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Letzte Aktualisierung: 05.06.2020

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Hessen beendet Haupttermin des Landesabiturs ohne nennenswerte Zwischenfälle

von Helmut Poppe

(03.04.2020) Kultusminister Lorz dankt Prüflingen und Lehrkräften für vorbildliches Verhalten

Mit den schriftlichen Prüfungen in Biologie ist heute der Haupttermin des hessischen Landesabiturs zu Ende gegangen. Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz zeigte sich im Anschluss zufrieden und zog ein erstes Fazit: „Die schriftlichen Abiturprüfungen haben in diesem Jahr unter besonders schwierigen Bedingungen stattgefunden, die unsere Schulen vor große Herausforderungen gestellt und den Prüflingen auch psychisch einiges abverlangt haben. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung ist es uns gelungen, das Landesabitur ohne nennenswerte Zwischenfälle durchzuführen. Dafür danke ich unseren Schulen und allen Abiturientinnen und Abiturienten herzlich.“

Sicherlich wäre es auf den ersten Blick leichter gewesen, das Abitur im Vorfeld auf einen späteren Termin zu verschieben, betonte Lorz. „Wir haben uns aber bewusst dagegen entschieden, weil wir den jungen Menschen nicht die Möglichkeit nehmen wollten, ihre Abschlussprüfungen im dafür vorgesehenen Zeitraum zu schreiben – also zu dem Zeitpunkt, auf den sie sich vorbereitet haben.“ In den vergangenen zwei Wochen habe er zu jedem Zeitpunkt auf die Professionalität der Schulen und die Besonnenheit der Abiturientinnen und Abiturienten vertraut. „Und das war, wie sich nun zeigt, die richtige Entscheidung. Darauf können alle stolz sein!“

An den insgesamt 11 Prüfungstagen wurden in 28 allgemeinbildenden Fächern und zusätzlich 20 berufsbezogenen Fächern auf Grund- oder Leistungskursniveau insgesamt rund 70.000 schriftliche Abiturprüfungen ablegt. Die Teilnahmequote sei in diesem Jahr mit rund 96 Prozent etwas niedriger ausgefallen als üblich, erklärte der Minister. Dies sei zum einen darauf zurückzuführen, dass ein Teil der Abiturientinnen und Abiturienten am Prüfungstag unter Quarantäne gestanden habe oder wegen leichter Symptome wieder nach Hause geschickt worden sei. „Obwohl wir den Schülerinnen und Schülern freigestellt haben, zur Prüfung zu kommen, sind fast alle erschienen. Das zeigt, wie groß die Leistungsbereitschaft unter ihnen war und welchen Stellenwert das Abitur für sie hat“, so Lorz. Den Schülerinnen und Schülern, die sich nicht dazu in der Lage gesehen hätten, versprach der Minister gleichzeitig, dass ihnen dadurch kein Nachteil entstehe. Für Prüflinge bestehe die Möglichkeit, ihre schriftlichen Prüfungen am Nachtermin abzulegen.

Die Schulen waren angehalten, die durch die Aussetzung des Unterrichts freigewordenen räumlichen und personellen Ressourcen zu nutzen, um die Prüfungsgruppen so klein wie möglich beziehungsweise die Abstände zwischen den Prüflingen so groß wie nötig zu halten. „Das hat auch in den allermeisten Fällen gut funktioniert“, so Lorz. Trotz der erhöhten Gesundheitsvorkehrungen sei es aber vereinzelt vor und nach den Prüfungen zu Umarmungen unter den Schülerinnen und Schülern gekommen. „So nachvollziehbar und menschlich diese Geste auch ist, bedeutet sie doch ein unnötiges Risiko für die Prüflinge und ihre Angehörigen. Ich appelliere deshalb an all jene, die vom 23. April bis 7. Mai einen oder mehrere der Nachschreibtermine wahrnehmen, darauf zu verzichten. Damit zeigt Ihr, dass Ihr das Abitur nicht nur verdient, weil Ihr clever seid, sondern auch, weil Ihr über die nötige Reife verfügt.“

Abi-Feiern müssen verschoben werden

Wegen der weiterhin bestehenden Ansteckungsgefahr bat er zudem alle Abiturientinnen und Abiturienten, auf die sonst üblichen Feierlichkeiten im Anschluss an die Prüfungen zu verzichten. „So sehr Ihr diese Feiern auch herbeigesehnt habt, sind sie in diesem Jahr leider nicht möglich. Ich bin mir aber sicher, dass Ihr sie zu einem späteren Zeitpunkt umso ausgelassener nachholen könnt.“

Einen besonderen Dank richtete der Minister abschließend an alle mit der Organisation und Aufsicht betrauten Lehrkräfte: „Die Durchführung des Landesabiturs ist schon in normalen Zeiten eine Mammutaufgabe, die nur zu bewältigen ist, wenn ein Rädchen ins andere greift. Was alle Beteiligten in dieser außergewöhnlichen Situation geleistet haben, verdient unser aller Dank und Anerkennung.“