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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Im Juli und August werden in vielen Urlaubsregionen die Betten knapp

von Helmut Poppe

(02.06.2022) Reiseveranstalter erwartet für 2022 eine Verdopplung des Umsatzes gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019. Es gibt mehr mehr Flüge als Hotelbetten und in vielen Hotels rund ums Mittelmeer fehlt nach der Krise das Personal.

An einen solchen Buchungsansturm wie in den vergangenen Wochen, kann sich Tourismus-Pionier Karlheinz Kögel, Chef der HLX-Gruppe (u.a. Eurowings Holidays, Lufthansa Holidays und HLX.com) nicht erinnern. "Die Leute reißen uns die Angebote förmlich aus den Händen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht neue Rekordzahlen verzeichnen", freut sich Kögel über die aktuelle Entwicklung. Vier Monate vor dem Ende des Reisesommers 2022 hat der Veranstalter die Geschäftszahlen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 bereits deutlich übertroffen. Aktuell liegen die Gästezahlen bereits um 43 Prozent und der Umsatz um 81 Prozent über dem Niveau des letzten normalen Geschäftsjahres. "Ich rechne derzeit mit einer Verdopplung unseres Jahresumsatzes von 60 Millionen Euro in 2019 auf 120 Millionen Euro in 2022", zeigt sich der Tourismusmanager optimistisch.

Die größten Zuwächse verzeichnet die HLX-Gruppe derzeit bei Urlaubsreisen in die Türkei. Gegenüber 2019 haben sich die Gästezahlen für den Zielflughafen Antalya nahezu verfünffacht (+480 Prozent). Auch die Nachfrage für Mallorca (+ 140 Prozent) und Griechenland (+ 74 Prozent) liegt deutlich höher als im letzten normalen Jahr vor Beginn der Pandemie.

"Wenn diese Entwicklung noch etwas länger anhält, wird es in einigen Urlaubsregionen für den Juli und August schon bald keine Betten mehr geben", prophezeit Kögel. Viele Hoteliers hätten während der Corona-Pandemie Mitarbeiter entlassen und nun erhebliche Schwierigkeiten für die Hochsaison ausreichend Personal zu bekommen. Deshalb könnten nicht alle Hotelbetriebe unter Vollast fahren, begründet der Tourismusmanager die zu erwartende Bettenknappheit. Ich rate deshalb jedem, der seinen Sommerurlaub noch nicht gebucht hat, dies möglichst umgehend zu tun. Ansonsten besteht in manchen Regionen das Risiko, kein Hotelbett mehr zu bekommen", empfiehlt der HLX-Chef. Einen Mangel an Flügen gebe es hingegen nicht. "Es gibt in diesem Sommer mehr Flüge als Hotelbetten", weiß Kögel.

Weder der Krieg in der Ukraine noch die hohen Inflationsraten halten die Menschen derzeit davon ab, in den sonnigen Süden zu fliegen. Dennoch sei eine gewisse Verunsicherung spürbar, sagt Kögel, denn es werde seit Monaten so kurzfristig gebucht wie lange nicht. Der Anteil der Abreisen, die weniger als vier Wochen nach Buchung erfolgen, lag in den Monaten April und Mai bei 32 Prozent. In normalen Jahren liegt dieser eher bei zehn Prozent.