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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Herbert Warmuth erster Kunstpreisträger der Heussenstamm-Stiftung

von Ilse Romahn

(04.12.2023) Der in Frankfurt lebende Künstler Herbert Warmuth hat am 29. November aus der Hand von Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig, zugleich Vorstandsvorsitzende der Heussenstamm-Stiftung, die Preisurkunde des neuen Horst Haas- und Irene Haas-Scheuermann-Kunstpreises erhalten.

Josef Weyrich, Vorstand der Horst-Haas- und-Irene-Haas-Scheuermann-Stiftung, Künstler Herbert Warmuth, Ina Hartwig und der Geschäftsführer der Heussenstamm-Stiftung, Christian Kaufmann in der Heussenstamm-Galerie
Foto: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Günther Dächert
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Der Preis würdigt das stringente Werk des überwiegend abstrakt arbeitenden Frankfurter Malers, seine Suche nach den Möglichkeiten und Grenzen von Malerei sowie der Überführung von Alltagsformen aus dem Realraum in den poetischen Raum der Malerei.

Wie Hartwig in ihrer Ansprache betonte, brauche es gerade in einer zunehmend politisch aufgeheizten gesellschaftlichen Atmosphäre eine Stärkung der unabhängigen Kulturszene, damit diese sich frei entfalten könne. Ausdrücklich begrüßte die Kulturdezernentin die Initiative des Kunstpreises und dankte der Horst-Haas- und Irene Haas-Scheuermann-Stiftung für ihr bürgerschaftliches Engagement. „In vielen Fällen bleiben Kunstschaffende auch nach Ende des Studiums in der Stadt und das wollen wir fördern. Denn sie bilden das Fundament für das, was wir als Kulturregion Frankfurt Rhein-Main bezeichnen. Zugleich wollen Kunstschaffende natürlich nicht nur arbeiten, sondern sie wollen ihre Arbeiten auch präsentieren. Und sie brauchen Zugang zu finanziellen Mitteln, die beides ermöglichen. Mit der Einführung des neuen Horst Haas- und Irene Haas-Scheuermann Kunstpreises haben wir eine weitere bedeutende Fördermaßnahme gewonnen, die den Kunstschaffenden in Frankfurt zugutekommt“, sagte die Kulturdezernentin.

Der Geschäftsführer der Heussenstamm-Stiftung, Christian Kaufmann, hob in seiner kurzen Ansprache die spezifische Ausrichtung des Preises auf arrivierte Kunstschaffende hervor: „Viele Förderungen und Stipendien richten sich ja an jüngere Künstlerinnen und Künstler und besitzen dezidierte Altersberschränkungen. Wir sehen heute einen zunehmenden Run bereits auf die Hochschulen, wo Stiftungen Studierende mit Stipendien und Preisen überhäufen. Mit zunehmendem Alter wird es dagegen für Kunstschaffende immer schwieriger, solche Förderungen zu bekommen.  Dem wollen wir etwas entgegensetzen.“

Josef Weyrich, Vorstand der Horst-Haas- und-Irene-Haas-Scheuermann-Stiftung, fügte hinzu: „Der Kunstpreis ist ein weiterer Schritt, um das kulturelle Leben in Frankfurt zu bereichern und die Bedeutung der Bildenden Kunst in unserer Gesellschaft zu unterstreichen. Ich bin mir sicher, unsere Stifter wären stolz gewesen, diesen Preis ermöglicht zu haben.“

Zum Kunstpreis
Der neu etablierte Horst Haas- und Irene Haas-Scheuermann Kunstpreis der Heussenstamm-Stiftung richtet sich an Frankfurter Kunstschaffende, die über ein arriviertes Werk verfügen, mindestens das 55. Lebensjahr vollendet haben und freiberuflich tätig sind. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Dotiert ist er mit einem Preisgeld von 10.000 Euro, einer Katalogpublikation sowie einer Ausstellung bei Heussenstamm im Folgejahr. Der Kunstpreis ist benannt nach dem Stifterpaar Haas-Scheuermann, deren 2007 ins Leben gerufene Stiftung den Preis dankenswerterweise vollumfänglich finanziert.

Zum Preisträger
Warmuth, 1960 in Schweinfurt geboren, absolvierte von 1982 bis 1988 sein Malereistudium an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Prof. Thomas Bayrle, Prof. Johannes Schreiter, Bruce McLean und Felix Droese und war 1989 Meisterschüler. Im Jahr 1990 erhielt er den Jahreskunstpreis der Frankfurter Künstlerhilfe. Ein Arbeitsstipendium des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst wurde ihm in den Jahren 1994/1995 zuteil. Während der Jahre 1995/1996 ermöglichte ihm ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung einen Arbeitsaufenthalt an der Cité Internationale des Arts in Paris.

2006 erhielt er ein Stipendium durch das Helsinki International Artist Programm. Von 2007 bis 2018 lehrte Warmuth an der Freien Kunstakademie Mannheim, der École des Arts supérieurs in Strasbourg, der Kunsthochschule Kassel und der Goethe-Universität.

Im Jahr 2020/21 wurde er im Rahmen des Sonderförderprogramms durch die Hessische Kulturstiftung gefördert, ebenso wie durch ein Neustart Kultur-Stipendium der Stiftung Kunstfonds im Jahr 2020. Zuletzt erhielt er ein Neustart-Stipendium der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst im Jahr 2022. 2023 das Neustart-plus-Stipendium des Kunstfonds. Warmuth lebt und arbeitet in Frankfurt. (ffm)