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Letzte Aktualisierung: 26.11.2022

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„Im billigen Einkauf liegt der Gewinn“

von Bernd Bauschmann

(16.11.2022) Investment-Veteran Walter Schmitz (82) im Interview über die aktuelle Situation an den Aktienmärkten, seinen neuen Aktienfonds und weshalb er darin Millionen investiert hat.

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Walter Schmitz
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Vor wenigen Wochen feierte er Geburtstag und wurde 82 Jahre alt, pardon: jung. Dass die Börsen seit knapp einem Jahr Achterbahn fahren verängstigt nicht besonders. Das liegt wohl auch daran, dass der Senior mehr als 60 Jahre Erfahrung hat – als Investor und auch als erfolgreicher Fonds-Initiator.

Vor ein paar Monaten lancierte Schmitz gemeinsam mit zwei Partnern den Aktienfonds „All Stars 10 × 10“ – zu einem scheinbar ungünstigen Zeitpunkt. Doch er ist zuversichtlich, dass sich seine eigenen Investitionen in den nächsten Jahren auszahlen und auch andere Anleger mit seinem neuen Fonds „gute Gewinne“, so Schmitz, machen können. Die Gründe für seinen Optimismus und für seine Millionen-Investition in den eigenen Fonds erläutert Schmitz im Interview.

Herr Schmitz, nach den Verlusten in den vergangenen Monaten haben die Aktienkurse weltweit wieder spürbar zugelegt. Dies, obwohl sich an den Rahmenbedingungen – historisch hohe Inflation und Energiepreise, Ukraine-Krieg und nach wie vor Corona – nichts geändert hat. Verstehe das, wer will…

Walter Schmitz: Auf den ersten Blick ist dies tatsächlich erstaunlich, bei näherem Hinsehen jedoch nicht. In den vergangenen 60 Jahren, in denen ich als Fondsinitiator und Anleger in der Investment-Branche unterwegs bin, hat es wiederholt vergleichbare Muster an den Aktienmärkten gegeben, aus denen wir viel lernen können.

Haben sie Beispiele für diese „Muster“?

Walter Schmitz: Wer glaubt, die Aktienmärkte funktionierten ausschließlich rational, irrt gewaltig. Klar, es gibt erfahrene Profis – auf einen von ihnen komme ich nachher noch zu sprechen –, die die Finanzmärkte analysieren, daraus ihre Schlüsse ziehen, um Investment-Entscheidungen zu treffen. Aber das ist nicht alles. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung von Emotionen, also von der Stimmung oder den Stimmungen unter den Investoren. Schon seit Monaten ist die Stimmung der Aktienanleger, so meine Überzeugung, teils drastisch schlechter als die tatsächliche Lage.

Umsatz- und Gewinnsteigerungen

Es gibt viele erstklassige Unternehmen, die in diesem Jahr ihre Umsätze und Gewinne deutlich gesteigert haben. Überdies verzeichnen zahlreiche Firmen hohe Auftragseingänge, die in den nächsten Jahren ein erhebliches Wachstum von Umsätzen und Gewinnen erwarten lassen. Doch all dies spiegelt sich momentan nicht in den Aktienkursen. Doch sobald nur ein Groß-Investor wie Black Rock oder Goldman Sachs auf den grünen Kaufknopf drückt, machen viele andere Investoren dasselbe. Dies haben wir in den vergangenen Tagen erlebt.

Weshalb ausgerechnet jetzt?

Walter Schmitz: Weshalb nicht? Entscheidend ist nicht der Zeitpunkt, wann die Aktienmärkte drehen, sondern die Tatsache, dass sie es überhaupt tun. Selbstverständlich weiß niemand, ob es in den nächsten Wochen erneut zum einen oder anderen Kursrücksetzer kommen wird. Das ist nichts Ungewöhnliches. Wichtig für mich ist, dass sich unter den Investoren wieder mehr Zuversicht breitmacht und allmählich eine wieder solide Basis für künftige Kursgewinne entsteht.

