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Letzte Aktualisierung: 27.02.2021

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Hessische Industrie im Umsatz-Minus

von Helmut Poppe

(19.02.2021) Im pandemiegeprägten Jahr 2020 sind die Umsätze in der hessischen Industrie insgesamt um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das höchste Umsatz-Plus im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es im Dezember 2020 mit 8,9 Prozent. Auftragseingänge und Beschäftigungszahlen waren im Jahresdurchschnitt rückläufig.

Foto: HSL
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Die Corona-Pandemie hat die hessische Industrie im Jahr 2020 erheblich beeinflusst: Betriebsschließungen, durchbrochene Lieferketten und Kurzarbeit sorgten für hohe Umsatzverluste und weniger Auftragseingänge. Auch die Zahl der Beschäftigten ging im Jahr 2020 weiter zurück.

Umsätze

Insgesamt fielen die Umsätze 2020 gegenüber 2019 um 6,0 Prozent. Von den großen Branchen war die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen am stärksten betroffen: Die Umsätze fielen im Vergleich zu 2019 um 23,3 Prozent.

Während die Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat im Januar und Februar 2020 – also noch vor dem ersten Lockdown – positiv war, brach sie in den Folgemonaten stark ein. Zunächst war der Umsatzrückgang mit einem Minus von 4,8 Prozent im März noch vergleichsweise niedrig. Im April lag er bereits bei einem Minus von 23,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Mai 2020 sanken die Umsätze im Vergleich zum Mai 2019 sogar um 26,2 Prozent. Seit Oktober 2020 scheint sich jedoch eine Erholung abzuzeichnen: So stiegen die Umsätze gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat vorerst moderat: Im Oktober 2020 erhöhten sich die Umsätze um 0,3 Prozent, im November 2020 um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im Dezember 2020 war dagegen ein deutlicher Anstieg von 8,9 Prozent gegenüber Dezember 2019 zu verzeichnen. Insgesamt erzielten die hessischen Betriebe im Dezember 2020 knapp 10,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz. Die im Inland erwirtschafteten Umsätze stiegen um 14,3 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, die Umsätze mit dem Ausland legten um 5,0 Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro zu. Dabei erhöhten sich besonders die Umsätze innerhalb der Eurozone (plus 13,6 Prozent).

Bei fast allen großen hessischen Industriebranchen war die Umsatzentwicklung im Dezember 2020 positiv. Besonders die Bereiche Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen sowie Herstellung von Metallerzeugnissen meldeten ein Umsatzplus in Höhe von 45,4 Prozent bzw. 35,1 Prozent gegenüber Dezember 2019.


Auftragseingänge

Die preisbereinigten Auftragseingänge waren im Jahr 2020 insgesamt um 8,3 Prozent gegenüber 2019 im Minus.

Vor allem in den ersten Monaten der Pandemie lag der Auftragseingang in der hessischen Industrie deutlich unter dem Vorjahresniveau: Im März war er 4,9 Prozent im Minus, im Mai fiel er im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 30,2 Prozent. Auch in den Sommermonaten waren die Auftragseingänge stets im Minus. Seit dem Herbst ist die Entwicklung wechselhaft: Im September 2020 meldeten die Betriebe vorrübergehend wieder steigende Auftragseingänge mit einem moderaten Plus von 1,1 Prozent, bevor sie im Oktober (minus 3,0 Prozent) erneut einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichneten. Der November war hingegen mit 2,9 Prozent im Plus. Im Dezember 2020 fielen die Auftragseingänge im Vergleich zu Dezember 2019 um 6,9 Prozent. Dabei sank die Auslandsnachfrage um 13,3 Prozent, während die Nachfrage aus dem Inland um 10,8 Prozent zulegte.

Beschäftigung

Schon seit Juni 2019 liegt das Beschäftigungsniveau in der hessischen Industrie stets unter dem Vorjahresniveau. Für das Jahr 2020 ergab sich insgesamt ein Minus von 2,5 Prozent gegenüber 2019. Auch im Dezember 2020 sank die Zahl der tätigen Personen um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit waren zum Jahresende 2020 rund 359 000 Personen in hessischen Industriebetrieben beschäftigt.

Hinweise: Alle Werte beziehen sich auf Betriebe mit mindestens 50 tätigen Personen. Bei den Zahlen handelt es sich um vorläufige Werte.