Städel: Maria Magdalena im Wandel der Jahrhunderte
Erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum zu einer der faszinierendsten Figuren der Kunstgeschichte. Ticketvorverkauf ist gestartet.
Foto: Max Beckmann
Von Dürer bis Lady Gaga, von Beckmann bis Lotte Laserstein: Das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung präsentieren ab dem 17. September 2026 die erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum zur außergewöhnlichen Figur der Maria Magdalena. Die Schau „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ zeichnet nach, wie sich ihr Bild im Laufe der Jahrhunderte wandelte – von der Apostelin und treuen Anhängerin Jesu zur Sünderin und asketischen Büßerin, über die ekstatische Heilige bis hin zur modernen, selbstbestimmten Frau als Identifikationsfigur.
Ausgangspunkt der Ausstellung sind zentrale Werke aus den Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter bedeutende Leihgaben aus deutschen und internationalen Sammlungen, eröffnen einen facettenreichen Blick auf die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen der Maria Magdalena. Mit besonderem Fokus auf Künstlerinnen sind im Städel Museum unter anderem Arbeiten von Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González zu sehen; daneben werden Hauptwerke bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Auguste Rodin, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle präsentiert.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, erläutert: „Es gehört zu den besonderen Stärken des Städel Museums und auch der Liebieghaus Skulpturensammlung, Kunst epochenübergreifend zu präsentieren und historische Themen mit Fragen der Gegenwart zu verbinden. In den vergangenen Jahren haben wir unsere großen Ausstellungen immer wieder bedeutenden Künstlerinnen gewidmet – etwa Ottilie W. Roederstein, Lotte Laserstein oder zuletzt Annegret Soltau. Mit ‚Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.‘ rücken wir nun eine der wirkmächtigsten weiblichen Figuren der Kunstgeschichte in den Fokus. Kaum ein anderes Sujet wurde über Jahrhunderte hinweg so vielfältig dargestellt und neu interpretiert. Wir freuen uns, mit dieser Ausstellung die facettenreiche Bildgeschichte Maria Magdalenas umfassend zu zeigen und damit eine Figur zu beleuchten, an der sich bis heute Fragen nach Rollenbildern, Spiritualität und weiblicher Erfahrung verdichten.“
Maria Magdalena zählt zu den vielschichtigsten Gestalten der christlichen Überlieferung. Sie ist eine widersprüchliche Figur, die über Jahrhunderte hinweg konstruiert und immer wieder neu gedeutet wurde: als Gefährtin Christi, als Heilige und Sünderin, als Sinnbild für Begehren und Buße. Von den Schriften des Neuen Testaments über mittelalterliche Legenden bis in die Gegenwart hat sie in der Kunst unzählige Interpretationen erfahren und spiegelt dabei oft die Vorstellungen ihrer jeweiligen Zeit von Weiblichkeit, Spiritualität und Eigenständigkeit. Die Ausstellung im Städel Museum zeigt diese vielfältigen Deutungen der Maria Magdalena: Sie ist sowohl Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen als auch eine eigenständige, vielstimmige Gestalt, die zwischen Körper, Glaube und den ihr zugeschriebenen gesellschaftlichen Rollen vermittelt. Zugleich verfolgt die Schau ihre ikonografische Transformation bis in die Populärkultur und macht sichtbar, wie jede Epoche ihre eigenen Fragen, Ideen und Sehnsüchte in die Figur eingeschrieben hat.
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfassenden Rahmen- und Vermittlungsprogramm, darunter eine Städel Night, ein Katalog, ein kostenfreies Digitorial® sowie eine Audioguide-App.
Eintrittstickets für die Ausstellung „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ sind ab sofort online unter staedelmuseum.de/tickets erhältlich.
Städel Museum
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