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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Hessische Unternehmerverbände gegen Gasumlage

Beschaffungsmehrkosten aus Bundeshaushalt finanzieren

von Karl-Heinz Stier

(21.09.2022) Als Reaktion auf die erneute Verschiebung des Starts der Gasumlage fordert die Vereinigung der hessischen Unternehmensverbände (VhU), die von Bundeswirtschaftsminister Habeck geplante Gasumlage zu stoppen, solange es noch möglich ist.

„Die Gasumlage würde die Gasrechnung energieintensiver Unternehmen aller Branchen erhöhen – von der Chemie über die Lebensmittelindustrie bis hin zu Wäschereien. Die Gasumlage würde nicht nur das Gas auf dem Gasmarkt verteuern, sondern auch den Strompreis weiter in die Höhe treiben. Sie wäre ein Brandbeschleuniger auf den ohnehin angespannten Energiemärkten“, sagte Dr. Birgit Ortlieb, Vorsitzende des VhU-Energieausschusses. Sie rief den Bund auf, rasch „milliardenschwere Liquiditätshilfen“ für energieintensive Unternehmen aller Größenklassen bereitzustellen: „Je energieintensiver, desto höher sollten die Hilfen wegen der Preisexplosion bei Strom und Gas sein. Sonst müssen zahlreiche Industrieunternehmen ihre Produktion weiter drosseln oder temporär ganz einstellen. Wir sehen schon jetzt, dass die Unternehmen weltweit Markteinteile verlieren – das muss uns sorgen, denn das ist eine langfristig wirkende Entwicklung. Ähnliches droht vielen Bäckereien, Metzgereien und anderen kleinen Unternehmen im Inland. Die Gasumlage wäre da grundfalsch – sie darf nicht kommen.“ Es sei richtig gewesen, dass der Bund die Gasimporteure vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet habe, um die Gasversorgung in Deutschland zu erhalten. Aber die Beschaffungsmehrkosten müssten aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.