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Letzte Aktualisierung: 27.11.2020

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Hohe Lebenshaltungskosten im Alter

Für Frankfurter lohnt sich die private Altersvorsorge

von Bernd Bauschmann

(16.11.2020) Die Altersvorsorge in Deutschland basiert auf drei unterschiedlichen Säulen. Neben der betrieblichen Altersversorgung und dem öffentlich-rechtlichen Pflichtsystem wird vor allem die private Vorsorge immer wichtiger, um auch im Alter noch genügend Geld zur Verfügung zu haben und damit die immer schneller steigenden Lebenshaltungskosten noch decken zu können – und vor allem, um ein sorgenfreies Leben ohne Geldnöte zu führen.

Bildergalerie
Wer rechtzeitig vorsorgt, kann dem Alter trotz rasant steigernder Lebenskosten heiter entgegensehen.
Foto: Pixabay / gisselaatje
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Ein eigenes Haus oder eine Wohnung ist eine gute Möglichkeit, um für das Alter vorzusorgen. Beim aktuellen Zinsniveau sind dafür günstige Kredite erhältlich.
Foto: Pixabay / Capri23auto
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Der richtige Mix ist erfolgsentscheidend bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung. Deshalb sollte auf professionelle Unterstützung von Experten keinesfalls verzichtet werden.
Foto: Pixabay / dawnfu
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Was bedeutet private Altersvorsorge?
Unter dem Begriff „private Altersvorsorge“ ist im Grunde genommen alles zu verstehen, was jemand selbst für die Versorgung im hohen Alter beiträgt, ohne dass ihm dabei der Staat oder sein Arbeitgeber unter die Arme greift. Frankfurt gilt als eine der teuersten Regionen innerhalb Deutschlands. Wer hier wohnt, der weiß, dass der Monat manchmal mehr Tage hat, als dafür Geld zur Verfügung steht. Schon während des aktiven Berufslebens kann die Kasse ganz schön knapp werden. Um später einmal nicht von Altersarmut betroffen zu sein, bieten sich die unterschiedlichsten Maßnahmen zur Vorsorge an.

Welche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge gibt es?
Eine gute und einfache Möglichkeit zur Vorsorge ist beispielsweise der Kauf einer Immobilie. Gerade für Menschen unter 40 Jahren ist das eine zielführende Variante. Die entsprechende Wohnung oder das Haus kann auf einen langen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren finanziert werden. Beim aktuell niedrigen Leitzinssatz der EZB führt das zu besonders geringen Raten, die den Kauf schon während der Zeit der Finanzierung im Vergleich zu einer Mietwohnung sinnvoll machen können. Spätestens wenn die Immobilie abbezahlt ist und nur noch die Betriebskosten dafür gezahlt werden müssen, beträgt die Ersparnis monatlich mindestens mehrere hundert Euro. Wer die Wohnung im Alter nicht weiter selbst bewohnen möchte, kann sie auch vermieten und sich so durch die Mieteinnahmen im Alter ein wenig zusätzlich versorgen.

Doch nicht jeder will sich mit einer eigenen Immobilie für das Alter absichern. Viele Menschen wollen oder müssen bezüglich ihres Wohnortes im Arbeitsleben lange flexibel bleiben. Für sie bieten sich andere Modelle der Altersvorsorge wie beispielsweise eine fondsgebundene Lebensversicherung an.

Worum handelt es sich bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung?
Diese Versicherung ist eine besondere Form der Kapitallebensversicherung. Anders als bei der klassischen Lebensversicherung wird hier zwar keine fixe Verzinsung angeboten, doch durch die Anlage des Geldes in unterschiedliche Fonds sind dafür hohe Renditen möglich.

Die monatlichen Beiträge werden bei der fondsgebundenen Lebensversicherung in unterschiedlichen Investmentfonds angelegt. Das bietet den Sparern die Möglichkeit, von den Wertsteigerungen am deutschen, europäischen und internationalen Markt zu profitieren. Je nachdem, wie riskant die Anlagestrategie ausfallen soll, stehen für diesen Zweck Aktienfonds, Rentenfonds und Mischfonds zur Verfügung.

