Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 18.01.2021

Werbung
Werbung

Immobilienmarkt im Rhein-Main-Gebiet: Mit welchen Preisentwicklungen ist zu rechnen?

von Bernd Bauschmann

(04.01.2021) Rund 5,7 Millionen Menschen leben aktuell im Rhein-Main-Gebiet. 750.000 davon in Frankfurt und 2,5 Millionen im umliegenden Ballungsraum. Frankfurt hat wirtschaftlich einiges zu bieten und gilt als einer der bedeutendsten Finanzplätze der Welt. Kein Wunder, dass die hessische Stadt regelmäßig weit oben im Ranking der lebenswertesten Städte landet. Wegen dieser großen Nachfrage sind die Immobilienpreise im Rhein-Main-Gebiet kontinuierlich angestiegen. Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren anhalten wird.

Bildergalerie
Die Immobilienpreise im Rhein-Main-Gebiet sind in den letzten Jahren stark angestiegen.
Foto: Pixabay/Leonhard Niederwimmer
***
Symbolfoto
Foto: Pixabay/PhotoMix
***

Entwicklung der Wohnpreise der letzten 5 Jahre
In den letzten Jahren zeigten die Immobilienpreise im Rhein-Main-Gebiet von wenigen Ausnahmen abgesehen nur in eine Richtung: nach oben. Das gilt insbesondere für die Preise von Wohnungen in sehr guter Lage. Diese sind von rund 5.300 €/m² in 2014 auf 6.465 €/m² in 2020 gestiegen. Immobilien in guter Lage hatten Mitte 2017 ein Rekordhoch bei den Preisen. Hier musste fast genauso viel pro Quadratmeter bezahlt werden wie für Wohnungen in sehr guter Lage. In 2018 hat sich die Situation etwas entspannt, die Preise sind von etwas mehr als 3.000 € aber dennoch auf 4.469 €/m² gestiegen. Eine recht konstante Kurve ist bei den Wohnungen in einfacher Lage festzustellen. Hier sind die Preise zwischen 2014-2020 von etwas mehr als 2.000 € auf 3.616 € angestiegen.

Ähnlich sieht es bei den Hauspreisen in Frankfurt aus. Bekam man eine Immobilie in sehr guter Lage in 2014 noch für etwa 1,1 Millionen Euro, so muss man heute bereits durchschnittlich 1,415 Millionen Euro auf den Tisch legen. Im Bereich der Immobilien in guter Lage hat seit 2017 ein starker Anstieg stattgefunden. Kostete eine solche Immobilie in 2014 noch rund 750.000 Euro, so müssen mittlerweile 955.000 Euro bezahlt werden. Eine Immobilie in einfacher Lage ist heutzutage für 560.000 € zu haben und kostete 2014 rund 450.000 €. Hier ist der Anstieg der Preise am Immobilienmarkt also am wenigsten deutlich zu sehen.

Wohnung verkaufen
Wer eine Immobilie in 2014 gekauft hat und diese jetzt verkauft, hat bereits ein exzellentes Geschäft gemacht. Allerdings könnte sich Geduld noch weiter auszahlen. Die Beliebtheit von Frankfurt ist ungebrochen und es ist davon auszugehen, dass die Immobilienpreise auch in den kommenden Jahren noch ansteigen werden. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass selbst eine Krise wie die aktuelle Pandemie kaum zu Einbußen bei den Immobilienpreisen geführt hat.

Wer eine Wohnung verkaufen möchte, muss hierbei verschiedene Kriterien berücksichtigen. Neben dem idealen Zeitpunkt ist es wichtig, die passende Zielgruppe auszuloten. Anschließend muss eine Wertermittlung erfolgen, um einen für die Region optimalen Verkaufspreis festlegen zu können. Dann besteht mit einem Exposé, Besichtigungsterminen und Verkaufsgesprächen die Möglichkeit, die optimalen Käufer für eine Immobilie zu finden. Wer möchte, kann sich über den Wohnungsverkauf ausführlich informieren in diesem Beitrag.

Im Rhein-Main-Gebiet sind Häuser besonders stark nachgefragt
Im Rhein-Main-Gebiet sind unterschiedliche Immobilien verschieden stark nachgefragt. Bei den Eigennutzern dominiert mit 62,39 % das Haus. Die Eigentumswohnungen landen mit 29,23 % immerhin noch auf dem zweiten Platz. Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien und Grundstücke werden hingegen nur von 8,38% genutzt. Anders sieht es bei Kapitalanlegern aus. Diese investieren im Rhein-Main-Gebiet mit 66,3 % vor allem in Eigentumswohnungen. Platz 2 nehmen mit 25% die Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien und Grundstücke ein. Das Haus, das bei den Eigennutzern so dominant ist, erreicht bei Kapitalanlegern gerade einmal 8,7%.

