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Hessischer Verdienstorden für Oberstaatsanwalt

Oberbürgermeister Mike Josef begrüßte die Gäste im Limpurgsaal und ehrte Köhler in einer Laudatio. Im Anschluss hielt der Geehrte eine Dankesrede. Unter den geladenen Gästen war auch der ehemalige Staatsanwalt der Auschwitz-Prozesse, Gerhard Wiese.
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Der Geehrte, Oberstaatsanwalt a.D. Peter Köhler, mit Oberbürgermeister Mike Josef
Foto: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Chris Christes

Der Wahrheit verschrieben 

Köhler widmete seine Karriere dem unaufhörlichen Streben nach Wahrheit und folgte zeitlebens seinem starken Bedürfnis nach Gerechtigkeit. Der 1944 in Friedberg geborene Jurist engagierte sich auf herausragende Weise für das Gemeinwohl, indem er wesentliche Meilensteine in der Bekämpfung von Kinderpornografie in Hessen sowie auch bundesweit legte. Dabei setzte sich Köhler nicht nur für Strafverfolgung, sondern auch vehement für Prävention und Aufklärung ein. Zudem ebnete Köhler den Weg für neue Formen des interdisziplinären Arbeitens zwischen Justiz und Jugendämtern, Schulen, Beratungsstellen und Vereinen.

Schutz demokratischer Grundwerte 

Mit dem Hessischen Verdienstorden werden hervorragende Verdienste um das Land Hessen und seiner Bevölkerung gewürdigt. Als die höchste Form der Anerkennung des Landes Hessen ist der Verdienstorden an Köhler ein Symbol für die stille, aber gesellschaftlich tiefgreifende Wirksamkeit seiner immensen Bemühungen, für demokratische Grundwerte einzustehen und denjenigen eine Stimme zu geben, die keine haben oder zu selten gehört werden.

Oberbürgermeister Josef betonte in seiner Laudatio: „Es gibt Persönlichkeiten, deren Wirken nicht nur Spuren in Institutionen, sondern vor allem im Schutz unserer Grundwerte hinterlässt. Herr Köhler ist zweifellos eine solche Persönlichkeit. Es ist selten, Menschen zu begegnen, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernehmen – nicht aus Eigeninteresse, sondern aus tiefer Überzeugung.“

Unbeirrbares Engagement für die Schwächsten der Gesellschaft 

Sein unbeirrbarer moralischer Kompass ließ Köhler genau dorthin schauen, wo andere damals noch häufig wegschauten. Als einer der ersten Oberstaatsanwälte in Hessen thematisierte er Kindesmissbrauch und -pornografie mit einer Ernsthaftigkeit und Beharrlichkeit, die seinesgleichen sucht. Dabei legte er stets ein besonderes Augenmerk auf die Sensibilität im Umgang mit Betroffenen, verlor deren Würde nie aus dem Blick und bewies fortwährend ein hohes Maß an Empathie.

Josef sagte abschließend: „Im Namen des Landes Hessen danke ich Ihnen von Herzen für Ihren Mut, für Ihre Ausdauer und für Ihr Vertrauen in den Rechtsstaat – und in die Menschen. Sie haben unser Land sicherer und menschlicher gemacht.“ (ffm)