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Hessenweiter KI-Chatbot „telli“ in Schulen erfolgreich gestartet

In Frankfurt können rund 170 Schulen (davon 81 öffentlich Grundschulen und 72 weiterführende Schulen, ergänzt durch private Einrichtungen) den neuen KI-Chatbot „telli“ nutzen. Werden mit der Einführung von KI im Unterricht klassische Schulbuchverlage zunehmend überflüssig?

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Schülerinnen am Laptop
Foto: Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Schon über 5.000 Lehrkräfte nutzen die neue Anwendung im Unterricht

Hessen setzt ein starkes Zeichen für die digitale Zukunft seiner Schulen: Seit Oktober steht allen Bildungseinrichtungen im Land der datenschutzkonforme KI-Chatbot „telli“ über das etablierte Schulportal zur Verfügung. Bereits in den ersten Wochen haben über 5.000 Lehrkräfte das neue Werkzeug eingesetzt – zur Unterrichtsvorbereitung, beim Aufgabenmanagement und direkt im Klassenzimmer.

Bildungsminister Armin Schwarz zeigte sich beim offiziellen Start an der Theo-Koch-Schule in Grünberg hochzufrieden: „Mit ‚telli‘ haben wir ein Werkzeug, um künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, altersgerecht, fächerübergreifend und nutzbringend für alle an den Schulen einzusetzen.“

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Nicht nur Lehrkräfte profitieren von der Unterstützung. Auch Schülerinnen und Schüler nutzen „telli“ bereits aktiv: In Gesellschaftslehre hilft der Chatbot bei Begriffsklärungen und der Vereinfachung komplexer Texte, im Englischunterricht diskutieren Jugendliche über die Frage „KI in school – helpful or dangerous?“.

Begleitet wird die Einführung von einer umfassenden Fortbildungsoffensive, die Chancen und Risiken thematisiert und didaktisch sinnvoll integriert. Damit soll gewährleistet werden, dass KI nicht nur als technisches Hilfsmittel, sondern als pädagogisch wertvolles Werkzeug verstanden wird.

Frankfurt als Beispiel: Alle Schulen können „telli“ nutzen

In Frankfurt am Main gibt es aktuell rund 170 Schulen – darunter 81 öffentliche Grundschulen und 72 öffentliche weiterführende Schulen, ergänzt durch private Einrichtungen. Damit können auch alle Frankfurter Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte den Chatbot einsetzen.

Blick in die Zukunft: Schulbuchlager bald überflüssig?

Mit der breiten Einführung von KI-gestützten Lernwerkzeugen wie „telli“ könnte sich die Rolle klassischer Schulbuchlager bereits ab 2025 deutlich verändern. Digitale Inhalte, adaptive Lernmaterialien und KI-gestützte Hilfen machen mglicherweise gedruckte Bücher zunehmend verzichtbar. Hessen sieht darin eine Chance, Ressourcen effizienter einzusetzen und den Unterricht individueller zu gestalten.

Internationale Vernetzung und neue Fächer

Hessen baut zudem auf internationale Kooperationen mit Ländern wie Estland und Israel, die bereits wichtige Erfahrungen mit KI im Bildungsbereich gesammelt haben. Ergänzend wurde mit dem Fach „Digitale Welt“ ein bundesweit einmaliger Ansatz geschaffen, um Schülerinnen und Schüler gezielt an die Fragen einer digitalisierten Gesellschaft heranzuführen.

Darüber hinaus setzt der Digital-Truck, der seit 2021 alle Schulamtsbezirke besucht, seit dem Schuljahr 2025/26 einen klaren Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz. Grundschulen sowie Klassen fünf und sechs können in zehn verschiedenen Workshops einen niedrigschwelligen und gleichzeitig praxisorientierten Zugang zu künstlicher Intelligenz erhalten, etwa durch Übungen zum Prompting oder durch das Programmieren einer einfachen KI.

Fazit

Mit „telli“ setzt Hessen einen Meilenstein für die digitale Bildung. Der Chatbot unterstützt Lehrkräfte, macht Unterricht individueller und bereitet Jugendliche auf eine Zukunft vor, in der digitale Kompetenzen unverzichtbar sind.