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Letzte Aktualisierung: 12.06.2024

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Herbstreisetipp: Auf in die wildromantische Felsenwelt aus Sandstein

von Annchen Witt

(08.09.2023) Die Sächsische und Böhmische Schweiz bilden gemeinsam ein völlig intaktes Ökosystem. Der heutige Nationalpark Sächsische Schweiz, der bereits 1989 mit dem Titel „Weltnaturerbe“ ausgezeichnet wurde, umfasst mit der spektakulären Gebirgskette bis hin nach Böhmen und dem Flusstal der Elbe eine der schönsten und abwechslungsreichsten Landschaften Deutschlands. Das bizarre Felsgestein ist auch weit über Landesgrenzen für den Klettersport bekannt.

Bildergalerie
Sächsische Schweiz: Bizarre Felsgipfel
Foto: Annchen Witt
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Bizarre Felswelt
Foto: Annchen Witt
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Bastei Aussicht neue Plattform
Foto: Annchen Witt
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Sächsische Schweiz Basteibrücke
Foto: Annchen Witt
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Sächsische Schweiz Elbaue
Foto: Annchen Witt
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Sportliche Frischluftfanatiker, die sich gerne bewegen, kommen in beiden Nationalparks fast das ganze Jahr auf ihre Kosten, denn Wandern, Bergsteigen, Reiten, Klettern, Angeln, Bootstouren sind nur einige der Aktivitäten, die im Elbsandsteingebirge zur Auswahl stehen. Wer darüber hinaus einen Einblick in die Geschichte, die Geologie und die vielfältige Tierwelt mit heimischem Wild, wie Reh, Luchs, Wasseramseln, Schwarzstörchen oder Mufflons bekommen möchte, sollte am besten an einer, von Rangern geführten, naturkundlichen Veranstaltung teilnehmen.

Eine besondere Attraktion ist die Sandsteinbrücke der legendären Basteifelsen. Sie wurde 1851 erbaut, ist 76,50 Meter lang und überspannt mit 7 Bögen die 40 Meter tiefe Mardertelle-Schlucht. Noch heute kursieren Sagen und Mythen, die von gewalttätigen Raubrittern, wilden Räubern mit blutrünstigen Überfällen auf Handelsleute erzählen. Auch von deren geheimnisvollen Ritualen ist die Rede. Unterhalb der Basteibrücke sind noch Überbleibsel einer Raubritterepoche zu bestaunen, nämlich die rekonstruierte Raubritterburg „Altrathen“ mit einem Wurfgerät und noch erhaltener Zisterne.

Während die etwas höher gelegene Aussichtskanzel 305 Meter über dem Meeresspiegel hoch für einen fantastischen Ausblick hinunter ins Tal, auf den Kurort Rathen und in die Sandsteinwelt mit ihren Canon ähnlichen Schluchten und mächtigen Tafelbergen bis hin nach Tschechien, sorgt.

Wieder begehbar: Nach jahrelanger Sperrung ist die als "Balkon Sachsens" bekannte Aussichtsplattform am Basteifelsen wieder eröffnet.

Die meistbesuchte Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz war seit Mai 2016 gesperrt, da unterhalb des Felsens sprödes Sandgestein festgestellt wurde. Die verwitterten Sandsteinfugen mussten mit Spezialmörtel verfüllt werden. Seit dem Frühjahr 2023 kann die wunderschöne Aussicht nach längerer Bauzeit mit aufwendigen Fertigungsarbeiten wieder besucht werden. Die nun freischwebende Aussichtsplattform wurde für reichlich drei Millionen Euro gesichert und installiert. Sie ist insgesamt 20 Meter lang und circa 3,50 Meter breit. 

Die neue Plattform ist barrierefrei und 140 Personen können sich gleichzeitig auf ihr aufhalten.

Pures Wandervergnügen in wildromantischer Landschaft bietet auch der bekannte 126 Kilometer lange „Maler weg“, wo einst Romantiker, allen voran die Schweizer Künstler Adrian Zingst und Anton Graf entlang gewandert sind und ausgerufen haben sollen: „Hier ist,s Grad so schön wie bei uns in der Schweiz“. Sie waren es vermutlich auch, die der Region den Beinamen „Sächsische Schweiz“ gaben. 2006 wurde der „Maler weg Elbsandsteingebirge“ auf der Grundlage von historischen Reiseführern und Bildern rekonstruiert und neu ausgeschildert. Ein Gefühl für die kunsthistorische Bedeutung der Region vermitteln Schautafeln mit spannenden Hintergrundinformationen.

So kann sich der Wanderer heute im wahrsten Sinne des Wortes auch auf die Spuren der Romantiker begeben und auf historischen Plätzen verweilen. 

www.nationalpark-saechsische-schweiz.de