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Letzte Aktualisierung: 15.11.2019

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Im Osten braucht's weniger, um reich zu sein

von Helmut Poppe

(07.11.2019) Wie sich der Blick der Deutschen auf Reichtum unterscheidet - und wofür sie ihr Geld ausgeben.

In Fragen rund um Reichtum, Gehalt oder Statussymbole gehen die Meinungen auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung auseinander. Eine Umfrage im Auftrag von Eurojackpot zeigt, dass in den neuen Bundesländern eine höhere Sensibilität im Umgang mit Geld besteht.
Foto: Eurojackpot
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30 Jahre nach der Wiedervereinigung unterscheiden viele immer noch zwischen Ost- und Westdeutschland. Und in Fragen rund um Reichtum, Gehalt oder Statussymbole gehen die Meinungen tatsächlich oftmals auseinander. Eine Umfrage* im Auftrag von Eurojackpot zeigt, dass in den neuen Bundesländern eine höhere Sensibilität im Umgang mit Geld besteht.

Die bescheidenen Ostdeutschen

Bei der Frage, ab welchem Gehalt jemand als reich gilt, gehen die Ostdeutschen bescheidener an die Einschätzung heran. Je nach Bundesland finden bis zu 28 Prozent von ihnen, dass jemand bereits ab einem Brutto-Monatsgehalt von 6.000 Euro vermögend ist. In Westdeutschland stimmen dieser Einschätzung je nach Bundesland nur bis zu 16 Prozent der Einwohner zu. In der gesamtdeutschen Betrachtung liegt die Gehaltsgrenze, ab der jemand als reich angesehen wird, bei 10.000 Euro monatlich (32 Prozent).

Der Westen prahlt mit Personal

In den alten Bundesländern sind der Butler und andere Bedienstete das Statussymbol Nummer eins. Dieser Ansicht stimmen zum Beispiel 62 Prozent der Rheinland-Pfälzer und 59 Prozent der Hamburger zu. Für die Einwohner der neuen Bundesländer hingegen ist vor allem Geldverschwendung ein Kennzeichen dafür, dass jemand reich ist. Besonders in Berlin (62 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern (60 Prozent) ist die Meinung weit verbreitet, dass jemand, der viel Geld für unwichtige Dinge ausgibt, wohlhabend sein muss.

Reiselust im Osten

An erster Stelle im Ranking dessen, wofür die Ostdeutschen unbegrenztes Vermögen ausgeben würden, steht das Reisen: Über die Hälfte der Berliner, Brandenburger und Sachsen lockt das Fernweh in fremde Länder. Vielleicht zeigt sich darin der immer noch anhaltende Wunsch, all die Möglichkeiten zu nutzen, die ihnen vor dem Mauerfall verwehrt blieben. In Westdeutschland liegt neben dem Reisefieber das Streben nach dem Traumhaus auf Platz eins. Vor allem in Hessen (58 Prozent), Baden-Württemberg (55 Prozent), Bayern (52 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (52 Prozent) würde der eigene Reichtum in die Wohnung oder das Haus investiert werden.

Top-Sparer sind Saarländer

Obwohl die Ostdeutschen im Umgang mit Geld sehr bedacht sind, steht das Anlegen von Geld bei ihnen nicht an erster Stelle. Im Falle eines großen Vermögens wären weder sie noch die Schwaben, die dem gängigen Sprichwort nach als sparsam gelten, die Top-Sparer Deutschlands. Mit 37 Prozent geht dieser erste Platz an die Saarländer.

Ost- und Westdeutschland unterscheiden sich in ihrem Umgang mit Reichtum in so mancher Hinsicht - über einen Millionengewinn würden sich jedoch alle gleichermaßen freuen. In welcher Region Deutschlands oder gar in einem anderen europäischen Land der Eurojackpot den nächsten Millionär hervorbringt, entscheidet alleine das Losglück. Wie er oder sie mit den möglichen 79 Millionen Euro aus dem aktuellen Jackpot (Ziehung am 8. November) leben wird, entscheidet dann jeder ganz individuell.

*Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.092 Personen zwischen dem 21.2.2019 und 5.3.2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweiligen Bundesländer und für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. (ots)