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Letzte Aktualisierung: 25.10.2021

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Hessische Film– und Kinopreise 2021 vergeben

Verleihung am 22. Oktober im Capitol in Offenbach

von Karl-Heinz Stier

(07.10.2021) Beim 32. Hessischen Film– und Kinopreis geht der Newcomerpreis an den Regisseur Aliaksei Paluyan, der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten an den Regisseur Volker Schlöndorff.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn bei der Verkündigung der Preise im Kino Cinema an der Hauptwache 7
Foto: Karl-Heinz Stier
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Nach Ansicht des Ministerpräsidenten ist Schlöndorffs Bedeutung für den deutschen Film unschätzbar. In Wiesbaden geboren und aufgewachsen, in Frankreich geprägt, lebe und arbeite der vielsprachige Regisseur als überzeugter Kosmopolit. Er werde weltweit für sein Wirken anerkannt und habe Auszeichnungen der bedeutendsten internationalen Filmfestivals erhalten, bis hin zur Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar für die ‚Blechtrommel‘. „Ich würdige ihn mit der Verleihung auch für seinen großen intellektuellen Geist, der so leidenschaftlich wie einnehmend die Belange der Filmkultur vertritt“. Die Auszeichnung ist undotiert.

Der mit 7 500 Euro dotierte Newcomerpreis, der heute zum 5.Mal vergeben wird und über dessen Vergabe die Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn entscheidet, geht an Aliaksei Paluyan. Geboren 1989 in Belarus, kam er 2012 nach Kassel, um Regie zu studieren und ist dort auch geblieben. Bereits für seinen Kurzfilm "See der Freude“ bekam er 2019 den Hessischen Filmpreis für den besten Kurzfilm. Sein aktueller Dokumentarfilm „Courage“ dokumentiert den Protest der Menschen in Belarus gegen den dortigen Machthaber. Der zur Berlinale eingeladene Film gehört zu den mutigsten Filmen, die dort gezeigt wurden. „Paluyan wird als Newcomer nicht nur für ein vielversprechendes Nachwuchstalent ausgezeichnet, das sich gerade als Regisseur mit Festivalpräsenz in der nationalen und internationalen Filmlandschaft profiliert, sondern auch für ein mutiger Künstler und bemerkenswerte Persönlichkeit, “ betonte Ministerin Dorn.

Rückblickend auf die Einschränkungen der Phase der Corona-Pandemie  sprach die Ministerin von einer gewissen Normalität: „Wir können endlich wieder ins Theater und Konzert und auch ins Kino gehen“. Dennoch seien auch während der Pandemie bemerkenswerte Filme entstanden. Die Auswahl der diesjährigen Filmpreise zeige, dass Hessen ein starkes Dokumentarfilmland sei. Dokumentarfilm und Nachwuchs würden auch die Rahmenbedingungen 2022 bestimmen. „Insgesamt wird das Land der HessenFilm und Medien GmbH dann mehr als zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen“.

Damit mehr Filmfreunde als bisher die Chancen bekämen, die Filme in echter Kinoatmosphäre zu erleben, wurden in diesem Jahr gezielt Kinos angesprochen. Sieben davon zeigen im Oktober Filme, die für den Hessischen Film– und Kinopreis nominiert sind und kurz nach der Preisverleihung werde es Vorführungen der siegreichen Filme  geben.

In diesem Zusammenhang wurden außerdem folgende Nominierungen bekannt gegeben
In der Kategorie Spielfilme:
„Le Prince“ von Lisa Bierwirth“, Youth Topia“ von Dennis Stormer und „Borga von York-Fabian Raabe.

In der Kategorie Dokumentarfilme:
„The Other Side oft he River“ von Antonia Kilian; „Courage“ von Aliaksei Paluyan und „Herr Bachmannund seine Klasse“  von Maria Speth.

In  diesen Kategorien beträgt das Nominierungsgeld  4 000 Euro.

Nominiert für den undotierten Hessischen Fernsehpreis des hr, der ebenfalls bei der Verleihung vergeben wird, sind:
Beste Schauspielerin:
Britta Hammelstein in „Heute stirbt hier Kainer“, Anne Ratte-Polle in „Tatort. Die Ferien des Monsieur Murot“ und Felicitas Woll in „Du sollst nicht lügen“

 Bester Schauspieler:
Jens Harzer in „Ruhe! Hier stirbt Lothar“, Trystan Pütter in „Ku’damm 83“ und Martin Wuttke in „Heute stirbt hier Kainer“.