Frankfurt unterscheidet sich bei der Beliebtheit von Immobilien deutlich vom sonstigen Trend im Rhein-Main-Gebiet. So setzten Eigennutzer hier mit 65,38 % vor allem auf Eigentumswohnungen und nur 30,77 % nutzen ein Haus. Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien und Grundstücke sind mit 3,85% deutlich abgeschlagen. Bei den Kapitalanlegern ist der Unterschied noch krasser. Hier investieren 92,5 % in Eigentumswohnungen, 2,5 % in Häuser und 5 % in Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien und Grundstücke.

So viel sind Immobilien im Rhein-Main-Gebiet aktuell wert
Die Immobilienpreise im Rhein-Main-Gebiet variieren teils stark. Den größten Posten nehmen mit 47,59 % der Eigennutzer Immobilien im Wert zwischen 200.000-400.000 € ein. Auf Platz 2 landen mit 29,77 % Immobilien im Wert von 400.000-600.000 €. Die am wenigsten stark vertretenen Immobilien sind unter 100.000 € (1,07 %) und über 1.000.000 € (1,6 %) wert. Bei den Kapitalanlegern sieht es ähnlich aus. 35,87 % haben Häuser mit einem Wert zwischen 200.000-400.000 € und auf Platz 2 landen mit 30,43 % die Häuser mit einem Wert zwischen 100.000-200.000 €. Die am wenigsten stark vertretene Gruppe sind mit 1,08 % Immobilien im Wert zwischen 800.000-1.000.000 €. Ähnliche Entwicklungen sind in Frankfurt festzustellen. Hier haben Immobilien von Eigennutzern zu 42,31 % einen Wert zwischen 400.000-600.000 € und bei den Kapitalanlegern dominiert mit 51,23 % der Bereich zwischen 200.000-400.000 €.

Unterschiede bei Neubauten und Altbauten
Es zeigen sich klare Unterschiede beim Verhältnis zwischen Bestandsbauten und Neubauten. Im Rhein-Main-Gebiet nutzen die Eigennutzer mit 61,85 % vorrangig Bestandsbauten. Lediglich 38,15% wohnen in einem Neubau. Das entspricht ungefähr dem Verhältnis, das bei den Kapitalanlegern festzustellen ist. Hier haben 63,04% in Bestandsimmobilien investiert und 36,96 % in Neubauten.

Die Gemengelage in Frankfurt sieht etwas anders aus. Hier nutzten gerade einmal 46,15% der Eigennutzer Bestandsbauten und 53,85 % haben sich für einen Neubau entschieden. Bei den Kapitalanlegern sind Neubauten mit 65% klar dominant, während Bestandsbauten nur von 35% genutzt werden.

Immobilien in unterschiedlicher Größe sind gefragt
Im Rhein-Main-Gebiet werden Immobilien ganz unterschiedlicher Größe gesucht. Verheiratete Paare leben in der Regel in Immobilien mit einer Größe von durchschnittlich 141 m² und ledige Personen nutzen im Durchschnitt 121,48 m². Unter Kapitalanlegern sind deutlich kleinere Immobilien gefragt. Verheiratete haben hier in der Regel 74,31 m² zur Verfügung und ledige 60,23 m². Bei vielen sind zudem Immobilien beliebt, die über Besonderheiten wie moderne Küchen verfügen.

In Frankfurt sind bei den Eigennutzern kleinere Immobilien gefragt. Verheiratete Paare haben hier durchschnittlich 100 m² zur Verfügung und ledige Personen geben sich mit 80,6 m² zufrieden. Bei den Kapitalanlegern in Frankfurt haben sich verheiratete für 63,68 m² entschieden und ledige für 52,25 m².

Zusammenfassung
Das Rhein-Main-Gebiet erfreut sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Das liegt unter anderem daran, dass die wirtschaftliche Situation der Region so gut ist und es dort viele attraktive Arbeitsplätze gibt. Außerdem attestieren die Bewohner der Region ihrer Heimat eine hohe Lebensqualität und halten sich dort gerne auf. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Immobilienpreise im Rhein-Main-Gebiet in der nächsten Zeit noch deutlich weiter ansteigen werden, da die Zahl der Menschen, die hierher ziehen oder vor Ort investieren wollen, ansteigen dürfte.