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Letzte Aktualisierung: 26.11.2022

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Hessischer Gründerpreis vergeben

von Ilse Romahn

(07.11.2022) Zwölf junge hessische Unternehmen aus Frankfurt, Darmstadt, Kassel, Gießen, Baunatal, Eiterfeld, Mörlenbach und Pfungstadt wurden ausgezeichnet.

Im Rahmen einer festlichen Gala wurden die Hessischen Gründerpreise live übergeben. Rund 140 gut gelaunte Besucherinnen und Besucher feierten zwölf junge hessische Unternehmen, die auf einer spektakulären Bühne in der Kasseler Sparkasse als Preisträger ausgezeichnet wurden und aus deren Kreis zusätzlich ein Siegerunternehmen pro Wettbewerbskategorie gekürt wurde. In die Abstimmung über die Sieger und Siegerinnen flossen auch mehrere tausend Stimmen aus dem offenen Online-Voting ein.

„Gründerinnen und Gründer schaffen Arbeitsplätze und Wohlstand, sie finden Produkte und Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Hessen bietet Gründerinnen und Gründern jede Unterstützung. Im Fokus stehen Startups, die ihre Geschäftsmodelle auf Nachhaltigkeit ausrichten. Sie tragen wesentlich dazu bei, unsere Wirtschaft zukunftsfähig zu machen“, sagt Tarek Al-Wazir, der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen und zugleich Schirmherr des Preises, bei der Verleihung. In der Kategorie „Innovative Geschäftsidee“ übergab Minister Al-Wazir die Urkunden an Probenda, Threedy sowie Lithium Designers. In Pfungstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) entwickelt Probenda Tierfuttermittel ohne Soja mit hochwertigem Protein auf der Basis von Insekten. Threedy ist ein Spinoff des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt und entwickelt dort die Plattform instant3Dhub, die dreidimensionale Visualisierungsanwendungen im Automobil-, Luft- und Raumfahrtsektor unterstützt. Lithium Designers aus Frankfurt ermöglicht automatisierte Planung für Freiformfassaden und Gebäudehüllen auf der Basis von 3D-gedruckten Fassadenknoten. Als Sieger dieser Kategorie zeichnete Minister Al-Wazir das Team von Probenda aus.

Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Arbeitsagentur, übergab danach die Preise in der Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“. Preisträger sind Teech Education aus Darmstadt, ESGendium aus Frankfurt und Kleine Riesen Nordhessen aus Kassel. „Existenzgründer befinden sich in einem schwierigen Umfeld. Der Ukraine-Krieg, Lieferengpässe und Energiepreise machen es schwierig, gute Ideen in tragbare, existenzsichernde Startups umzusetzen. Umso erfreulicher ist es, dass wir heute erfolgreiche Unternehmensgründer auszeichnen können“, so Dr. Martin. Teech Education hat eine Software entwickelt, die junge Talente mit Mentoren verbindet und so zum erfolgreichen digitalen Wandel beiträgt. Mit der digitalen Plattform von ESGendium wird es kleinen und mittleren Unternehmen sehr einfach gemacht, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und die Grundlage für nachhaltigeres Wirtschaften zu legen. Die gemeinnützige GmbH Kleine Riesen Nordhessen engagiert sich für die Versorgung von schwerkranken und sterbenden Kindern und plant den Bau eins Pflegekompetenzzentrums zur Ausbildung der Eltern. Zum Sieger der Kategorie kürte Dr. Martin dann die Kleinen Riesen Nordhessen.

Die Ernst Krastel GmbH aus Mörlenbach (Kreis Bergstraße), GN Schweißtechnik aus Eiterfeld (Kreis Fulda) und Plettenberg Elektromotoren aus Baunatal wurden von Sven Volkert, Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Hessen, als Preisträger der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ ausgezeichnet. „In diesen bewegten Zeiten ist es wichtiger denn je, dass bestehende Unternehmen von der nächsten Generation erfolgreich weitergeführt werden. So eine Nachfolge ist eine komplexe Aufgabe, die mit mehr finanziellem Aufwand verbunden ist als eine Neugründung. Deswegen ist uns als Bürgschaftsbank die Kategorie ‚Zukunftsfähige Nachfolge‘ ein besonderes Anliegen“, sagte Volkert. Das seit 65 Jahren bestehende Familienunternehmen Ernst Krastel bietet Planung und Handwerk für Wasser, Wärme und die Energiewende. Anfang 2022 ist Viktoria Krastel als dritte Generation in das Unternehmen ihres Vaters eingestiegen und möchte digitale Geschäftsmodelle sowie Serviceangebote ausbauen, um den digitalen Wandel im Handwerk erfolgreich zu vollziehen. GN Schweißtechnik produziert Kunststoff-Verteilersysteme für Wärmepumpen, Erdwärme, Eisspeicher und Geothermie und ist dank automatisierter Roboter-Fertigung auf dem Weg zum global schnellsten Produzenten und europäischen Marktführer. Plettenberg ist führender Hersteller und Entwickler von elektrischen Antriebsmotoren insbesondere für Kleinstgeräte in Medizintechnik und Luftfahrt wie z.B. medizinische Geräte, Werkzeuge, Drohnen oder Roboter. Sieger der Kategorie wurde die Ernst Krastel GmbH.

