Hessischer Film- und Kinopreis 2023: Ehrenpreis des MP an Alexandra Maria Lara
Ministerpräsident Boris Rhein zeichnet erfolgreiche Schauspielerin aus
„Alexandra Maria Lara ist eine herausragende Schauspielerin, die mit ihrer Präsenz und ihrem Können das Publikum weltweit begeistert. Sie verkörpert die Vielfalt und die Qualität des deutschen Films und ist ein Vorbild für junge Talente“, begründete Ministerpräsident Boris Rhein seine Auswahl. „In zahlreichen Filmrollen hat sie in nationalen und internationalen Produktionen mit ihrer außergewöhnlichen Darstellungskraft und ihrem Charisma überzeugt und ihr Talent unter Beweis gestellt, darunter in namhaften Produktionen wie ,Der Untergang‘, ,Rush - Alles für den Sieg‘ und ‚Der Fall Collini‘. Dass ihr der deutsche Film am Herzen liegt, unterstreicht Alexandra Maria Lara auch durch die Tatsache, dass sie als Präsidentin der Deutschen Filmakademie seit 2022 gemeinsam mit Florian Gallenberger Verantwortung übernommen hat und das Ansehen des deutschen Films fördern will. Wegen ihres Könnens und ihres Engagements hat sie die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten verdient.“
Alexandra Maria Lara wurde 1974 als Tochter von Valentin Plătăreanu, Schauspieler und Vizedirektor des Nationaltheaters Bukarest, und der Sprachwissenschaftlerin Doina Plătăreanu in Rumänien geboren. Vor dem Ceaușescu-Regime floh die Familie Anfang der 80er Jahre erst nach Freiburg, dann nach Berlin, wo Valentin Plătăreanu im Bezirk Charlottenburg eine eigene Schauspiel-Schule gründete. Dort erhielt auch Alexandra Maria Lara ihre Ausbildung, hatte aber schon während ihrer Gymnasialzeit ihre erste Titelrolle: in der ZDF-Vorabend-Serie „Mensch, Pia!“ 1996. Ihren Künstlernamen lieh sich Alexandra Maria Lara von Larissa Lara Antipowa aus „Doktor Schiwago“. Fernsehfilme, „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ folgten sowie das Flüchtlings-Drama „Der Tunnel“, 2001 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Im Kino spielte Lara in Doris Dörries Beziehungs-Drama „Nackt“, 2003 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet. 2004 brachte ihr einen ihrer größten Erfolge: die Rolle als Adolf Hitlers Sekretärin Traudl Junge im Bunker-Drama „Der Untergang“ von Oliver Hirschbiegel und Bernd Eichinger, das für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert wurde. 2005 erhielt Lara eine Goldene Kamera als „Beste deutsche Schauspielerin“. Durch „Der Untergang“ wurde der Hollywood-Regisseur Francis Ford Coppola auf Lara aufmerksam und engagierte sie für „Jugend ohne Jugend“. Neben deutschen Filmen wie „Vom Suchen und Finden der Liebe“, „Der Fischer und seine Frau“, „Wo ist Fred?“, „Der Baader Meinhof Komplex“ oder „Rubbeldiekatz“ spielte Lara auch immer wieder in internationalen Filmen wie an der Seite von Kate Winslet in „Der Vorleser“, mit Gérard Depardieu in „Small World“, in „Happy New Year, Colin Burstead“ oder zuletzt in „The King’s Man: The Beginning“ und „La Syndicaliste“. Ein jüngeres Publikum begeisterte die Schauspielerin in Filmen wie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ oder der „Alfons Zitterbacke“-Reihe. 2007 lernte sie am Set von Anton Corbijns „Control“ den Schauspieler Sam Riley kennen, mit dem sie seit 2009 verheiratet ist. 2008 wurde Lara in die Wettbewerbsjury der 61. Filmfestspiele von Cannes berufen. 2019 erhielt sie bei den Filmkunsttagen Sachsen-Anhalt den Ehrenpreis des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten. Seit 2022 ist Lara gemeinsam mit Florian Gallenberger Präsidentin der Deutschen Filmakademie, die unter anderem auswählt, wer den Deutschen Filmpreis erhält.
Der Hessische Film- und Kinopreis wird am 20. Oktober nach drei Jahren Pause erstmals wieder im Rahmen einer festlichen Gala in der Alten Oper Frankfurt verliehen. Den Newcomer-Preis erhält der Filmemacher Behrooz Karamizade. Wer in den weiteren Kategorien einen hessischen Löwen sowie den Schauspieler-Preis des Hessischen Rundfunks erhält, wird bei der Verleihung selbst bekannt gegeben.
Nominiert sind:
Kategorie Spielfilm: „Leere Netze“ von Behrooz Karamizade; „Vamos a la Playa“ von Bettina Blümner; „Was man von hier aus sehen kann“ von Aron Lehmann
Kategorie Dokumentarfilm: „Das Kino sind wir“ von Livia Theuer; „Fitness California“ von Nadine Zacharias; „Einzeltäter Teil 3: Hanau“ von Julian Vogel
Kategorie Kurzfilm: „Emo Doc“ von Chao Wu; „Zelle 5 – Eine Rekonstruktion“ von Mario Pfeifer; „Als Gottes Blut auf die Schultern der Kinder tropfte“ von Aria Aziziin der Kategorie Hochschulabschlussfilm: „Vom Duft der roten Bete und den Menschen, die ewig leben“ von Petra Stipetic und Maren Wiese, Kunsthochschule Kassel; „Work in Transition“ von Emiliano Proietti, Hochschule RheinMain; „Von dem, was bleibt“ von Johanna Groß, Kunsthochschule Kassel
Kategorie Drehbuch: „Goldfisch im Dunkeln“ von Kimia Eyzad Panah; „Paws“ von Lukas Rinker; „Jumoke“ von Oliver Hardt
Für den Schauspielerpreis des Hessischen Rundfunks sind nominiert:
Kategorie Hauptrolle: Xidir Koder Alian (in „Asbest“); Nina Kunzendorf (in „Das Mädchen von früher“); Petra Schmidt-Schaller (in „Ein Schritt zum Abgrund“)
Kategorie Nebenrolle: Lana Cooper (in „Martha Liebermann - Ein gestohlenes Leben“); Brigitte Hobmeier (in „Tatort: Murot und das Paradies“); Anatole Taubman (in „Asbest“).
Der Hessische Kinopreis richtet sich an Programmkinos und Filmkunsttheater und ist mit insgesamt 150.000 Euro dotiert. Er wird in diesem Jahr an elf gewerbliche Filmtheater oder gewerblich betriebene Kinos und an neun nicht gewerbliche Filmtheater, Abspielstätten oder Kinoinitiativen und kommunale Kinos verliehen. Dazu gehen diesmal zwei Anerkennungen an Kinos, die keine reinen Programmkinos oder Filmkunsttheater sind. Hauptpreisträger mit einem Preisgeld in Höhe von je 20.000 Euro sind das Mal seh’n-Kino in Frankfurt, der Filmladen Kassel und das Traumstern Kino in Lich.
Alle Informationen dazu sowie zu den Filmen auf www.hessischerfilmpreis.de
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