Die Rentenfonds bilden dabei das Fundament. Sie sorgen zwar in der Regel nicht für die allerhöchsten Renditen. Dafür ist allerdings auch das Risiko, dass das eingesetzte Kapital verloren geht, äußerst gering. Im Gegensatz dazu bieten die unterschiedlichen Aktienfonds sehr gute Chancen auf eine hohe Rendite, sie bergen allerdings auch das Risiko, bei ungünstigen Marktbedingungen eventuell einmal Geld zu verlieren.

Das Erfolgsgeheimnis guter fondsgebundener Lebensversicherungen ist deshalb ein ausgewogener Mix aus unterschiedlichen Arten von Fonds, um das Risiko zu streuen.

Niemand ist hier gezwungen, auf eigene Faust die passenden Fonds zu finden. Wer einen Teil seiner privaten Altersvorsorge mit dieser Art der Finanzierung gestalten möchte, sollte sich aus diesem Grund von Experten zum Thema beraten lassen. Das Ziel dabei ist ein maßgeschneidertes Angebot zugeschnitten auf das eigene Sparverhalten und die individuellen Wünsche an den jeweiligen Versicherungsschutz.

Bietet die fondsgebundene Lebensversicherung Steuervorteile?
Die Beiträge können bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung in der Einkommenssteuererklärung nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Das bedeutet, dass die fondsgebundene Lebensversicherung während der Laufzeit keine steuerlichen Vorteile bringt.

Ganz anders sieht das jedoch aus, wenn es zur Auszahlung der Beträge kommt. Denn Sparer müssen hier nur den halben Gewinn, der sich aus den Auszahlungsbeträgen abzüglich der geleisteten Beiträge zusammensetzt, versteuern. Dafür müssen jedoch zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Vertragslaufzeit der fondsgebundenen Lebensversicherung muss mindestens zwölf Jahre betragen.
  • Die Auszahlung darf frühestens ab dem 62. Lebensjahr erfolgen.

Ab welchem Alter soll mit der Altersabsicherung begonnen werden?
Die Frage, wann mit der Altersabsicherung begonnen werden soll, kann ganz eindeutig beantwortet werden: Am besten so früh wie möglich. Doch gerade in jungen Jahren stehen andere Investitionen an und der Gedanke, dass man selbst einmal ins hohe Alter kommt, ist zu diesem Zeitpunkt noch in weiter Ferne.

Dementsprechend wird das Thema von vielen Menschen immer weiter hinausgeschoben. Eine schlechte Idee, denn gerade der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass schon niedrige regelmäßige Beiträge über einen langen Zeitraum zu hohen Erträgen führen können.

Wer beispielsweise mit 20 Jahren damit beginnt, monatlich 100 Euro im Monat für seine Altersvorsorge beiseite zu legen, dem steht bei einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von drei Prozent mit 65 Jahren ein Betrag von rund 111.000 Euro zur Verfügung. Das ist mehr als der doppelte Betrag in der Höhe von 54.000 Euro, der dafür im Laufe der Jahre eingezahlt wurde.

Wer sich hingegen erst mit 50 dazu entschließt, monatlich einen Betrag von 300 Euro auf die Seite zu schaffen, der hat im Alter von 65 Jahren ebenfalls 54.000 Euro für seine Altersvorsorge einbezahlt. Die Zinsen betragen bei der gleichen durchschnittlichen Verzinsung von drei Prozent hingegen nur knapp 13.000 Euro. Die Gesamtsumme ist mit rund 67.000 Euro damit um gleich 44.000 Euro niedriger als beim frühzeitigen Zahlungsbeginn.

Mit diesem Geld lassen sich im Alter zahlreiche spannende Reisen unternehmen oder interessante Projekte verwirklichen, die einem den Lebensabend erfüllen können.