„Die Anzahl und Qualität der Bewerbungen in dieser Kategorie machen deutlich: Hessische Hochschulen sind Brutstätten für Pioniere. Wir gratulieren den Preisträgern des hessischen Gründerpreises für ihren mutigen Schritt in eine zwar unkalkulierbare, aber spannende Unternehmer-Zukunft“, sagte Professor Dennis Lotter von der Hochschule Fresenius, der die Preise in der Kategorie „Gründung aus der Hochschule“ übergab. Er zeichnete Green Elephant Biotech aus Gießen sowie Ceres und HCP Sense aus Darmstadt als Preisträger aus. Green Elephant stellt nachhaltige Einwegartikel für Labor und Pharma her. Ceres entwickelt ein kompostierbares Füllmaterial für den Paketversand auf der Basis von Stroh und HCP Sense wollen mit einem Sensor Wälzlager während der Fertigungsprozesse im Bereich Maschinen- oder Anlagenbau überwachen. Das ermöglicht frühzeitiges Erkennen überlasteter Bauteile und schnelles Eingreifen, um Schäden zu beheben und Stillstand zu vermeiden. Dann kürte Prof. Lotter das Team von Ceres als Sieger dieser Kategorie.

„Wir haben zum 20. Jubiläum des Hessischen Gründerpreises den fünften Bewerbungsrekord in Folge geschenkt bekommen, das hat mich sehr gefreut“, sagt Elisabeth Neumann, Projektleiterin für den Hessischen Gründerpreis bei KIZ SINNOVA Gesellschaft für soziale Innovationen gGmbH. „Das zeigt, dass das hessische Startup-Ökosystem selbst im dritten Pandemie-Jahr und vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine stark, zuversichtlich und selbstbewusst geblieben ist. Viele tolle Beispiele für dieses Ökosystem finden sich in unserer digitalen Jubiläumsbroschüre 20jahrehgp.de. Ein ganz besonderes Highlight war in diesem Jahr die erstmalige Präsentation aller zwölf Unternehmen im Finale in der Hessischen Landesvertretung in Berlin im September, wo die Jungunternehmer sich und ihre Betriebe einem sehr großen Hauptstadt-Publikum vorstellen und wertvolle Kontakte knüpfen konnten.“

Zum Schluss übergab Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, den Staffelstab an Dr. Marina Hofmann, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung Darmstadt, und erklärte: „Wir gratulieren allen, die mit ihren Ideen neue Wege gehen und Mut beweisen. Es ist das Engagement der Gründerinnen und Gründer, das unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft voranbringt. Als erfahrener und regional verwurzelter Finanzdienstleister halten wir den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern bei Finanzfragen den Rücken frei.“

Hessischer Gründerpreis
Aus den 187 Bewerbungen haben 48 Unternehmen in vier Kategorien („Innovative Geschäftsidee“, „Zukunftsfähige Nachfolge“, „Gesellschaftliche Wirkung“ sowie „Gründungen aus der Hochschule“) das Halbfinale erreicht. Dort pitchten sie vor einer Jury, die je Kategorie drei, insgesamt zwölf Finalisten auswählte. Diese traten am 4. November mit kurzen Pitches direkt gegeneinander an. Über die Sieger entschieden die rund 120 Besucher der Fachtagung für Multiplikatoren der Hessischen Gründerszene und die Teilnehmer eines Online-Votings. Gewonnen haben die Teilnehmer einen professionellen Unternehmensfilm, sehr viel mediale Aufmerksamkeit, hochwertige Netzwerkkontakte und wertvolle Trainings. Der Hessische Gründerpreis wird seit 2003 verliehen. Er wird von der KIZ gGmbH in Offenbach organisiert und vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen gefördert.

www.hessischer-gruenderpreis.de