Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

Werbung

`Heimreisen` Goethe Italien und die Suche der Deutschen nach sich selbst

Buchvorstellung und Gespräch mit dem Autor Golo Maurer

von Ilse Romahn

(06.09.2022) Goethes ‚Italienische Reise‘ ist ein Schlüsselwerk der Weimarer Klassik – Flucht aus der Midlife-Crisis, Aufbruch in die Welt, Bildungsreise in die Antike, Selbstverortung des großen deutschen Dichters. Sie ist aber auch der Beginn einer bürgerlichen Tradition: Goethes Bericht nährte eine Rom- und Italienbegeisterung unter deutschen und europäischen Intellektuellen, die bis heute anhält.

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Goethe am Fenster seiner Wohnung am Corso in Rom, 1786/87.
Foto: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Foto: David Hall
***

Golo Maurer zeigt, wie ebenjene Selbsterfahrung Goethes in Italien für die Generationen nach ihm zum Vorbild wurde. Karl Friedrich Schinkel reiste im frühen, Richard Wagner im späten 19. Jahrhundert nach Italien, die Brüder Mann, Walter Benjamin, Sigmund Freud, der sich einen „Italienpilger“ nannte – Goethe hatte ihnen die Messlatte gesetzt: „Dem denkenden und fühlenden Menschen geht ein neues Leben, ein neuer Sinn auf, wenn er diesen Ort betritt.“

Das Buch ‚Heimreisen‘ macht deutlich: Goethes Italienreise war der erste deutsche Selbstfindungstrip – und als solcher für die Nachgeborenen ästhetischer Topos wie autobiographische Herausforderung.

Golo Maurer hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Alte, Mittlere und Neuere Geschichte studiert. 2014 Habilitation im Fach Kunstgeschichte an der Uni Wien. Seit Oktober 2015 ist er Bibliotheksleiter der Bibliotheca Hertziana in Rom.

Eintritt: 8 € /4 € für Mitglieder des Freien Deutschen Hochstifts

Freies Deutsches Hochstift, Großer Hirschgraben, 23 - 25, Frankfurt/M., www.freies-deutsches-hochstift.de