preise mussten Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem für Erdgas (plus 8,6 Prozent) und für Strom (plus 4,5 Prozent) bezahlen.

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im September 2021 in Hessen bei 2,7 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Verbraucherinnen und Verbraucher mussten in Hessen im September 2021 durchschnittlich 0,1 Prozent weniger für Nahrungsmittel ausgeben als im August 2021. Günstiger im Vergleich zum Vormonat waren insbesondere Butter (minus 2,2 Prozent), Speisefette und -öle (minus 0,7 Prozent), Gemüse (minus 0,7 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Eier (minus 0,3 Prozent). Teurer im Vergleich zum August 2021 waren im September 2021 Obst (plus 0,6 Prozent), Brot- und Getreideerzeugnisse (plus 0,4 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 0,2 Prozent).

Im September 2021 stiegen die Preise für Nahrungsmittel gegenüber September 2020 um 4,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist eine deutliche Verteuerung bei Gemüse (plus 11,1 Prozent), Speisefetten und -ölen (plus 7,5 Prozent) sowie bei Molkereiprodukten und Eiern (plus 4,5 Prozent) zu verzeichnen. Ebenso erhöhten sich gegenüber September 2020 die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse um 3,8 Prozent sowie für Obst um 3,3 Prozent.

Preise für Waren

Insgesamt stiegen die Preise für Waren im September 2021 gegenüber August 2021 um 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich Waren um 6,3 Prozent. Die Preiserhöhung gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich von steigenden Preisen für Verbrauchsgüter (plus 7,9 Prozent) bestimmt. Gebrauchsgüter waren im September 2021 um 3,7 Prozent teurer als im September 2020.

Höhere Preise gegenüber dem Vorjahresmonat mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im September 2021 beispielsweise für Personenkraftwagen (plus 6,3 Prozent) und Bekleidungsartikel (plus 3,5 Prozent) zahlen. Raucherinnen und Raucher mussten in Hessen im Vergleich zu September 2020 für Tabakwaren durchschnittlich 1,9 Prozent mehr Geld ausgeben.

Auch im Bereich der langlebigen Gebrauchsgüter gab es gegenüber dem Vorjahresmonat Preiserhöhungen, beispielsweise für Möbel und Leuchten (plus 4,0 Prozent), für Haushaltsgroßgeräte (plus 2,8 Prozent) sowie für Mobiltelefone (plus 1,0 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) sank im September 2021 gegenüber August 2021 um 1,1 Prozent. Gegenüber September 2020 stieg es um 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuerten sich Wartungen und Reparaturen von Fahrzeugen um 5,0 Prozent sowie Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 4,7 Prozent. Die Preise für Gaststättendienstleistungen stiegen binnen Jahresfrist durchschnittlich um 3,3 Prozent und für Telekommunikationsdienstleistungen um 1,5 Prozent.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) stiegen im September 2021 gegenüber dem Vormonat leicht an (plus 0,1 Prozent). Im Vergleich zum September 2020 mussten Mieterinnen und Mieter 1,2 Prozent mehr bezahlen.

Hinweise:

Der Basiseffekt beschreibt den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunkts (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Er spielt insbesondere bei der Interpretation von Veränderungsraten eine Rolle. Die Höhe der monatlichen Inflationsrate hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (starken) Preisrückgang, so wird die aktuelle Inflationsrate tendenziell höher ausfallen.

Ein solcher Rückgang des Preisniveaus war im zweiten Halbjahr 2020 zum Beispiel in Folge der temporären Mehrwertsteuersenkung zu beobachten. Um der deutschen Wirtschaft in der Corona-Krise neuen Schub zu geben, hatte der Bundesgesetzgeber die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 heruntergesetzt. Der reguläre Steuersatz sank dabei von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent.

Die exakte Auswirkung dieser Steuersenkung auf die Inflationsrate ist nicht separat quantifizierbar, da die Entwicklung der einzelnen Preise grundsätzlich auch von vielen anderen Einflussfaktoren wie zum Beispiel von der Nachfrage bzw. Verfügbarkeit bestimmt ist.

Durch die Corona-Pandemie ergaben sich im September 2021 nahezu keine Einschränkungen bei der Preiserhebung.

(HSL)