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Idstein: Theater-ABO-Reihe „Sternstunden“ eröffnet die Saison mit Arthur Millers „Hexenjagd“

Der brandaktuelle, packende Klassiker „Hexenjagd“ (The Crucible) von Arthur Miller über Fanatismus, Massenwahn und individuelle Verantwortung steht am Donnerstag, 20. September, um 20.00 Uhr in der Idsteiner Stadthalle auf dem Spielplan.
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Hexenjagd-Plakat
Foto: Konzertdirektion Landgraf

Mit der Hexenverfolgung des 17. Jahrhunderts in Amerika behandelt das Schauspiel vordergründig zwar einen historischen Stoff, allerdings bezieht Arthur Miller die Zusammenhänge zwischen religiösem und politischen Fanatismus bewusst auch auf seine Gegenwart – die Kommunistenhatz der McCarthy-Ära in den USA der 1950er Jahre. 2018 feiert seine Parabel „Hexenjagd“ ihr 65-jähriges Jubiläum und ist in Zeiten, in denen Presse- und Meinungsfreiheit in vielen Weltgegenden zunehmend eingeschränkt werden oder auch tatsächliche wie vermeintliche politische Gegner verfolgt und inhaftiert werden, aktueller denn je.

Im puritanischen Salem, Massachusetts, im Jahr 1692 überrascht Pastor Parris eine Gruppe pubertierender Mädchen, darunter auch seine Nichte Abigail, zu nächtlicher Stunde beim Tanz im Wald. Als sich die Mädchen am nächsten Morgen „sonderbar“ verhalten, gibt es für die Einwohner nur eine Erklärung: Hexerei ist im Spiel! Pastor Parris ruft den Hexenspezialisten Pastor Hale hinzu und tatsächlich geben die Mädchen bei seinen Verhören als Ausrede an, verführt und verhext worden zu sein. Schnell merken sie, dass sie einer Strafe entgehen können, indem sie andere ebenfalls der Teufelsbuhlerei beschuldigen. Und so denunzieren sie munter drauf los, bezichtigen unliebsame Gemeindemitglieder und genießen ihre neu gewonnene Macht. Sie treten eine Woge der Hysterie los, die schnell außer Kontrolle gerät: Die Hexenjagd beginnt. Als schließlich Abigail die Frau des Bauern John Proctor beschuldigt, sie verhext zu haben, und auch der Bauer selbst angeklagt wird, steht dieser vor der Frage: soll er gestehen, um mit dieser Lüge sein Überleben zu sichern oder bei der Wahrheit bleiben, auch wenn dies seinen Tod bedeutet?

In „Hexenjagd“ führt Arthur Miller vor, wie schnell ein Rechtssystem außer Kontrolle gerät, dessen Autorität sich auf irrationale Grundlagen stützt und das den Beschuldigten jede Möglichkeit der Verteidigung nimmt. Wenn Denunziation mehr gilt als rationale Argumente, triumphieren Eigennutz und individuelles Machtstreben über das Gemeinwohl.

Millers Klassiker „Hexenjagd“ über die perfiden Mechanismen von Intoleranz und Massenwahn ist am Donnerstag, 20. September, um 20.00 Uhr in der Stadthalle Idstein zu sehen. In der Inszenierung von Volkmar Kamm stehen u.a. Wolfgang Seidenberg (als John Proctor), Carsten Klemm (als Richter Danforth), Christian Meyer (als Pastor John Hale), Iris Boss (als Elizabeth Proctor) und Hannah Prasse (als Abigail Williams) auf der Bühne. Eine Tournee-Produktion des EURO-STUDIO Landgraf.

Weitere Informationen bei der Stadt Idstein, Telefon Nr. (06126)78622.

Restkarten gibt es im Freiverkauf bei „Optik-Studio Noé“, Schulze-Delitzsch-Straße 28, 65510 Idstein, Telefon (06126)570008