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Letzte Aktualisierung: 02.12.2022

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Hilft CBD-Creme bei Hautproblemen?

von Bernd Bauschmann

(15.11.2022) CBD-Produkte erobern den Markt, was nicht zuletzt für die Kosmetikbranche gilt. Denn das vermutlich vielfältige Heilpotenzial des Cannabidiols erstreckt sich auch auf die Haut. So soll CBD-Creme speziell bei Hautproblemen wie Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte und Rosazea helfen.

Foto: Pexels / Ron Lach
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Die Hemmung von Entzündungen und die antioxidative Wirkung als Fänger der freien Radikalen tragen zum Ruf von CBD als Anti-Ager bei, weshalb das Cannabinoid gern als Bestandteil von Kosmetikprodukten wie CBD-Creme und CBD-Salbe verwendet wird.

Jede Konsistenz weist ihre besonderen Stärken auf, die wir im Folgenden genauer vorstellen werden.

Die Wirkungsweise von CBD
Der medizinische Forscher Raphael Mechoulam aus Israel entdeckte in den 1980er-Jahren das Endocannabinoid-System (ECS) des Menschen. Dieses Bionetzwerk, das Säugetiere ebenfalls besitzen, erstreckt sich als größtes neuronales Kommunikationssystem über die Nervenbahnen, Organe, Drüsen, das Bindegewebe und die Haut. Es wird für mannigfaltige psychologische und physiologische Vorgänge benötigt.

Zu den wichtigsten Funktionen des ECS gehören:

  • Stoffwechsel und Appetit
  • Schlaf-wach-Rhythmus
  • Modulation der Körpertemperatur
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Immunsystem
  • Muskeln und Motorik
  • Hormonregulation
  • Zellsteuerung und -Erneuerung
  • Schmerzbewältigung
  • Lernen und Gedächtnis

Der Organismus ist zur Bildung körpereigener Cannabinoide (Endocannabinoide) zwar fähig. Er soll aber zur Behebung einer Mangelsituation durch die Zuführung pflanzlicher Cannabinoide (Phytocannabinoide) von außen profitieren können. Diese können auf verschiedene Weise appliziert werden, indem sie je nach Bedarf inhaliert, gegessen, getrunken, sublingual eingenommen, gespritzt oder über ein Hautpflaster transdermal aufgenommen werden. Bei CBD-Kosmetika wie CBD-Cremen findet die Resorption auf topische Weise statt, das heißt über die Haut.

Stets läuft die Aufnahme der Cannabinoide in den Stoffwechsel nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip über Liganden und Rezeptoren ab.

Das ECS der Haut steht im Vordergrund der Behandlung
CBD-Kosmetika wie CBD-Cremes werden nachgefragt, wenn die Linderung von Hautproblemen und die Verbesserung der Hautgesundheit im Vordergrund stehen. Die CBD-Pflegemittel sollen direkt an Ort und Stelle wirken und mit dem ECS der Haut interagieren. Neben den möglichen entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften von CBD kommt der Haut zugute, dass der von Forschern beobachtete ausgleichende Effekt von CBD einer übermäßigen Talgproduktion der Haut entgegenwirkt.

Dabei ist CBD-Creme nur eines von zahlreichen möglichen topischen CBD-Produkten. Auf dem Markt finden sich unter anderem auch CBD Salbe, CBD-Gele, CBD-Lotionen und CBD-Paste. Deshalb möchten wir CBD-Creme zunächst von anderen wertvollen CBD-Kosmetika abgrenzen und klären, wann CBD-Creme bei welchen Hautproblemen den größten Mehrwert bietet.

Der Wasseranteil von Kosmetika
CBD-Pflegemittel können durch ihren Wasseranteil voneinander unterschieden werden. Salben sind in diesem Zusammenhang die Kosmetika mit dem geringsten Wasseranteil. Traditionell waren CBD-Salben einphasig, sodass sie nur aus einer öligen Konsistenz bestanden. Inzwischen wird das nicht mehr so eng gesehen. Wer gänzlich auf Wasser verzichten möchte, sollte im Fachhandel nach Fettsalben suchen, die noch der klassischen Definition entsprechen.

Die anderen Kosmetika sind hingegen zweiphasig, das heißt, sie bestehen sowohl aus Wasser- als auch aus Fettanteilen und besitzen zur Verbindung beider Phasen einen Emulgator. In dieser Kette besitzen Cremes, welche die schwersten CBD-Pflegeprodukte sind, mehr Wasser als Salben und Lotionen. Pasten nehmen in dieser Beziehung eine Sonderrolle ein, auf die wir eingehen werden.

