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Letzte Aktualisierung: 05.08.2020

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Immer mehr fahren in Frankfurt Fahrrad

Verkehrsdezernent für Ausbau der Radwege

von Karl-Heinz Stier

(15.05.2020) Die alle fünf Jahre wiederkehrenden empirischen Befunde zum Verkehr in der Stadt Frankfurt brachten keine so unerwartete Ergebnisse.

Bildergalerie
„Frankfurt in Bewegung“ - der empirische Befund der Dresdner TU
Foto: Karl-Heinz Stier
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Wolfgang Preising vom Straßenverkehrsamt erläuterte die repräsentative Befragung
Foto: Karl-Heinz Stier
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Fahrradfahrer sind in Frankfurt im „Vormarsch“
Foto: Karl-Heinz Stier
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Verkehrsdezernent Oesterling zog daraus seine Schlüsse
Foto: Karl-Heinz Stier
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Die Forschungsfazite des Projekts „Mobilität in Städte – SrV 2018“ der TU Dresden, an der die Mainmetropole seit 1998 beteiligt ist, hatte in einer repräsentativen Befragung innerhalb der ausschließlich Frankfurter Wohnbevölkerung mit Haupt- oder Nebenwohnsitz 2 000 repräsentative Haushalte kontaktiert. Stichtage waren die mittleren Werktage (Di, Mi, DO) vom 1. Februar 2018 bis 31. Januar 2019 – ausgenommen die Schulferien. So wurde u.a. die Ausstattung der Haushalte mit privaten Kfz (PKW und Zweiräder) im Vergleich von 2013 und 2018  untersucht. Danach ist die Anzahl der Haushalte, die keinen dieser mobilen Untersätze besitzen, von 38,4 auf 30,9 % gefallen, die die einen PKW besitzen von 51 auf 54,9 % gestiegen und die  mehr 2 PKW und mehr ihr Eigen nennen von 10,6 auf 14,1 hochgeschnellt. „Die Zunahme des PKW-Besitzes bundesweit erklärte sich, dass mehr Personen über 65 Jahren – insbesondere Frauen – einen Führerschein besitzen als vor 5 Jahren“, erläutert Wolfgang Preising vom Straßenverkehrsamt bei den Darlegungen der Dresdner Ergebnisse.

In den letzten 5 Jahren ist laut Studie die Frankfurter Gesamtbevölkerung um 112 000 Personen auf 732 000 gestiegen, was sich aber auf die Altersstruktur kaum ausgewirkt habe. Der prozentuale Anteil der Wege nach Hauptverkehrsmittel stellt sich wie folgt dar: zu Fuß waren 25,9 % unterwegs (- 3,8 %), mit dem Fahrrad 19,6 (+ 7,2 %), mit dem ÖPNV 21,3 %  (- 1,2 %) und mit dem motorisierten Individualverkehr 33,1 % (-2 %). Profitiert haben bei den Verkehrsmitteln in den letzten 5 Jahren eindeutig die Fahrradfahrer mit ihren Wegstrecken. Gegenüber 2013 war das ein kräftiger Zuwachs von 231 000 pro Verkehrsmittel. Dieser Trend zeichnete sich schon 2003 ab. Er erhöhte sich 2018 auf 19,8 Anteil an allen Wegen der Einwohner pro Tag. Fast so hoch wie der öffentliche Nahverkehr. Es muss allerdings berücksichtigt werden, dass  dazu  auch die Wege außerhalb von Frankfurt zählen. Dominierend ist der Autoverkehr aber nach wie vor mit 30 bis 34 % in den Monatsquartalen. Deutlich niedriger ist das Fahrradfahren von Januar bis März (13,7 %), ansonsten zwischen 23 und 20 %.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling verknüpfte seine Einschätzung zu den Forschungsergebnissen mit der Forderung, dem Radverkehr als Verkehrsmittel noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. „Wir können im Vergleich feststellen, dass keine andere Großstadt einen solchen exorbitanten Zuwachs wie in Frankfurt zu verzeichnen hat“.  Der Ausbau der Fahrradwege müsse weiter vorangetrieben werden. Nicht zu verkennen sei aber eine weitere Steigerung des Autoverkehrs, vor allem der älteren Bevölkerung. Hier liege es an der Attraktion des Öffentlichen Nahverkehrs, diesen Bevölkerungsanteil für sich zu gewinnen.