Das zeigen übrigens die Erfahrungen in den vergangenen zehn Jahren, wie der Chart des Welt-Aktien-Indexes MSCI World eindrucksvoll dokumentiert. In Haussephasen wurden die vorherigen Einbußen mehr als nur wettgemacht.

„Ich habe einen zweistelligen Millionenbetrag in unseren Fonds investiert.“

Können Sie denn privaten Anlegern guten Gewissens empfehlen, jetzt Aktien oder Anteile an Aktienfonds zu kaufen?

Walter Schmitz: Ich kann Ihnen sagen, was ich getan habe, als unser Aktienfonds „All Stars 10 × 10“ Ende April von der Aufsichtsbehörde BaFin zugelassen wurde…

Was denn?

Walter Schmitz: Ich habe einen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Familienvermögen in den Fonds investiert und meine beiden Geschäftspartner haben ebenfalls jeweils einige Millionen Euro darin angelegt. Wohl gemerkt zu einem Zeitpunkt, als es an den Aktienmärkten sehr turbulent zuging, Investoren höchst- verunsichert bis panisch waren und sich nicht selten – koste es, was es wolle – von großen Aktienbeständen getrennt haben.

Uns war zu jenem Zeitpunkt  klar, dass dies mit der ökonomischen Wirklichkeit nichts zu tun hatte. Damals und auch heute noch gibt es nicht wenige erstklassige Unternehmen, die an der Börse deutlich unter ihren tatsächlichen Werten gehandelt werden. Bisweilen betragen die Abschläge zum angemessenen Wert zwischen 20 und 50 Prozent. Gemäß der alten Kaufmannsregel „Im (billigen) Einkauf liegt der Gewinn“ haben wir investiert und im Sommer weiteres Geld in unseren Fonds angelegt. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich dies in den nächsten drei bis vier Jahren bezahlt machen wird, länger- und langfristig über zehn und mehr Jahre sowieso.

Verständlich, dass Sie in ihren eigenen Fonds investieren…

Walter Schmitz: Ich investiere auch in andere Fonds, weil eine breite Streuung auf unterschiedliche Themen und Regionen erfahrungsgemäß ein guter Risikopuffer ist. Der Fachbegriff dafür lautet „Diversifizierung“. Davon abgesehen gibt es einige gute Gründe, weshalb ich in unseren Aktienfonds „All Stars 10 × 10“ investiere.

Und die sind?

Walter Schmitz: Zum einen arbeiten wir erneut mit einem der besten und erfolgreichsten Fondsmanager zusammen – Dr. Hendrik Leber, Gründer und führender Kopf des Vermögensverwalters ACATIS. Sämtliche Fonds, die wir gemeinsam in der Vergangenheit ins Leben gerufen haben, glänzen durch eine sehr gute Wertentwicklung.

Zum Konzept: Gemeinsam haben wir zehn unterschiedliche und aussichtsreiche Anlagethemen herausgefiltert. Das sind beispielsweise die „Besten Dividendenzahler“, die „Gewinnträchtigsten Unternehmen“ oder die „Giganten“ sowie sieben weitere. Acht Experten aus dem Managerteam von Dr. Leber wählen für jedes Anlagethema die aus ihrer Sicht zehn attraktivsten Unternehmen aus. Das Fonds-Portfolio kann maximal 100 Aktien enthalten, in Wahrheit sind es weniger, weil es Überschneidungen gibt.

Ich halte diese Strategie für transparent, eindeutig und insbesondere für private Anleger eingängig sowie leicht verständlich. In Kombination mit einem der besten und erfolgreichsten Fondsmanager ergibt sich daraus ein Aktienfonds-Investment mit erstklassigen Gewinnchancen.

Welche Rendite peilen sie langfristig im Jahresschnitt an?

Walter Schmitz: Ein guter Maßstab sind die Wertentwicklungen meiner früheren Fonds. Anleger konnten im Jahresschnitt mit ihnen zwischen acht und zehn Prozent Gewinn erzielen. Nicht anders sollte dies bei unserem neuen Fonds sein.