Wann Wasser und wann Öl wichtiger ist
Das Verhältnis zwischen Fett und Wasser ist zur Bestimmung der Anwendung von Kosmetika von zentraler Bedeutung, denn bei trockener und schuppiger Haut sollten Pflegemittel mit fettiger Konsistenz gewählt werden, um ein weiteres Austrocknen der Haut zu vermeiden. Ist die Haut hingegen fettig und glänzend, sind wasserreiche Kosmetika vorzuziehen, um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen und ihren hohen Fettanteil auszugleichen.

Unterschiede und Stärken von Cremen und Salben
Während sich CBD-Salbe mehr für trockene und alternde Haut eignet, sind CBD-Cremes bei fettiger Haut besser. Ein anderer Vorteil gegenüber CBD-Salben besteht im schnellen Einziehen und der einfachen Verteilung beim Aufstreichen. Ihr wohltuender Effekt wird dadurch herbeigeführt, dass die in der Creme enthaltenen Feuchthaltemittel Wasser binden und aus den tieferen Hautschichten ziehen können, sodass die Haut an der Oberfläche geschmeidig und weich wird. Dafür enthalten Salben höhere Mengen an Okklusionsstoffen, die in der Haut einen schützenden Wärmestau erzeugen, der die Haut dauerhaft feucht hält. Dies erklärt die Wirkung von Salben gegen trockene Haut.

Salben können zwischen hydrophilen und hydrophoben Konsistenzen unterschieden werden, je nachdem, ob sie Wasser aufnehmen können oder nicht. Je nach Produkt bestehen sie aus Fett, Öl oder Wachs. Bei Cremes ist die Unterscheidung zwischen O/W-Cremes und W/O-Cremes entscheidend. Während O/W-Cremes als Basis eine Wasserschicht aufweisen, der Öl beigemengt wurde, enthalten W/O-Cremes eine Ölschicht mit Wasser als Beigabe. O/W-Cremes haben ihre Stärke in einem kühlenden Effekt und W/O-Cremes schützen die Haut vor dem Austrocknen.

Gele, Lotionen und Pasten
Gele und Lotionen weisen noch weniger Fette auf als Creme und sind damit noch wässriger. Bei Lotionen ist der Fettanteil immer noch groß genug, um ihre Streichfähigkeit zu bewahren und weiterhin gut in die Haut einzuziehen. Ihre Grundlage ist oft Milch wie bei Sonnencreme, und sie eignen sich deshalb für das Auftragen auf größeren Hautpartien. Gele sind hingegen vollständig fettfrei und ihre wässrige Konsistenz weist einen angenehm kühlenden Effekt auf, sodass Gele bei Verbrennungen die erste Wahl sind. Ebenso können Gele gegen Insektenstiche helfen und Hautirritationen wie bei Akne entgegenwirken.

Durch ihre wässrige Konsistenz wirken CBD-Gele austrocknend, sodass sie nur bei fettiger, nicht aber bei trockener Haut infrage kommen. In diesem Zusammenhang tun sich viele Menschen schwer, weil dieser kontraintuitiv ist. Pasten wiederum zeichnen sich aufgrund ihres hohen Anteils fester Stoffe durch eine ausgezeichnete Fließfähigkeit aus. Durch das dispergierte Pulver eignen sich Pasten gut zur Behandlung von Schleimhäuten und sie wirken austrocknend, hautschützend und sekretbindend. Ihr Einsatz findet bei Verletzungen und Hautreizungen sowie bei Hautkrankheiten wie Hautwolf und Windeldermatitis statt.

Für jedes Hautproblem ein CBD-Kosmetikum?
Die direkte Interaktion von CBD mit dem ECS der Haut wirke sich auf vielfältige Weise positiv auf das Hautbild aus. Insbesondere die möglichen antientzündlichen, antioxidativen und talghemmenden Eigenschaften von CBD sollen dazu beitragen, dass das Cannabidiol bei vielen Hautproblemen helfen und ein guter Anti-Ager sein kann. Durch die Wahl der verschiedenen CBD-Pflegeprodukte verfügen Kunden über zahlreiche Einflussmöglichkeiten, die vermuteten hautfördernden Effekte von CBD zu steigern und die Therapie dem Bedarf anzupassen.