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Letzte Aktualisierung: 31.05.2020

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Hessischer Einzelhandel im März 2020 — Umsätze insgesamt trotz Corona auf Vorjahresniveau

von Helmut Poppe

(22.05.2020) Einzelne Branchen sind unterschiedlich von Corona betroffen, und die Umsätze bleiben insgesamt konstant. Die Beschäftigung steigt um 0,7 Prozent

Der hessische Einzelhandel hielt das Volumen der preisbereinigten Umsätze im März 2020 trotz Corona-Pandemie konstant zum Vorjahresmonat. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, meldete der Einzelhandel keine Umsatzeinbußen bei gestiegener Beschäftigung.

Der März war geprägt durch strenge Auflagen für den hessischen Einzelhandel, die zum Teil Geschäftsschließungen oder starke Restriktionen des Geschäftsbetriebs zur Folge hatten. Die gesetzlichen Auflagen trafen die Branchen unterschiedlich. Auch wenn die Erhebungsdaten keine Informationen über den Einfluss von Corona auf die Ergebnisse enthalten, legen Muster und Ausmaß der Zu- und Abnahmen einen wesentlichen Einfluss der Pandemie nahe.

Während sich das Umsatzvolumen für den hessischen Einzelhandel im März 2020 insgesamt konstant gegenüber dem Vorjahresmonat verhielt, kam es zwischen den Branchen zu Verschiebungen. Starke Umsatzeinbußen gegenüber März 2019 verzeichnete der Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren (minus 28,9 Prozent) und der Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (minus 20,6 Prozent). Umsatzsteigerungen verbuchte der Einzelhandel außerhalb von Verkaufsräumen (z. B. Internet- und Versandhandel) in Höhe von 16,0 Prozent. Auch der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (z. B. Supermärkte) meldete ein Wachstum der preisbereinigten Umsätze von 9,7 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum März 2019 um 0,7 Prozent. Das Plus bei der Beschäftigung ist insbesondere auf die Teilzeitbeschäftigten zurückzuführen, deren Zahl um 1,0 Prozent wuchs. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten legte um 0,2 Prozent zu.

Hinweise

Corona-bedingt haben im März nicht alle Unternehmen im Einzelhandel Auskunft über ihre Umsätze und Beschäftigten gegeben. Die Angaben für 25,8 Prozent der Unternehmen, von denen keine Informationen vorlagen, wurden geschätzt. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss berücksichtigt werden, dass der Schätzanteil im Vergleich mit  "normalen" Monaten höher ist. Die Schätzung ist ein in der Statistik übliches Verfahren, um einen Vergleich der Ergebnisse im Zeitverlauf zu ermöglichen.

Die Einzelhandelsstatistik ist eine Stichprobenerhebung. Alle monatlich befragten Unternehmen der Stichprobe haben einen Jahresumsatz von mindestens 250 000 Euro. (HSL)