Hauptbahnhofquartier erhält städtebaulichen Schliff
Drei neue Projekte werten die Südseite auf
Insgesamt hat die Südseite ihr Erscheinungsbild in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Auf dem Karree zwischen Mannheimer, Karlsruher, Pforzheimer und Stuttgarter Straße werden ein Fernbusbahnhof, ein Parkhaus und das neue IntercityHotel gebaut, das mit über 800 Betten zu den größten dieser Hotelsparte in Deutschland zählt. Projektentwickler ist die CA Immo Deutschland GmbH. Das Parkhaus mitsamt Fahrradparkhaus befindet sich schon im Betrieb. Der erste Abschnitt des Busbahnhofes wird ebenfalls bereits genutzt.
Anlass für die Akteure, sich in einer Pressekonferenz über die aktuelle Entwicklung und die Zukunftsperspektiven des Hauptbahnhofquartiers zu äußern. „Wir erleben auf dem Areal eine städtebaulich wünschenswerte Umgestaltung und der Verbesserung für alle dort agierenden Nutzer“, so Planungsdezernent der Stadt Frankfurt, Mike Josef. Die unbefriedigende Situation zwischen Gutleutviertel und Hauptbahnhof werde aufgelöst und der Stadtraum durch eine Bebauung neu gegliedert. „Das ist ein Mehrwert für alle Frankfurter und Besucher, die mit Bahn und Bus unterwegs sind“. Der Planungsdezernent erinnerte an die lange Vorgeschichte, als auf dem jetzigen Hotelareal noch die Casana-Firma, ein deutsch-jüdisches Unternehmen bis 1959 Kosmetika produzierte und verkaufte. Danach war das Gelände lange als Parkplatz unbefriedigend genutzt und „erst als das Areal ein glückliches Zusammenspiel zwischen städtebaulicher Planung und privatwirtschaftlicher Investitionen fand, kam es zu einem guten Ende“ – so Mike Josef.
Dieser positiven Einschätzung schloss sich auch Thomas Wilms von der Steigenberger Hotels AG an. „Ein freies Baugrundstück in so zentraler Lage ist ein Glücksfall für die Stadt und für uns als Betreiber des hier entstehenden Hotels, zumal wir mit unserer Marke InterCityHotel die unmittelbare Bahnhofsnähe suchen- und das an einem der wichtigsten Bahnhöfe Deutschlands fanden“.
Für Projektentwickler CA Immo Deutschland betonte deren Geschäftsführer Dr. Ralf Schneider: „Wir haben uns gleich doppelt gefreut, dass wir gleich drei Bausteine unter einen Hut bringen konnten. Er bezifferte die Investitionen für Parkhaus, Busbahnhof und Hotel auf insgesamt 70 Millionen Euro. Das Hotel allein verschlinge 50 Millionen Euro.
Auch der Hauptbahnhof hat inzwischen ein Investitionsprogramm für seine Gebäude und Flächen auf den Weg gebracht. Hartmut Schwarz, Leiter Bahnhofsmanagement Frankfurt der DB Station & Service AG: „Uns ist der Bahnhof ein attraktives Entree zur Stadt – immerhin gehen hier eine halbe Million Menschen täglich ein und aus. Deshalb werden wir den Bahnhof weiterhin sanieren und modernisieren.“ So sei für 2019 eine Neugestaltung der B-Ebene geplant, mit 140 Millionen Euro „unser größtes Projekt“.
Diakon Carsten Baumann, Leiter der Bahnhofsmission, begrüßt, dass sich das Erscheinungsbild der Südseite durch die bauliche Neustrukturierung entscheidend verbessern wird. „Grundlegende Probleme für die Menschen in besonderen Lebenslagen im Quartier lösen sich damit nicht auf.“ Dennoch will die Bahnhofsmission als „soziales Gesicht des Hauptbahnhofes“ weiterhin eine qualifizierte Anlaufstelle für Menschen in Not und für die Menschen am Rande der Gesellschaft sein. Die Zahl der Drogenabhängigen bezifferte er auf etwa 250 Personen.
Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus & Congress GmbH Frankfurt wies in Zusammenhang mit der Neuansiedlung im Hauptbahnhof-Quartier darauf hin, dass von Jahr zu Jahr die Zahl der Touristen größer und attraktiver würde. „Die Übernachtungszahlen steigen stärker als die Betten“.
Zurück zum InterCityHotel. Obwohl die offizielle Eröffnung erst Anfang 2019 stattfinden soll, hat der neue Hoteldirektor Anton M. Wüstefeld bereits ein Musterzimmer eingerichtet, in dem künftige Gäste sehen, wie ihre Wohnsituation aussehen könnte. Die Zimmer sind 21 Quadratmeter groß, haben ein Schlafzimmer und abgetrennte Dusche, Waschraum und Toilette. Zu Preisvorstellungen konnte sich der Direktor noch nicht äußern. Das Hotel hat auch mehrere Konferenzzimmer und eine Tiefgarage mit etwa 80 Stellplätzen.
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