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Letzte Aktualisierung: 08.03.2021

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Hessen auf der Berlinale

von Ilse Romahn

(15.02.2021) Im Programm der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin feiern drei HessenFilm-geförderte Dokumentarfilme ihre Weltpremiere.

Die 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden in diesem Jahr als zweistufiges Festival statt: Als Online-Industry Event vom 1. bis 5. März, in dessen Rahmen die Festivalfilme gezeigt werden, und als Sommer Special vom 9. bis 20. Juni.

Die Internationalen Filmfestspiele von Berlin stehen vor der Tür und das Filmland Hessen ist in diesem Jahr stark auf dem renommiertesten deutschen Filmfest vertreten: Im Wettbewerb geht Maria Speths Dokumentarfilm Herr Bachmann und seine Klasse als einer von insgesamt vier deutschen Filmen in das Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Aliaksei Paluyans Abschlussfilm Courage der Kunsthochschule Kassel sowie Marc Bauders Wer wir waren laufen in der Sektion Berlinale Special.

„Dokumentarfilme aus Hessen sind in diesem Jahr in Berlin stark vertreten. Vom Aufwachsen in einer zunehmend komplizierten globalisierten Welt in Maria Speths ‚Herr Bachmann und seine Klasse‘, der Frage, wie zukünftige Generationen unser Handeln und Nichthandeln bewerten werden in Marc Bauders ‚Wer wir waren‘ und dem unermüdlichen Kampf für Meinungsfreiheit in Aliaksei Paluyans ‚Courage‘ – die hessischen Beiträge regen ihr Publikum zum Nachdenken und Handeln an,“ sagt HessenFilm-Geschäftsführerin Anna Schoeppe. „Zwar werden wir den direkten Austausch mit Filmschaffenden aus der ganzen Welt vor Ort in Berlin vermissen, aber auch vom heimischen Sofa aus drücken wir den Filmschaffenden die Daumen für eine unvergessliche Festivalzeit.“

In ihrem Dokumentarfilm Herr Bachmann und seine Klasse begleitet die Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Maria Speth den Lehrer Bachmann und seine 6. Klasse an der Georg-Büchner-Schule im nordhessischen Stadtallendorf. Entstanden ist ein Porträt des als unkonventionell geltenden Lehrers und den aus zwölf Nationen stammenden und 12- und 14-jährigen Schülerinnen und Schülern, das auch als Porträt einer besonderen und doch auch typischen, deutschen Stadt mit einer langen Geschichte der Ausgrenzung und Integration des Fremden gelesen werden kann. Die HessenFilm unterstütze die Produktion des Dokumentarfilms mit 50.000 Euro.

In der Sektion Berlinale Special werden zudem erstmals Wer wir waren und Courage gezeigt. Regisseur und Produzent Marc Bauder ließ sich für Wer wir waren vom gleichnamigen Essay des Publizisten Roger Willemsen inspirieren und blickt mit Alexander Gerst (Astronaut), Dennis Snower (Ökonom), Matthieu Ricard (Molekularbiologe und Mönch), Sylvia Earle (Ozeanologin), Felwine Sarr (Ökonom, Soziologe und Philosoph) und Janina Loh (Philosophin und kritische Posthumanistin) auf den gegenwärtigen Zustand der Welt. Der Dokumentarfilm findet eindrucksvolle Bilder für die großen Fragen unserer Existenz und führt dem Publikum die eigene Verantwortung für die Zukunft, aber auch Gestaltungsmöglichkeiten eindrucksvoll vor Augen.

Die HessenFilm unterstützte Wer wir waren mit 100.000 Euro. Im Oktober wurde der Film bereits mit dem Hessischen Filmpreis als „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet.

Mit seinem Abschlussfilm Courage ist auch das hessische Nachwuchstalent Aliaksei Paluyan erstmals zur Berlinale eingeladen. Die Kasseler Produktionsfirma Living Pictures Production, produzierte bereits Paluyans gefeierten Kurzfilm See der Freude/Lake of Happiness (Hessischer Filmpreis – Bester Kurzfilm 2019) und bildet mit dem aus Minsk, Weißrussland, stammenden Regisseur erneut ein hessisches Erfolgsgespann. Der Dokumentarfilm über ein Underground-Theater in Minsk, das preisgekrönte „Belarus Free Theater“, porträtiert den Kampf zweier Schauspieler und einer Schauspielerin für die Meinungsfreiheit. Für den Film erhielt die Living Pictures Production 22.500 Euro Förderung durch die HessenFilm.

Weitere Informationen zu den Internationalen Filmfestspielen von Berlin: berlinale.de/

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die  kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).