Hofheims Frauenbeauftragte geht in den Ruhestand
Foto: Stadt Hofheim
Ihre Aufgabe als Frauenbeauftragte war – zum kleineren Teil – nach außen gerichtet. Zum Beispiel hat sie Veranstaltungen organisiert und Sprechstunden angeboten. „Dort ging es häufig um Trennungen und Scheidungen, aber leider auch um häusliche Gewalt“, so Marion Stück. Den Frauen, die im Laufe der Jahre zu ihre gekommen sind, hat sie auf verschiedenste Weise helfen können – indem sie zum Beispiel Behördenbriefe formuliert oder Anrufe getätigt hat, oft genug aber auch, indem sie die Frauen an die richtigen Anlaufstellen weitervermittelt hat.
Der größere Teil ihrer Arbeit war allerdings nach innen gerichtet: in die Rathausverwaltung hinein. Dabei ging es um Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, Stellenbewertungen und die Frage, wie mehr Frauen Führungspositionen erlangen können. „Bei all diesen Themen hat sich in den vergangenen 20 Jahren viel getan“, berichtet die alleinerziehende Mutter zweier erwachsener Kinder. „All das kann man als Frauenbeauftragte nicht allein richten. Man muss sich immer mit anderen zusammentun. Im Haus habe ich dabei immer viel Rückhalt gehabt.“
Ursprünglich ist Marion Stück Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. „Dieser Hintergrund war nützlich bei allen juristischen Fragen – zum Beispiel beim Arbeitsrecht oder Tarifrecht“, erläutert sie. Bei der Stadt Hofheim hat sie zunächst in der Gebäudeverwaltung angefangen. 2002 wurde sie Hausmeisterin im Recepturhof in Wallau. Diese Aufgabe hat sie – parallel zu ihrer Arbeit als Frauenbeauftragte – bis zum Schluss ausgeübt.
Die rechtliche Grundlage für die Arbeit der Frauenbeauftragten in den Kommunen ist das Hessische Gesetz über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Das HGlG gilt noch bis Ende des Jahres. Über die Änderungen an dem Gesetz wird derzeit auf Landesebene beraten. Wenn das neue Gesetz verabschiedet ist, wird auch die Stelle der Frauenbeauftragten in Hofheim neu ausgeschrieben.