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Letzte Aktualisierung: 04.03.2021

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Hessische Kulturstiftung vergibt Atelier- und Reisestipendien für 2021 und 2022

von Ilse Romahn

(20.01.2021) Die Hessische Kulturstiftung hat für den 15. Turnus der Jahre 2021/2022 fünfzehn Stipendien für freie Reisevorhaben und Atelieraufenthalte in London, New York, Paris und Istanbul vergeben.

Neue Erfahrungsräume und unabhängige künstlerische Recherchen sind wichtige Voraussetzungen für qualitätvolle Kunst, die im internationalen Vergleich bestehen kann. Mit ihren Stipendien hat die Hessische Kulturstiftung bis heute rund 200 Künstlerinnen und Künstler mit etwa 4,5 Millionen Euro gefördert.

In diesem Jahr wählte eine siebenköpfige Expertenrunde die künftigen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus rund 300 Bewerbungen in einem digitalen Jurierungsprozess aus. Fünf Atelier- und zehn Reisestipendien von bis zu 25.500 Euro wurden Künstlerinnen und Künstlern, die in Hessen geboren sind, dort leben oder an einer Kunstakademie in Hessen ausgebildet wurden, zugesprochen. Neben den Atelierstipendien der Stiftung in New York, Paris und London planen die Künstlerinnen und Künstler Reisen nach Japan, Polen oder Brasilien.

Ein Stipendium erhalten Rosa Aiello (*1987/Malta, Griechenland, Spanien), Patrick Alan Banfield (*1984/USA), Andrea Bellu (*1980) und Matei Bellu (Birobidzhan, Melbourne, Buenos Aires), Jonas Brinker (*1989/New York), Max Brück (*1991/Polen), Onur Gökmen (*1985/ Atelier New York), Antonia Hirsch (*1968/Japan), Nina Kuttler (*1993/Atelier Istanbul), Laura Langer (*1986/Atelier London), Yong Xiang Li (*1991/Atelier Istanbul), Haleh Redjaian (*1971/Iran, Senegal), Yvonne Roeb (*1976/Atelier Paris), Grace Schwindt (*1979/New York), Daniel Stubenvoll (*1984/Tokio, Japan), Patrik Thomas
(*1986/Brasilien).

Anspruchsvoller digitaler Auswahlprozess
„Aus einem so breiten und facettenreichen Bewerberfeld eine Auswahl zu treffen, ist keine leichte Aufgabe. Ich möchte mich bei unserer hochqualifizierten Jury für ihre Zeit und ihr Engagement bedanken“, sagt Jutta Ebeling, Vorstandsvorsitzende der Hessischen Kulturstiftung. „Dank der für jeden Turnus neu zusammengesetzten Fachjury sind unsere Atelier- und Reisestipendien seit fast 25 Jahren ein Aushängeschild für die Kunstszene in Hessen. Sie bieten Künstlerinnen und Künstlern eine Zukunft und Sicherheit auf Zeit. Ich gratuliere außerdem unseren neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten.“

Hochkarätige Jury
In diesem Jahr setzte sich die Jury der Hessischen Kulturstiftung zusammen aus Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig in Köln und diesjähriger Kurator des deutschen Pavillons der Biennale in Venedig, Katharina Hinsberg, Professorin für Konzeptuelle Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken, Dr. Mahret Ifeoma Kupka, Kuratorin am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, Nasan Tur, ehemaliger Stipendiat der Kulturstiftung und Professor an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, Hilke Wagner, Direktorin Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Moritz Wesseler, Direktor des Fridericianum in Kassel. Dr. Sylvia Metz, Beauftragte für das Stipendienprogramm und den Bereich Künstlerförderung der Hessischen
Kulturstiftung, komplettierte die Jury: „Wir hatten ein dichtes und hochkarätiges Bewerberfeld und es war ein intensiver Auswahlprozess, bei dem wir viel diskutiert haben, natürlich digital. Jetzt freue ich mich über unsere neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten und hoffe, dass alle ihre Reisen wie
geplant werden antreten können.“

Sicherheit trotz Corona-Pandemie
Dass Auslandsaufenthalte und Reisen im Moment immer noch problematisch sind, ist allen in der Stiftung bekannt. Eva Claudia Scholtz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung betont: „Die schwierige Lage für Künstlerinnen und Künstler und die zahlreichen Planungsunsicherheiten sind uns sehr bewusst. Die Corona-Pandemie hat uns alle noch fest im Griff.“ Die Kulturstiftung hat entsprechend reagiert: Die Atelierstipendien sind erst für das Jahr 2022 geplant und bei den Reisestipendien ist die Umwandlung in ein Arbeitsstipendium denkbar. „Wir freuen uns, wenn in diesem Jahr ein Stipendienantritt möglich ist, insofern die internationalen Reisebestimmungen am jeweiligen Zielort dies zulassen,“ betont Eva Claudia Scholtz, „aber die Sicherheit und Gesundheit der Künstlerinnen und Künstler steht für uns immer im Vordergrund! Sollte ein Reisevorhaben zu gegebener Zeit also nicht realisierbar sein, so können die Stipendien in Absprache mit uns in Arbeitsstipendien umgewandelt oder zu einem späteren Zeitpunkt als geplant angetreten werden.“

Künstlerförderung der Hessischen Kulturstiftung
Die Dotierung der Reisestipendien und einjährigen Atelierstipendien beträgt jeweils 20.500 Euro; ein Zuschlag bei mitreisenden Kindern und einer Betreuungsperson kann gewährt werden. Nach Abschluss des Stipendiums ist ein weiterer Zuschuss von bis zu 7.700 Euro für eine Ausstellung und/oder einen Katalog möglich.

Der Auftrag zur Förderung künstlerischen Nachwuchses ist in der Verfassung der Hessischen Kulturstiftung niedergelegt. Unter ihrem langjährigen Vorstand Jean-Christophe Ammann entwickelte die Hessische Kulturstiftung 1992 ihr bis heute fortdauerndes Stipendienprogramm, in dem sie mit jährlich rund 150.000 Euro Künstlerinnen und Künstler in und aus Hessen fördert. Der 15. Turnus fällt außerdem in das 30. Jubiläumsjahr für die Künstlerförderung der Hessischen Kulturstiftung.

http://www.hkst.de