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Letzte Aktualisierung: 18.02.2020

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Im Fokus: der 250. Geburtstag Beethovens

Rheingau-Musik Festival verkündet Programm 2020

von Karl-Heinz Stier

(27.01.2020) Die neue Saison steht unter dem Leitgedanken „Freiheit“. Gemeint ist vorrangig die künstlerische Freiheit wie freie musikalische Formen und Phantasien, Bearbeitungen, Arrangements und Transkriptionen von bestehenden Werken.

Bildergalerie
Lisa Batiashvili, die Geigenvirtuose als Artist in Residence mit 4 Veranstaltungen
Foto: Karl-Heinz Stier
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Gabriele Montero, Composer & Artist in Residence Komponistin, Pianistin und visionäre Interpretin in drei Veranstaltungen
Foto: Karl-Heinz Stier
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Ludwig van Beethoven steht mit seinem 250. Geburtstag im Mittelpunkt des Festivals
Foto: Karl-Heinz Stier
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Sie erläuterten das Programm(v.l.n.r.): Michael Herrmann, Intendant und Geschäftsführer; Marsilius Graf von Ingelheim, Geschäftsführer; Lisa Ballhorn: Timo Buckow.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Oder auch Künstler, die sich die Freiheit nehmen, Musik neu zu denken, sie in eine andere Kunstform zu überführen. Zum Festival kommen Künstler und Ensembles, die über den Tellerrand hinaus blicken und damit zu einer lebendigen Auseinandersetzung beitragen.

Dazu zählt auch Lisa Batiashvili,  gebürtig in Georgien, die in München und Hamburg Violine studierte und heute auf den großen Podien der Welt mit den bedeutenden Künstlern unserer Zeit konzertiert. Sie besticht dabei immer durch ihren klaren, singenden Ton und ist als Artist in Residence ein zentrales Gesicht des Festivalsommers 2020. „Freiheit ist für mich, die Grenzen der üblichen klassischen Konzerte zu erweitern“, so ihre Interpretation.  Ihr Können zeigt sie in vier Veranstaltungen mit Musik von van Beethoven bis Arvo Pärt (am 25.6. im Kurhaus in Wiesbaden, am 3.7. in Ingelheim, am 26.8. in Oestrich und am 27.6. nochmals im Kurhaus Wiesbaden).

Nächster Stargast ist Julia Lezhneva, eine russische Sopranisten, die es mit Anfang zwanzig bereits auf die großen Konzertpodien der Welt geschafft hat. Ihre Leidenschaft gilt der Barockmusik sowie den Werken großer klassischer Meister.(„Freiheit ist für mich als hätte ich Flügel am Rücken, die mich in den Raum der eigenen Vorstellungswelt, den Raum des persönlichen Seelenlebens tragen können“). Als Fokus-Künstlerin tritt sie in 5 Konzerten auf: am 20. und 21. Juni beim Eröffnungskonzert des Festivals in der Basilika im Kloster Eberbach, am 2.7. und 5.8. nochmals im Kloster und am 11.9. auf Schloss Johannisberg.

Die dritte Frau ist Composer & Artist in Residence, sozusagen eine „musikalische Naturgewalt“. Sie - in Venezuela geboren und ihrer Heimat stets auch politisch treu geblieben - ist Pianistin, Interpretin und Komponistin, sprüht vor Energie und Enthusiasmus.(„In einer Welt, in der alles kontrolliert wird, ist es wunderbar, aus dem Moment heraus etwas zu spielen“, so formuliert sie Freiheit). Drei Konzerte von ihr stehen im Programm: am 8.7. zum Festivalauftakt im Schloss Johannisberg, am 13.8. im Kurhaus Wiesbaden und am 26.8. in Ingelheim. Sie bringt dazu ihre musikalischen Weggefährten mit.

Im Fokus Jazz ist Wolfgang Haffner zu Gast, einer der bekanntesten Schlagzeuger Deutschlands. Er liebt die Freiheit im Jazz und die Möglichkeit, sich musikalisch auszutoben. („Freiheit heißt für mich, einen hohen Anteil an Improvisationen in Konzerten zu entfalten“). Im Festival präsentiert Haffner in vier Veranstaltungen seine musikalische Raffinesse. Auf Schloss Johannisberg versammelt der Schlagzeuger langjährige Weggefährten um sich: Max Mutzke, Thomas Quasthoff und Bill Evans - am 26.6. Weitere Konzerte sind am 11.8. in Oestrich, am 12.8.  Mainz und am 29.9. im Kurhaus Wiesbaden.

Zur musikalischen Bedeutung von Freiheit gehört auch Ludwig van Beethoven, der heuer seinen 250.Geburtstag hätte feiern können. Er gilt als Revolutionär und Visionär und war nicht nur den musikalischen Ideen seiner Zeit höchst aufgeschlossen. Sein radikales Künstlertum inspiriert die Musikwelt bis in die Gegenwart: Zu Lebzeiten war er – 1770 in Bonn geboren – ein Kosmopolit und ist es in seiner Musik noch heute. Sein kompositorisches Schaffen bildet einen zentralen Kern des Rheingauer Festivalsommers. 22 Konzerte sind ihm gewidmet, darunter auch vier seiner Sinfonien (Die Sinfonien 3,5,7,und 9) und die Missa solemnis. In mehreren Projekten werden Beethovens Werke auseinandergenommen, verändert, auf ihre Aktualität und Aussagekraft hin abgeklopft, in andere Kontexte gesetzt und in neue Kunstformen übertragen.

Insgesamt sind es 137 Konzerte, die in 33 Spielstätten des Rheingaus und benachbarter Regionen veranstaltet werden. Die Hauptorte sind Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads und das Kurhaus Wiesbaden.

Es gibt auch wieder ein Festival für Kinder und Jugendliche: Sitzkissenkonzerte, Kinderkonzerte, eine Kinderoper und das Salzburger Marionettentheater mit „Fidelio“. Mit Schulbesuchen ermöglicht das Festival Schülern eine persönliche Begegnung mit hochkarätigem Solisten und Ensembles, die in den Festivalkonzerten auftreten: an einem individuell abgestimmten Vormittag kommen die Musiker direkt in die Klassenräume. Dort erzählen sie aus ihrem Alltag und stellen sich den Fragen des jungen Publikums. Häufig finden die Schulbesuche in Kooperation mit „Rhapsody in School“ statt. Kontakt: Sabine Siemon (siemon@rheingau-musik-festival.de). In der Reihe „Next Generation“ kommt der musikalische Nachwuchs zu Wort mit seinen Aktionen und werden auch von Sponsoren  für die weitere musikalische Entwicklung unterstützt.

121 200 Eintrittskarten stehen für die 137 Konzerte zur Verfügung. 30 000 Karten hat allein der Förderverein des Festivals mit seinen fast 4 000 Mitgliedern geordert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 8 Millionen Euro. Langjährige Sponsoren und Konzertpaten sichern die  Finanzierung des größten privat organisierten Musikfestivals in Europa. Das Land Hessen unterstützt die Veranstaltung mit lediglich 25 000 Euro. 

Nähere Infos unter www.rheingau-musik-festival.de

Karten– und Infotelefon: (06723)6021 70