Heute schon gedotzt?
„Heute schon gedotzt? Oder hilflos im Wald rumgestanden?“ – so ähnlich fragte kürzlich ein Hausarzt und traf damit durchaus einen Punkt. Ob beim Wandern, Radfahren, Joggen oder einfach im Alltag: Ein Sturz, eine plötzliche Erkrankung oder ein medizinischer Notfall können jeden treffen. Gerade alleinstehende, ältere Menschen oder sportliche Abenteurer sind darauf angewiesen, dass wichtige Gesundheitsinformationen schnell verfügbar sind.
Foto: Screenshot Androidhandy
Wie mer in Frankford sagt: „Es muss net immer gleich schlimm komme, aber wenn's kummt, dann lieber vorbereitet.“
Das Smartphone, das heute ohnehin fast jeder ständig bei sich trägt, kann dabei zu einem wichtigen Helfer werden. Moderne Handys bieten die Möglichkeit, Notfallinformationen zu hinterlegen. Dazu gehören regelmäßig eingenommene Medikamente, bekannte Allergien, chronische Erkrankungen oder Personen, die im Ernstfall benachrichtigt werden sollen.
Der große Vorteil: Rettungskräfte und Ersthelfer können auf diese Informationen zugreifen, ohne das Gerät entsperren zu müssen. So stehen wichtige Angaben sofort zur Verfügung, wenn jede Minute zählt. Die Einrichtung ist kostenlos und in wenigen Minuten erledigt. Wer die Funktion bisher noch nicht genutzt hat, sollte sich die kurze Zeit nehmen und sie einrichten.
Natürlich hat die Sache auch eine Kehrseite. Wer Gesundheitsdaten auf dem Handy hinterlegt, muss sich bewusst sein, dass bei einem Verlust des Geräts möglicherweise auch Dritte auf diese Informationen zugreifen können. Jeder sollte deshalb selbst entscheiden, welche Angaben er preisgeben möchte. Dennoch dürfte der Nutzen im Ernstfall für viele deutlich schwerer wiegen als dieses Risiko.
Ein kleiner Nachteil besteht darin, dass sich umfangreichere Unterlagen wie Arztberichte, Laborbefunde oder Entlassungsberichte dort nicht speichern lassen. Man kann sich dann behelfen mit einem Link auf einen kostenlosen Cloud-Speicher, in dem solche Dokumente abgelegt sind. Den Verweis kann man zusätzlich in den Notfallinformationen einkopieren - am besten mit einem URL-Verkürzer, denn die Links, welche erzeugt werden zum Schreiben der Inhalte häufig sehr lang. All das ersetzt keine Patientenakte, kann aber im Einzelfall hilfreich sein.
Oder wie de Frankforder sacht: „Besser e bissi Info als gar nix.“
Für Android-Nutzer ist die Einrichtung recht einfach. In den Einstellungen findet sich meist ein Menüpunkt „Sicherheit und Notfall“. Je nach Hersteller kann dieser auch „Notfallinformationen“, „Sicherheit“ oder „SOS-Einstellungen“ heißen. Dort können medizinische Angaben und Notfallkontakte eingetragen werden. Sinnvoll ist es außerdem, die Informationen auf dem Sperrbildschirm anzeigen zu lassen. Dann können Ersthelfer darauf zugreifen, ohne das Handy entsperren zu müssen.
Fazit: Die meisten Menschen tragen ihr Smartphone ständig mit sich herum. Warum also nicht eine Funktion nutzen, die im Notfall möglicherweise von großem Nutzen sein kann? Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten und könnte irgendwann einmal den entscheidenden Unterschied machen.
Also net lang fackle: Gleich erledige. Sonst denkste irgendwann vielleicht: „Ei, des hätt isch doch längst mache könne.“
Weitere Infos und eine Video-Anleitung: https://levato.de/notfall-infos-im-handy-speichern