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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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Hofheim ist KOMPASS-Kommune

Gemeinsam für mehr Sicherheit

von Adolf Albus

(08.11.2019) Hofheim hat sich am Donnerstag offiziell der Sicherheitsinitiative KOMPASS des Landes Hessen angeschlossen.

Gruppenbild zum Auftakt als KOMPASS Kommune: Soniya Raissi, im Rathaus für Prävention zuständig, Kriminaldirektor Urban Egert und Erster Stadtrat Exner mit KOMPASS Starter-Set und Logo, Polizei-Oberkommissarin Stephanie Barone, Stadtrat Bernhard Köppler und Polizeirat Thomas Trapke (v. li.)
Foto: Stadt Hofheim
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Das Ziel von KOMPASS – dem KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel – ist, in einem gemeinsamen Prozess der Partner Stadt, Polizei, Bürger und gesellschaftliche Akteure ein für die Kreisstadt und ihre Probleme individuelles Sicherheitskonzept zu erarbeiten, Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Im Vordergrund steht die Prävention.

Schon der Auftakt-Termin im Hofheimer Rathaus zeigte, dass das Projekt breit aufgestellt sein wird: Seitens der Stadt nahmen Erster Stadtrat Wolfgang Exner, Stadtrat Bernhard Köppler, die Leitungen der Fachbereiche Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Bürgerdienste sowie des Bauhofs und das Team Asyl und Integration teil. Im Rathaus laufen die Fäden bei Soniya Raissi zusammen, die im September für den Bereich Prävention eingestellt wurde.

Erster Stadtrat Wolfgang Exner begrüßte Kriminaldirektor Urban Egert, Polizeidirektion Main Taunus, Polizeirat Thomas Trapke und Polizei-Oberkommissarin Katrin Schmidt, beide Polizeistation Hofheim, sowie Polizei-Oberkommissarin Stephanie Barone, Polizeipräsidium Westhessen, die Hofheim und den 17 weiteren KOMPASS-Kommunen im Zuständigkeitsbereich als Beraterin zur Seite steht, sowie den Geschäftsführer des Präventionsrates Main-Taunus, Peter Nicolay.

Mit dem Präventionsrat, der seit 21 Jahren in Hofheim aktiv ist, gibt es bereits ein engagiertes und bewährtes Gremium, das in Zusammenarbeit mit der Polizei wirkungsvolle Ansätze zur Vorbeugung und Verhütung von Straftaten entwickelt und diese gemeinsam mit gesellschaftlichen und staatlichen Kräften umsetzt.

„KOMPASS stellt diese Arbeit in mehrerer Hinsicht auf eine noch breitere Basis. Uns gefällt, dass Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anregungen und Ideen, aber auch Ängsten und Sorgen in den Prozess eingebunden werden. Uns gefällt, dass eine umfangreiche Sicherheitsanalyse für das weitere Vorgehen erstellt wird“, so Exner.

Der Erste Stadtrat betonte, dass Hofheim „nicht ganz die Problemlagen anderer Kommunen im Main-Taunus-Kreis hat, aber auch nicht frei von Problemen ist“. Dass die Kreisstadt bei Straftaten unter dem Durchschnitt liegt, zeigten Zahlen der Kriminalstatistik 2018, die Urban Egert vorstellte. Im Vergleich zu 2017 ging die Zahl der Straftaten zurück, die Aufklärungsquote liegt bei 63,3 Prozent. Die TOP-10 der Straftaten wird angeführt von Sachbeschädigung, Körperverletzung und Ladendiebstahl.

Mit dem Einstieg in KOMPASS kommt richtig Arbeit auf die Stadt zu, denn sie hat in diesem Prozess die Federführung, erklärte Polizei-Oberkommissarin Barone. Das heißt, die Stadt muss ihre Hausaufgaben machen und den Prozess aktiv voranbringen.

Das Projekt folgt einer vorgegebenen Prozessstruktur, in deren Verlauf die Kommunen gemeinsam mit Bürgern und der Polizei sowie weiteren gesellschaftlichen Akteuren zunächst die Problemfelder erheben und später passgenaue Lösungsansätze für die jeweiligen lokalen Bedingungen entwickeln, initiieren und etablieren.

Erster Meilenstein ist die erste Sicherheitskonferenz, zu der Vertreter der Stadtgesellschaft wie Vereine und Gewerbetreibende eingeladen werden. Bürgerinnen und Bürger werden im Rahmen von Festen oder Märkten – etwa dem Adventsmarkt – direkt angesprochen und ebenso wie die Vertreter der Stadtgesellschaft gebeten, einen standardisierten Fragebogen auszufüllen. Vor allem aber sollen die Bürgerinnen und Bürger erzählen, wie sicher sie sich in Hofheim fühlen, was vor ihrer Haustür passiert, wo sie Sicherheitslücken sehen, was besser gemacht werden kann.

Nachfolgend wird die Sicherheitsanalyse erarbeitet. Sie berücksichtigt zum Beispiel das regionale Kriminalitätslagebild, die Ergebnisse aus den Bürgerbefragungen und besondere kommunale Strukturen und Probleme.

Im nächsten Schritt und bei einer zweiten Sicherheitskonferenz werden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen abgeleitet, die genau passend für Hofheim die Sicherheitslage erhöhen sollen und Eingang in ein Sicherheitskonzept finden.

Schließlich kann bei der Geschäftsstelle KOMPASS im Hessischen Landeskriminalamt, als äußeres Zeichen des Engagements, die Verleihung des Sicherheitssiegels beantragt werden. Bis die Stadt Hofheim so weit ist, gibt es viel zu tun. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Polizei, den Bürgerinnen und Bürgern und allen weiteren Partnern“, betonte Exner und nahm erst einmal das Starter-Set mit Info-Broschüren und dem KOMPASS-Logo entgegen. Das wird im Rathaus einen Platz finden, wo möglichst viele Menschen es sehen.

Mehr Informationen zum Projekt KOMPASS gibt es auf der Homepage des Hessischen Innenministeriums https://innen.hessen.de/sicherheit/kompass